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Sportlich geht's für den 1. FC Kaiserslautern in den Endspurt

1. FC Kaiserslautern : Frist für Investoren-Angebot verlängert

Die sportliche Bilanz des 1. FC Kaiserslautern auf dem Platz seit dem Re-Start der 3. Liga kann sich sehen lassen. Die gute Serie will Trainer Boris Schommers am Mittwoch in Halle ausbauen. Hinter verschlossenen Türen geht derweil der Existenzkampf des Vereins weiter.

Eine „sehr intensive Saison“ biegt auf die Zielgerade ein. Zumindest für Mannschaft und Trainer des 1. FC Kaiserslautern. Während die Verantwortlichen im Hintergrund um die Existenz des Vereins kämpfen, mit Gläubigern und Investoren verhandeln, blickt Coach Boris Schommers mit seiner Mannschaft auf die letzten beiden Spiele der Runde in der 3. Fußball-Liga. Am Mittwochabend (19 Uhr) steht im Endspurt zunächst die Auswärtspartie beim Halleschen FC auf dem Programm, zum Abschluss am Samstag (14 Uhr) folgt das Heimspiel auf dem Betzenberg gegen den derzeitigen Spitzenreiter FC Bayern München II.

Und trotz der hohen Belastung der zurückliegenden englischen Wochen, obwohl der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist, will Boris Schommers keinesfalls nachlassen. Für den Tabellen-14. aus Halle geht es am Mittwoch noch um den letzten nötigen Zähler zum Klassenerhalt. „Aber wir haben grundsätzlich unsere eigenen Ziele“, betont der 41-Jährige am Dienstag. Nach der „sehr guten Serie“ mit fünf Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen gehört der FCK zu den Top 5 der Liga seit dem Re-Start. „Das wollen wir auch in den letzten beiden Partien bestätigen.“ Um auch aus Halle etwas Zählbares mitzunehmen, sei es von Beginn an nötig, mit 100 Prozent ins Spiel zu gehen. „Gegen Viktoria Köln (3:0) ist uns das in der Anfangsphase nicht gelungen, da hat man gesehen, dass es sehr schwierig werden kann.“ Trotz des zehnten von elf Spielen in den fünf Wochen seit der Corona-Unterbrechung sei die Mannschaft gewillt.

Doch auch der Hallesche FC, der in dieser Runde ein Auf und Ab erlebt habe, „hat durch die letzten beiden Partien (5:3 gegen Jena, 2:2 gegen Duisburg) bestimmt nochmal an Sicherheit gewonnen“, warnt Schommers. Er erwartet einen Gegner, der alles in die Partie einbringen wird, um den nötigen Punkt zum Klassenverbleib zu sichern.

An seiner in den vergangen Wochen erfolgreiche Rotation in der Startaufstellung will der FCK-Trainer auch in Halle festhalten. „Ich denke, wir sind gut damit gefahren, wie wir die Belastung gesteuert haben“, erklärt er. Klar ist, dass Avdo Spahic – wie schon in den vergangenen beiden Spielen – für Lennart Grill zwischen die Pfosten rücken wird. Nach seinem letzten Training mit den Lautrern am Dienstag macht sich Grill auf zu seinem neuen Arbeitgeber Bayer Leverkusen. Als Ersatzkeeper wird Matheo Raab auf der Bank Platz nehmen. Sein auslaufender Vertrag wurde ebenso wie der von André Hainault vorerst bis zum Ende der Saison verlängert. Anders als die Arbeitspapiere von Alexander Nandzik, Christoph Hemlein und Gino Fechner. Elias Huth wird die Saison für Zwickau zu Ende spielen, bevor er zurückkehrt.

Auch mit Blick auf die kommende Runde konnte Boris Schommers zahlreiche Erkenntnisse aus den zurückliegenden Spielen ziehen. „Neben all dem Schwierigen mit der Belastungssteuerung, den elf Begegnungen in solch einem kurzen Zeitraum, hatten wir natürlich die Möglichkeit, vielen Spielern Einsatzzeit zu geben. Das hilft uns, den einen oder anderen Spieler nochmal zu bewerten, auch hinsichtlich der neuen Saison. Da haben wir schon etwas Positives rausziehen können“, betont der FCK-Trainer.

Zu der finanziellen Situation, zu dem potenziellen Investor kann Boris Schommers nichts sagen. „Wie ich damit umgehe? Indem ich froh bin, dass wir in den englischen Wochen die Vor- und Nachbereitung der Spieltage so hinbekamen, dass wir ordentliche Partien absolviert haben. Und ich hatte in den letzten Tagen genug mit einem Gegner zu tun, der uns alles abverlangen wird – dementsprechend habe ich mich aufs Sportliche konzentriert.“

Gut zwei Wochen nach dem Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung steht der FCK zwar sportlich nicht mehr unter Druck, finanziell aber allemal. Immerhin wurde die ursprünglich am heutigen Dienstag, 24 Uhr, endende Frist für das vorliegende Investoren-Angebot verlängert, wie der Verein am Abend mitteilte. Allerdings soll das Angebot an einen Schuldenschnitt geknüpft sein (wir berichteten). Derzeit plagen den Traditionsclub aus der Pfalz Verbindlichkeiten von rund 24 Millionen Euro. Für die Vereinsverantwortlichen um Geschäftsführer Soeren-Oliver Voigt, der immer wieder gebetsmühlenartig erklärt, die Gespräche liefen „auf Hochtouren“, werden auch die kommenden Wochen noch sehr intensiv bleiben.