Sprung in die nationale Spitze

Viele Sportler träumen von klein auf von einer großen Karriere , unzählige kämpfen Tag für Tag hart dafür - nicht viele schaffen letztlich den Sprung. Stetig nach oben geht dieser Weg in den vergangenen Jahren aber für Marlene Hüther.

Bei den deutschen Meisterschaften der Schwimmer in Berlin hat die 16-jährige Dietrichingerin nun den nächsten Schritt in diese Richtung gemacht. Ihr Ziel, sich auf nationaler Ebene auf der Langbahn zu etablieren, hat das Ausnahmetalent der Wassersportfreunde Zweibrücken bravourös gemeistert. Mit drei Podestplätzen ist Hüther in der nationalen Spitze angekommen, hat damit auch im Kampf um die Tickets für die WM im russischen Kasan - dem letzten großen Kräftemessen vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro/Brasilien 2016 - ordentlich mitgemischt. Gold gab es mit der 4x200-Meter-Freistil-Staffel der SSG Saar Max Ritter mit neuem deutschen Rekord. Über die 200 Meter Lagen und die 200 Meter Freistil gewann sie mit jeweils Bronze ihre ersten DM-Einzelmedaillen auf der Langbahn. Über die Freistildistanz haben in der Zeitaddition die vier Erstplatzierten die Normzeit für die Weltmeisterschaften Ende Juli, Anfang August für die Staffel unterboten. Meldet der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) um Bundestrainer Henning Lambertz eine an, könnte für Hüther ein nächster großer Höhepunkt in der Karriere mit der ersten Teilnahme an der Langbahn-WM anstehen. Für den Schützling von Landestrainer Ralf Steffen wäre das der Lohn für die Arbeit der vergangenen Wochen, Monate und Jahre - aber dennoch nur ein weiterer großer Zwischenschritt auf dem Weg nach Rio. Das große Ziel, auf das Hüther hinarbeitet.

Bei den Kurzbahnmeisterschaften Ende des vergangenen Jahres hatte die Dietrichingerin ihre Topform mit überraschenden fünf Medaillen bereits angedeutet, den ersten Fuß in die Tür bei den Aktiven geschoben. Der ganz Schritt hindurch ist ihr mit dem Transfer der Leistungen auf die Langbahn nun gelungen. Ihr Leistungsvermögen hat Marlene Hüther genau zum Richtungen Zeitpunkt unter Beweis gestellt, jetzt, wo der Kampf um die Tickets für die Olympischen Spiele gut ein Jahr davor an Fahrt aufnimmt.

Überraschend kommt der Erfolg der Schülerin des Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasiums nicht. Große Entbehrungen bringt das Schwimmtalent seit Jahren für ihren Sport. Um die 60 Kilometer legt Hüther allein im Becken wöchentlich zurück. Der Aufwand, den das Mitglied des DSV-Perspektivkaders Tag für Tag neben der Schule betreibt, ist enorm. Mit dem Erfolg wird dieser nicht weniger. Dennoch beeindruckt die Kontinuität, mit der die 16-Jährige von Wettkampf zu Wettkampf, von Strecke zu Strecke immer wieder ihre Topleistung abruft. Das dürfte Ansporn sein, ihren Plan, den sie gemeinsam mit Ralf Steffen verfolgt, sich Schritt für Schritt weiter in die Elite vorzuarbeiten, durchzuziehen. So rückt auch die Olympia-Teilnahme 2016 am Zuckerhut - der Traum eines jeden Sportlers - in greifbare Nähe.