Handball-Oberliga Die Löwen zeigen im Stadt-Derby die Zähne

Zweibrücken · Das Zweibrücker Stadt-Derby in der Handball-Oberliga war eine glasklare Angelegenheit. Die vom Abstieg bedrohte und personell gebeutelte VTZ Saarpfalz kann den Favoriten SV 64 Zweibrücken rund 20 Minuten ärgern. Wird aber danach vom Tempo-Handball der Löwen überrollt.

 Tom Grieser (linkes Bild, am Ball) vom SV 64 war kaum zu halten. Er erzielte mit acht Treffern die meisten der Partie.

Tom Grieser (linkes Bild, am Ball) vom SV 64 war kaum zu halten. Er erzielte mit acht Treffern die meisten der Partie.

Foto: Martin Wittenmeier

Die Überraschung blieb aus. Das Zweibrücker Handball-Stadtderby war eine einseitige Angelegenheit. Der SV 64 Zweibrücken setzte sich am Sonntagabend in der Westpfalzhalle klar mit 36:21 (17:11) gegen die VTZ Saarpfalz durch. Diese bestritt die Partie zwar mit großen Personalsorgen. Doch das wollte VTZ-Trainer Marek Galla nur bedingt als mildernden Umstand gelten lassen.

„Auch mit der Aufstellung von heute geht es besser. Wir haben uns zu viele einfache technische Fehler erlaubt und waren im Rückzug oft zu langsam“, monierte Galla. Gerade die Bewegung seiner Spieler nach hinten stieß dem 43-jährigen Slowaken sauer auf. Nach Ballverlusten oder Fehlwürfen seines Teams klingelte es meist postwendend auf der Gegenseite, weil die VTZler beim Gegenstoß der Löwen nicht mehr rechtzeitig hinterherkamen.

Der VTZ-Trainer nahm seine Mannschaft aber auch in Schutz: „Mir haben vorher schon vier wichtige Spieler gefehlt – und Moritz Baumgart fällt dann während der Partie auch noch aus. Danach hat das Zusammenspiel kaum noch funktioniert“.

Die Spieler der VTZ Saarpfalz hatten einen schweren Stand. Hier wird VTZ-Spieler Marian Graff von Philipp Kockler vom Torraum weggedrängt.

Die Spieler der VTZ Saarpfalz hatten einen schweren Stand. Hier wird VTZ-Spieler Marian Graff von Philipp Kockler vom Torraum weggedrängt.

Foto: Martin Wittenmeier

Ohne Julian Kreis und Dominik Rifel, in den letzten Wochen zwei der besten im Team, trat die VTZ praktisch ohne Kreisläufer an. Auch Torhüter Norman Dentzer musste wie seine beiden Teamkollegen krankheitsbedingt passen. Am Donnerstag ereilte Galla dann auch noch die Nachricht, dass er auf seinen besten Schützen verzichten muss. Abderrahmane Belhadi, im Hinspiel gegen den SV 64 mit neun Treffern ein ständiger Unruheherd, erlitt einen Arbeitsunfall und wird vorerst fehlen. In der Partie selbst verletzte sich Moritz Baumgart nach einem Zusammenprall am Oberschenkel und konnte nur noch von außen zuschauen.

Auch die Löwen konnten zum Derby nicht mit voller Kapelle antreten. Neben den Langzeitverletzten Niklas Bayer und Tom Ihl fehlte auch Patryk Folszny. Der polnische Schlussmann, der mit Damian Zajac das Torwart-Duo bildete, hat den Verein verlassen und wird nun von Benedict Haubeil aus dem Saarlandligateam der Löwen vertreten.

Die Spieler des SV 64 Zweibrücken feierten mit ihren Fans unter den rund 750 Zuschauern in der Westpfalzhalle den klaren Sieg im Stadt-Derby gegen die VTZ Saarpfalz.

