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SV 64 Zweibrücken ärgert sich bei Niederlage in Pforzheim über Schiri-Entscheidungen

Handball-Drittligist SV 64 Zweibrücken : Bullacher macht seinem Ärger nach dramatischem Spiel Luft

3. Handball-Liga: Der Trainer des SV 64 Zweibrücken übt nach knapper Niederlage in Pforzheim Kritik an Unparteiischen.

Fassungslos, ratlos und mächtig aufgebracht standen die Spieler und Trainer des SV 64 Zweibrücken nach der Niederlage bei der TGS Pforzheim in der Bertha-Benz-Halle. Dabei richtete sich ihr Unmut am Samstagabend vor allem gegen die beiden Unparteiischen Kaplan/Scheld aus Hessen, die in der Schlussphase der dramatischen Begegnung durch „drei Fehlentscheidungen“ innerhalb von 90 Sekunden den nicht mehr für möglich gehaltenen Sieg für die Hausherren einleiteten.

In der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerten sowohl TGS-Trainer Tobias Müller, als auch Gäste-Coach Stefan Bullacher ihren Unmut über die „schwache Leistung“ des Schiedsrichtergespanns. Während Müller sich und seine Mannschaft im Spielverlauf benachteiligt sah, konnte Bullacher viele Entscheidungen ab der 45. Minute und vor allem während der letzten 90 Sekunden nicht nachvollziehen. Dass der Sieg für die Gastgeber in der Art und Weise glücklich zustande kam, räumte Müller und einige seiner Spieler nach dem Schlusspfiff sportlich fair selbst ein. Für diese Geste bedankte sich der Zweibrücker Übungsleiter auch am Mikrofon. Gleichzeitig entschuldigte er sich für seine Entgleisung nach dem Schlusspfiff, nachdem er von einem Pforzheimer Zuschauer von der Tribüne beleidigt und angepöbelt wurde. „So etwas muss ich wegstecken können und ich darf bei allen Emotionen nicht so reagieren. Ich habe eine Vorbildfunktion und deshalb entschuldige ich mich für meine Geste“. Sein Statement wurde von den Pforzheimer Zuschauern dann auch wohlwollend mit Applaus bedacht. 

In den 60 Minuten zuvor lieferten sich beide Teams einen großen Kampf. Die ersatzgeschwächten Zweibrücker, die neben ihren Langzeitverletzten auch auf Max Sema und Peter Gohl verzichten mussten, lagen über die gesamte Spielzeit immer in Front. Nach ausgeglichener erster Halbzeit setzten sich die 64er bis zur 42. Minute auf vier Tore ab (15:19). Doch Pforzheim kämpfte sich noch einmal heran. Begünstigt durch eigene Fehler und unglückliche Umstände schmolz der Zweibrücker Vorsprung. So ging zum Beispiel dem 19., 20. und 21. Tor der Pforzheimer jeweils eine Fehlentscheidung voraus. Auf der anderen Seite scheiterte Kevin Knieps zweimal völlig freistehend vor TGS-Keeper Ullrich. Lukas Salzseeler erzielte für die Hausherren erstmals den Ausgleich (22:22/50.). Als Niklas Bayer zwei Minuten vor Schluss zur erneuten 27:25-Führung des SV traf, schien die Vorentscheidung gefallen. Im Gegenzug parierte Alex Dörr gegen Kreisläufer Michal Wysokinski. Doch zum Entsetzen der Gäste entschieden die Unparteiischen auf Strafwurf – den Nicolas Herrmann verwandelte – und auf Zeitstrafe gegen Tom Ihl. Zweibrücken war wieder im Angriff. Tim Götz wurde beim Durchbruch gefoult, doch anstatt eines Freiwurfs gab es Stürmerfoul. Die TGS traf zum 27:27. Auf der Uhr verblieben 45 Sekunden. Bereits nach wenigen Pässen hoben die Schiedsrichter den Arm und zwangen die 64er zum Abschluss. Philipp Kockler verwarf. Im direkten Gegenzug rannte Lucas Gerdon seinen Gegenspieler regelwidrig um und brachte den Ball im Zweibrücker Tor unter. Der Treffer wurde gegeben und Pforzheim gewann.

„Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren, dass wir mit dieser Kritik an den Schiedsrichtern bei den offiziellen Stellen nicht viel Gegenliebe auslösen. Aber ich muss auch meine Jungs schützen“, sagte Bullacher und fügte an: „In Saarlouis haben wir mit zwei verletzten Spielern einen hohen Preis für die schlechte Leistung der Schiedsrichter bezahlt und am Samstag hat die falsche Mannschaft gewonnen. Wir wollen die Klasse halten und wurden jetzt zweimal hintereinander klar benachteiligt. Es reicht jetzt einfach“, redete der sonst so besonnene SV-Trainer Klartext.

Einen knappen 27:26 (17:12)-Heimsieg haben die Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken am Samstag gegen den HC Koblenz gefeiert. Das Team von Rüdiger Lydorf bleibt damit im neuen Jahr ungeschlagen.