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Südwestderby in 3. Liga: 1. FC Saarbrücken empfängt 1. FC Kaiserslautern

1. FC Kaiserslautern vor Derby in Saarbrücken : Nicht chancenlos zum „derzeit stärksten Team“

1. FC Saarbrücken gegen 1. FC Kaiserslautern – das verspricht von jeher heiße Südwestderbys. Erstmals treffen die beiden Rivalen am Sonntag in der 3. Liga aufeinander, erstmals seit 1997 überhaupt wieder in einem Pflichtspiel.

Ja, die Last war groß. Die, die von der Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern nach dem ersten Heimsieg der Saison abgefallen ist. Dementsprechend riesig war nach dem späten 1:0 gegen Lübeck unter der Woche auch die Freude beim Fußball-Drittligisten. Lange andauern durfte diese Euphorie allerdings nicht. Nicht nur, weil die Partie zahlreiche personelle Fragezeichen hinterlassen hat, sondern auch, „weil der Fokus gleich auf das nächste Spiel gerichtet wurde“, wie Trainer Jeff Saibene erklärt. Auf das Südwestderby zweier alter Rivalen. Denn am Sonntag, 14 Uhr, müssen die Pfälzer zum Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken in den Ludwigspark.

Dieses Duell war in der Vergangeheit stets ein Zuschauermagnet, bei dem es abseits des Platzes nicht immer friedlich zuging. Mehr als 20 Jahre nach der letzten Pflichtspiel-Begegnung – im September 1997 setzte sich der FCK im DFB-Pokal klar mit 4:0 gegen den FCS durch – duellieren sich die beiden Teams am Sonntag vor leeren Rängen. Wenn von den Spielern im aktuellen Kader der Lauterer auch nur die wenigsten die Bedeutung dieser Partie für die eigenen und gegnerischen Anhänger wirklich begreifen dürften, so betont Saibene doch: „Klar ist Saarbrücken ein großes Thema. Weil es ein Derby ist, weil es ein heißes Spiel ist, aber auch, weil es eine sehr sehr gute Mannschaft ist. Momentan wahrscheinlich die beste der Liga.“ Die Saarländer seien extrem offensivstark, sehr schnell, sehr torgefährlich und voller Selbstvertrauen. „Die machen wirklich einen richtig guten Eindruck“, gerät der FCK-Coach ob der Spielweise des furios gestarteten Aufsteigers ins Schwärmen. Fügt aber gleich an: „Es ist für uns ein besonderer Reiz, da motiviert dagegen zu halten.“ Zumal auch die Pfälzer ihre letzten fünf Partien nicht verloren haben. „Wir haben dabei aus dem Spiel heraus kein Gegentor bekommen. Wir haben auch vieles gut gemacht in letzter Zeit, stehen sehr stabil“, macht er klar, dass seine Mannschaft allen Grund hat, mit Selbstvertrauen im Ludwigspark anzutreten. „Mit dem Wissen, dass wir gegen einen guten Gegner spielen, aber, dass wir auch nicht chancenlos sind.“

Um diese Chance zu nutzen, müsse es unter anderem gelingen, die beiden torgefährlichen Offensivmänner des FCS, Sebastian Jacob und Nicklas Shipnoski (je 6 Treffer), aus dem Spiel zu nehmen. „Heutzutage fängt das Verteidigen allerdings schon im Sturm an und das geht bis hinten zum Torwart. Wir machen das extrem gut. Und es wird auch am Sonntag so sein, dass wir im Kollektiv verteidigen müssen“, betont Saibene, der dabei aber nicht nur vor den beiden ehemaligen Lauetrern Jacob und Shipnoski warnt: „Der FCS ist individuell sehr gut besetzt. Gerade auch mit Manuel Zeitz im zentralen Mittelfeld.“

Mit welcher Mannschaft Jeff Saibene selbst am Sonntag dem 1. FC Saaarbrücken Paroli bieten will, das ist eine seiner größten Sorgen. Neben fünf Langzeitverletzten fällt dem FCK auch Außenverteidiger Philipp Hercher aus. Kapitän Carlo Sickinger ist nach einer muskulären Verletzung noch nicht zurück im Mannschaftstraining und fällt wahrscheinlich ebenfalls aus. Die Einsätze der Mittelfeldspieler Hikmet Ciftci und Hendrick Zuck (beide starke Prellungen) seien „sehr fraglich“, sagte Saibene am Freitag mit betrübter Miene. Nichtsdestotrotz setzt der FCK-Coach auf den Rückenwind und die mentale Stärkung aus dem ersten Heimsieg, um womöglich am Sonntag auch beim Südwest-Rivalen über die nächsten Punkte jubeln zu dürfen.