SV 64 nimmt seine Rolle an

Erfolg hat seinen Preis. Das spürt auch der SV 64 Zweibrücken. Die Mannschaft hat sich nach dem erneuten Aufstieg in die 3. Handballliga Schritt für Schritt nach oben gearbeitet. Die Leistung, derzeit belegt das Team von Trainer Stefan Bullacher Rang drei, bleibt vor der Konkurrenz nicht verborgen, sie wird auf die Talente in den Reihen der Zweibrücker aufmerksam.

So haben die beiden Jugend-Nationalspieler Björn Zintel und Jerome Müller für das kommende Jahr Angebote von höherklassigen Vereinen, sogar aus der ersten Liga, bekommen. Zintel zieht es weg aus dem saarländischen Handballverband. Wohin genau, ist noch unklar. Jerome Müller läuft ab der kommenden Runde beim saarländischen Zweitligisten HG Saarlouis , der Müller natürlich kennt, auf - sollte dieser in der höheren Klasse bleiben. Ein herber Verlust für den SV 64. Doch einer, mit dem zu rechnen war.

Sicher hat der Zweibrücker Verein um den langjährigen Trainer Stefan Bullacher gehofft, Jerome Müller noch bis nach seinem Abitur am Rotenbühl-Gymnasium in Saarbrücken halten zu können. Doch es war immer auch klar, dass der Verein dem talentierten Nachwuchsspieler keine Steine in den Weg legen wird, wenn er ein Angebot eines höherklassigen Vereins und damit die Chance erhält, sich noch einmal weiterzuentwickeln. Dem SV 64 ist seine Rolle als Ausbildungsverein bewusst. Durch die gute Nachwuchsarbeit, den Ruf, den sich der Handballclub erarbeitet hat, ist das Interesse junger talentierter Spieler, das Trikot für die Zweibrücker überzustreifen, mehr denn je gegeben. Für die wirklich Guten wird der SV 64 aber immer eine Durchgangsstation bleiben. Negativ sieht das bei dem Verein niemand.

Für Jerome Müller, der seit sechs Jahren die Jugendmannschaften in Zweibrücken durchläuft, bereits nach dem ersten Aufstieg 2012 sein Drittliga-Debüt feierte, war es eine lange Durchgangsstation. Jetzt ist der erwartete Moment der Trennung gekommen. Natürlich spiele Wehmut mit, wenn man solch einen Spieler gehen lässt, erklärte Bullacher. Aber auch Stolz. Wenn ein Handballer aus den eigenen Reihen den Sprung in höhere Ligen schafft, sei das auch Anerkennung für die Arbeit des Vereins.

Der Schritt des 18-Jährigen ist dabei absolut nachvollziehbar und zugleich vernünftig. Nachvollziehbar, weil das Talent, das 2012 sein Debüt im Nationaldress gefeiert hat, mit der Annahme des Angebots aus Saarlouis die nächste Sprosse auf der Leiter nach oben erklimmt. Vernünftig, weil Jerome Müller zunächst sein Abitur in Saarbrücken ablegt, daher den für den Saarländer naheliegenden Zwischenschritt zur HGS einlegt, bevor er sehr wahrscheinlich zu noch höheren Aufgaben berufen wird. Die Angebote aus der obersten deutschen Liga waren jetzt schon da - werden aber auch im nächsten Jahr wieder kommen, wenn Jerome Müller verletzungsfrei bleibt und seinen Ehrgeiz behält. Wünschen werden ihm das auch seine Teamkollegen und die Verantwortlichen beim SV 64.