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SV 64 Zweibrücken schlägt Vallendar auswärts

Handball-Oberliga : Wenn die Abwehr zu einem Bollwerk wird

Handball-Oberligist SV 64 Zweibrücken hat die passende Antwort auf die Niederlage in der Vorwoche gegen Bingen gegeben. Die Löwen beendeten am Samstag die lange Siegesserie des HV Vallendar und eroberten Rang drei zurück.

Die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken haben sich mit einer starken Leistung zurückgemeldet. Nachdem die Löwen ihr erstes Pflichtspiel des Jahres in der Vorwoche bei der HSG Bingen noch mit 27:31 verloren und Tabellenrang drei eingebüßt hatten, gewann der SV am Samstag beim neuen Dritten HV Vallendar klar mit 26:16 (14:9) und eroberte Rang drei gleich wieder zurück.

Die Mannschaft von SV-Trainer Stefan Bullacher stoppte damit auch die imposante Vallendarer Siegesserie. Der HVV hatte zuvor acht Spiele in Serie gewonnen. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragten bei den Zweibrückern am Samstag Rückraumschütze Philipp Kockler mit zehn Treffern und Torhüter Damian Zajac, der auf eine Quote von 50 Prozent gehaltener Bälle kam, heraus.

Zu Beginn sah es allerdings noch nicht nach jenem klaren Erfolg für die Zweibrücker aus, der nach den 60 Minuten auf der Anzeigetafel der Konrad-Adenauer-Halle stand. Den Gastgebern sah man das Selbstbewusstsein nach ihrer stolzen Siegesserie an – nach zwölf Minuten führten die Hausherren mit 6:4. Vor allem das Zusammenspiel der torgefährlichen Vallendarer Rückraumachse mit Kreisläufer Oliver Lohner bereitete den Zweibrückern in der Anfangsphase Schwierigkeiten. Doch nach etwa einer Viertelstunde fanden die Löwen immer besser ins Spiel. Vor allem die Abwehr um Tom Grieser, Benni Zellmer, Philipp Kockler und Sebastian Meister steigerte sich von Minute zu Minute. Und hinter dem beweglichen Defensivblock zeigte Torhüter Damian Zajac eine ganz starke Leistung. Allein im ersten Durchgang entschärfte der Schlussmann vier Siebenmeter der Gastgeber, deren Selbstbewusstsein dadurch erste Risse bekam. Im Angriff konnten sich die Löwen auf ihren Torschützen vom Dienst, Philipp Kockler, verlassen. Der Rückraumspieler, der nach seiner Verletzung (Mittelhandbruch) topfit ins Team zurückgekehrt war, brachte den lang vermissten Schwung ins Zweibrücker Angriffsspiel. Durch einen 10:3-Lauf drehte der SV die Partie und lag zur Pause mit 14:9 vorne. Ein kleiner Wermutstropfen: Auf derart überragende Leistungen Kocklers werden die Zweibrücker kommende Saison verzichten müssen. Er schließt sich Drittligist HG Saarlouis an.

Die Anhänger der Gastgeber in der mit rund 200 Zuschauern gefüllten Konrad-Adenauer-Halle hofften nach dem Seitenwechsel auf eine Aufholjagd ihrer Mannschaft. Doch das Gegenteil traf ein. Die konzentrierten Zweibrücker machten dort weiter, wo sie in Halbzeit eins aufgehört hatten. Mit einem guten Handballspiel. Und einer Defensive, die immer mehr zum Bollwerk wurde. Nach der Pause gestatteten die Zweibrücker ihrem Gegner nur noch sieben Tore. Als Tom Grieser noch knapp 40 Minuten den Treffer zum 20:11 setzte, war die Begegnung im Grunde gelaufen. Vallendar stemmte sich verbissen gegen die drohende Niederlage und probierte sich an verschiedenen Systemen in der Verteidigung. Doch egal ob Manndeckung gegen Philipp Kockler oder das Umstellen auf eine defensive 6:0-Abwehr – die Löwen hatten an diesem Tag auf jede Maßnahme des Gegners die passende taktische Antwort parat.

Zweibrückens Co-Trainer Klaus Peter Weinert freute sich über den Auftritt der Mannschaft, welcher er kommende Saison als Cheftrainer vorstehen wird. „Es war eine bärenstarke Abwehr und Torwartleistung, die Jungs haben die Vorgaben heute hervorragend umgesetzt und eine tolle Reaktion, vor allem auch in kämpferischer Sicht, auf die Niederlage in Bingen gezeigt“. Am kommenden Samstag empfangen die Löwen den Tabellensechsten TV Offenbach zum ersten Heimspiel des neuen Jahres in der Zweibrücker Westpfalzhalle.