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SV 64 siegt im Kampf mit offenem Visier

SV 64 siegt im Kampf mit offenem Visier

Die offenen Abwehrreihen der Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken und der HSG Marpingen haben den Zuschauern ein torreiches Derby beschert. Mit 39:34 setzte sich der SV durch und klettert damit auf Rang zwei.

Alles andere als eine Abwehrschlacht haben sich die beiden Spitzenteams der Frauenhandball-Oberliga vom SV 64 Zweibrücken und der HSG Marpingen /Alsweiler im Derby geliefert. Insgesamt 73 Mal zappelte der Ball in dem Nachholspiel am Mittwochabend beim 39:34 (17:18)-Heimsieg des SV 64 im Tornetz. Für die lediglich 75 Zuschauer war es ein kurzweiliges Aufeinandertreffen. Den beiden Trainern Martin Schwarzwald und Thorsten Hell von der HSG dürfte es wegen der "Abwehrverweigerungshaltung" ihrer Spielerinnen zeitweilig allerdings die Sprache verschlagen haben.

Das Tempo war von der ersten Minute an enorm hoch. In der Anfangsphase dominierten dabei die Gäste, die sich bis zur fünften Minute auf 4:1 absetzen konnten. Insbesondere SV-Torjägerin Joline Müller brachte ihr Team trotz der Manndeckung beim 5:5 zum Ausgleich. Es folgte aber die stärkste Phase der Marpinger, die sich durch zwei Treffer von Steffi Scherer und Nadine Klein erneut auf 10:7 absetzten. Bemerkbar machte sich aus Zweibrücker Seite, dass Schwarzwald nach einer Viertelstunde Jugendnationalspielerin Amelie Berger einwechselte. Das Angriffsspiel bekam dadurch etwas mehr Struktur. Marion Weick erzielte den 14:14-Ausgleichstreffer (24.). Spielbestimmend war jedoch der Auftritt von Joline Müller, die in der ersten Halbzeit bereits elf Tore zum 17:18-Pausensstand beisteuerte.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gastgeberinnen das Spielgeschehen. Durch drei Treffer in Überzahl zogen sie auf 21:19 vorbei, lagen erstmals mit zwei Toren vorn. Der Derbysieg deutete sich dann an, als die Zweibrückerinnen in Unterzahl durch ein Kontertor Bergers sowie zwei Treffer Müllers die Führung auf 26:21 ausbauten. Die Punkte waren aber auch nach dem deutlichen 32:23 14 Minuten vor Schluss noch nicht sicher. Marpingen steckte nie auf. Zudem ging der Zweibrücker Spielfluss auch aufgrund einiger Spielerwechsel verloren. So kam die HSG wieder auf 34:36 gefährlich nah heran. Daphne Huber parierte dann aber zweimal gegen die Marpinger Außenspielerinnen, sodass die SV-Frauen im Schlussspurt nochmals wegzogen. "Wir haben in der Phase nach der Pause bis zur 45. Spielminute das Spiel in den Griff bekommen, weil es uns da gelungen war, die Marpinger Rückraumspielerinnen mit Stoppfouls zu bremsen", erklärte der SV-Trainer.

Durch den Sieg im Nachholspiel hat sich sein Team mit 33:11 Punkten wieder auf den zweiten Platz der RPS-Oberliga vorgearbeitet. Am Sonntag erwartet den SV 64 nun um 16.15 Uhr mit der Bundesligareserve von Mainz 05 die Wundertüte der Liga, da immer wieder junge Bundesligaspielerinnen mitwirken.

Zum Thema:

Auf einen BlickSV 64: Huber und Specht im Tor - Zellmer 3, Müller 18/5, Wild 2 - Schlicker, Weick 4 - L. Witzgall 1 - Berger 8, Handermann 2, Schlegel 1, Schoeneich, S. Witzgall und Krein. cg