SV 64 verpennt den Start

Sehr schwer tat sich die Abwehr des SV 64 Zweibrücken gegen die zweite Mannschaft der SG Kronau-Östringen. So gab es für den Handball-Drittligisten im Auswärtsspiel nichts zu ernten.

Der Tiefschlaf des SV 64 Zweibrücken in der ersten Viertelstunde wird bestraft. Mit 24:30 (14:18) unterlag das Team von Stefan Bullacher in der 3. Handball-Liga bei der SG Kronau-Östringen II, nachdem es von Beginn an einem Rückstand hinterherlaufen musste. "Wir haben in einem fairen Spiel einen verdienten Sieger gesehen", resümierte der SV-Trainer.

Als dieser in der elften Minute seine erste Auszeit nahm, lag seine Mannschaft bereits mit 4:10 hinten. Kurz später wechselte er den glücklosen Keeper Ladi Kovacin aus. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeber aus 13 Angriffen zwölf Tore (12:7) erzielt. "Wir haben gegen die gute SG-Abwehr und gegen den starken Torhüter lange kein Mittel gefunden", betonte Bullacher. Andererseits fanden die SVler aber auch in ihrer normalen 3:2:1-Abwehrformation kaum Zugriff auf die starke Rückraumreihe der SG. Immer wieder traf diese mit Würfen aus der zweiten Reihe. Demgegenüber wirkte die 6:0-Abwehrformation der Gastgeber bestens auf die SV-Truppe eingestellt - und zeigte zudem Torhüter Lucas Bauer, der beste Spieler im Trikot der Bundesligareserve, eine hervorragende Partie. Das verletzungsbedingte Fehlen von Robin Egelhof machte sich beim SV 64 bemerkbar, der Zweibrücker Rückraum blieb in der Anfangsphase blass. Etwas besser wurde es, als Bullacher nach 15 Minuten Yannic Klöckner für Kovacin zwischen die Pfosten stellte. Nils Wöschler kam zudem für Florian Enders, Thomas Zellmer für Philipp Hammann und der erst 17-jährige Niklas Bayer für Tim Burkholder. Vor allem in der Abwehr machten sich diese Umstellungen bemerkbar. Der SV wirkte aggressiver, kämpfte sich jetzt ins Spiel zurück. Bayer war dabei ein belebendes Element, verdiente sich auch ein Sonderlob seines Trainers. Dennoch dauerte es bis zur 22. Minute, bis Klöckner erstmals einen gegnerischen Wurf hielt. Richtig gut waren die Zweibrücker indessen während ihrer eigenen Unterzahlsituationen. Drei Zeitstrafen lösten die SVler mit 5:1 Toren. Dafür lief es kurz vor der Pause bei eigener Überzahl nicht so optimal, denn hier gelang den 64ern kein Torerfolg. So wurden schließlich beim Stande von 18:14 die Seiten gewechselt. "In der ersten Hälfte hatten wir lange kein richtiges Mittel gefunden - und auch nur zwei gehaltene Bälle", haderte der SV- Trainer.

In der zweiten Hälfte steigerten sich die Zweibrücker. Zumindest in der Defensive. Beim 18:21 (41.) waren die 64er wieder auf Schlagdistanz. Doch die HSG-Jugendnationalspieler Rico Groß und David Ganshorn erstickten alle Hoffnungen, erhöhten wieder auf sechs Tore (24:18). Zweibrücken steckte nun aber nicht auf, kam durch zwei Treffer von Tim Burkholder und einen Tempogegenstoß Benni Zellmers erneut heran. Doch in der Schlussphase gingen die Gäste wieder zu fahrlässig mit ihren Chancen um. Hinzu kam das Pech, dass Würfe am Pfosten hängenblieben. Als der gute Linksaußen Leon Bolies fünf Minuten vor Schluss mit seinem fünften Treffer das 22:17 erzielte, war das Spiel entschieden. Die HSG klettert damit auf Rang fünf, der SV 64 rutschte vor dem schweren Auswärtsspiel am Freitag in Leutershausen in abstiegsgefährdete Regionen.

Zum Thema:

SV 64: Kovacin und Klöckner - Burkholder 3, Enders 4/2, Wöschler 2 - Hammann 3, B. Zellmer 4 - Sema - Bayer 3, N. Wöschler 3, T. Zellmer 1, Waryas 1.cg