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SV 64 Zweibrücken reist ersatzgeschwächt nach Saarlouis

3. Handball-Liga : Auf der letzten Rille nach Saarlouis

Mit großen Personalsorgen fährt Handball-Drittligist SV 64 Zweibrücken am Samstag zum Derby nach Saarlouis. Das letzte Aufeinandertreffen gewann zwar der SV 64 – doch seitdem haben die Saarländer mächtig aufgerüstet. Trotzdem wittern die Löwen eine Chance.

Stefan Bullacher, Trainer des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken, dürfte vor dem Derby bei der HG Saarlouis am Samstag um 19.30 Uhr in der Stadtgartenhalle schlaflose Nächte verbracht haben. Denn seine Mannschaft läuft personell auf der letzten Rille. Neben den langfristigen Ausfällen der Stammkräfte Benni Zellmer und Christopher Huber, verpassten mit Kevin Knieps und Niklas Bayer zwei weitere Leistungsträger krankheitsbedingt die komplette Trainingswoche. Beide haben sich einen grippalen Infekt eingefangen. Über einen Einsatz der beiden wird erst am Spieltag entschieden. Definitiv nicht dabei sein wird Mate Volarevic. Der Torwart-Nachfolger von Marko Ivankovic fehlte in allen Trainingseinheiten und wird deshalb nicht im Kader berücksichtigt. Für ihn wird Alexander Sema, Torwart der zweiten Mannschaft, das Gespann mit Alexander Dörr bilden.

„Unsere Trainingswoche war eher bescheiden. Im Abschlusstraining waren nur sechs gesunde Feldspieler der ersten Mannschaft, vier Jugendspieler und zwei Jungs aus dem Saarlandligateam anwesend. Eine sinnvolle Spielvorbereitung sieht anders aus“, bedauert Bullacher. Auf der anderen Seite will sich der Übungsleiter die Vorfreude auf das besondere Derby nicht nehmen lassen: „Trotz aller Nackenschläge haben wir in den letzten Wochen immer wieder tolle Leistungen abgerufen. Warum sollen wir nicht die Chance haben, auch in Saarlouis zu punkten“, fragt der Übungsleiter.

Zu einer wichtigen Stütze im Zweibrücker Spiel hat sich Philipp Kockler entwickelt. Der Rückraumschütze kam im Januar während der Coronapause in die Rosenstadt und avancierte mit seinen beherzten Auftritten rasch zum Publikumsliebling. Und in den letzten drei Heimspielen gegen Leutershausen, die TGS Pforzheim und die Rhein-Neckar-Löwen II zeigten Kockler und Co, dass sie auch gegen die großen Vereine in der Spielklasse mithalten können. Mit diesem Selbstbewusstsein will der 20 Jahre alte Student auch die kommende Aufgabe angehen: „Ich denke man hat gesehen, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen. Wir fahren ohne Angst nach Saarlouis. Wenn wir dort unsere beste Leistung abrufen, habe ich ein gutes Gefühl“.

In der vergangenen Saison standen sich beide Teams erstmals in einem Punktspiel gegenüber. In der Pokalrunde der unterbrochenen Drittligasaison 2020/2021 konnten die 64er die Partie mit 26:24 für sich entscheiden und erreichten den zweiten Platz vor ihrem saarländischen Nachbarverein. Obwohl die beiden Kontrahenten aktuell lediglich zwei Punkte trennen, haben sich die personellen Voraussetzungen seit Mai in beiden Lagern erheblich verändert. Während die 64er ihre Abgänge vorwiegend mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs ersetzten, verpflichtete die HG Saarlouis drei Top-Spieler, um in der Tabelle wieder einen Spitzenplatz zu erreichen.

Mit Tommy Wirtz landeten sie dabei einen Volltreffer. Der Zweitliga-erfahrene luxemburgische Nationalspieler, der auf Linksaußen agiert, führt die Torschützenliste der Drittligastaffel F mit 75 Toren in neun Spielen vor SV-Kreisläufer Kevin Knieps an, der mit 65 Toren in zehn Spielen Platz zwei belegt.

Doch auch auf dem Rückraum haben sich die Saarländer verstärkt. Mit Lukas Hüller, der zuvor in Schalksmühle in der dritten Liga spielte, konnte die HG einen sehr torgefährlichen Spieler auf der Spielmacherposition verpflichten. Und im linken Rückraum wirbelt mit Adel Rastoder ebenfalls ein Nationalspieler Luxemburgs. Der abwehrstarke Rastoder bildet zusammen mit Wladislaw Kurotschkin das Herzstück der HG-Defensive, hinter der mit Patrick Schulz und Darius Jonczyk das wahrscheinlich beste Torwartgespann der Liga steht.

In der Stadtgartenhalle in Saarlouis gelten am Samstag die 2G-Regeln.