Die Spieler des SV 64 Zweibrücken feierten mit ihren Fans unter den rund 750 Zuschauern in der Westpfalzhalle den klaren Sieg im Stadt-Derby gegen die VTZ Saarpfalz.

Foto: Martin Wittenmeier

In den ersten 20 Minuten konnte die VTZ Saarpfalz vor rund 750 Zuschauern noch halbwegs mithalten. Das Team von Galla suchte mit lange vorgetragenen Angriffen die Lücken im Abwehrverband der 64er. Und vor allem mit der rechten VTZ-Angriffsseite um Tobias Stauch und Tomas Kraucevicius, der mit fünf Toren erfolgreichster Schütze seiner Mannschaft war, hatten die 64er durchaus ihre Probleme. Zwar setzte sich der SV, der in der Tabelle auf Rang drei liegt, zunächst auf 11:6 ab. Doch die vom Abstieg bedrohte VTZ antwortete mit drei Treffern in Serie und stellte den Anschluss wieder her.

Doch nach dem Ausfall Baumgarts war Galla noch mehr als ohnehin schon zum Improvisieren gezwungen. Mit Hendrik Rolshausen beorderte er seinen Linksaußen in den Rückraum, in der zweiten Halbzeit dann mit Tobias Stauch auch noch seinen Rechtsaußen.

Der SV 64 Zweibrücken wurde im Derby gegen die VTZ Saarpfalz wieder frenetisch von seiner „weißen Wand“ unterstützt.

Der SV 64 Zweibrücken wurde im Derby gegen die VTZ Saarpfalz wieder frenetisch von seiner „weißen Wand“ unterstützt.

Foto: Martin Wittenmeier

Ende der ersten Hälfte setzte sich der SV 64 ab. Die VTZ kam mit dem flinken Umschaltspiel des Gegners immer weniger zurecht. Die SV-Mannschaft von Trainer Stefan Bullacher, bei der Tom Grieser die meisten Tore erzielte (8), legte angefeuert von ihrer weißen Fan-Wand einen 6:1-Lauf auf die Platte und ging mit einer komfortablen Führung (17:11) in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel ließ der SV 64 nichts anbrennen und setzte sich kontinuierlich ab. Bei der VTZ schwanden nun merklich die Kräfte, während das Team von Bullacher nach wie vor aufs Gaspedal trat. Die VTZ versuchte ihre Angriffe weiter lange auszuspielen, entfaltete gegen die flexible Defensive des SV aber zu wenig Wucht – und sah sich nun immer häufiger mit drohendem Zeitspiel konfrontiert. Nach zwölf Minuten im zweiten Durchgang war die Führung der Löwen schon auf zehn Tore (24:14) angewachsen. Die Partie war damit entschieden. Am Ende setzte Tim Eisel, A-Jugendspieler des SV 64, mit seinem Treffer zum 36:21 den Schlusspunkt unter die Begegnung.

Auf der Gegenseite dürfte auch Fabian Wolf von der VTZ die Partie trotz der Klatsche in guter Erinnerung behalten. Der Torwart feierte sein Oberliga-Debüt und konnte dabei auch gleich einen Ball entschärfen.

Stefan Bullacher war nach der Partie zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Wir sind heute unserer Favoritenrolle gerecht geworden. Die Jungs haben das Spiel mit großer Motivation und viel Freude an sich gerissen. Solche Auftritte lieben unsere überragenden Fans, die uns heute wieder großartig unterstützt haben. Und ich hoffe, dass wir das bis zum Ende der Saison noch häufig sehen werden“.

Am kommenden Samstag empfängt sein Team um 18 Uhr den Tabellenzehnten SG Saulheim in der Westpfalzhalle.

Die VTZ Saarpfalz tritt am Samstag um 19.30 Uhr beim Achten TV Nieder-Olm an. „Wenn wir hoffentlich wieder annähernd vollzählig sind, dann können wir dort überraschen“, prophezeit Galla.

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