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Spiel für SV 64 nach 20 Minuten gelaufen

Spiel für SV 64 nach 20 Minuten gelaufen

Handball-Drittligist kassiert bei löchriger Abwehr und schwacher Trefferquote deutliche 21:34-Klatsche in Balingen.

"Im Süden nichts Neues" - mit dieser Erkenntnis haben sich die Handballer des SV 64 Zweibrücken am Sonntagabend auf die Heimreise vom Drittligaspiel bei der HBW Balingen-Weilstetten II gemacht. Wie in allen bisherigen Aufeinandertreffen gab es auch dieses Mal wieder eine Klatsche für die 64er, die mit 21:34 (7:16) unterlagen. Die personellen Voraussetzungen waren dabei aus Zweibrücker Sicht alles andere als gut. Dennis Götz fehlte weiter wegen seiner im vergangenen Spiel erlittenen Lippenverletzung. David Oetzel war krank, musste nach dem Aufwärmen die Segeln streichen, und Benni Zellmer fehlte berufsbedingt. Hinzu kamen die Ausfälle der Langzeitverletzten Tim Burkholder, Jonas Denk und Patrick Bach. Damit war ein Großteil der erfahreneren SV-Spieler nicht dabei, sodass Trainer Tony Hennersdorf mit einer ganz jungen Mannschaft antreten musste. "Heute hatte ich acht Spieler im Kader, die in dieser beziehungsweise der letzten Saison noch in der Jugend spielten."

Ganz schwach kamen die Gäste dann in die Partie. Bereits nach 20 Minuten war diese entschieden. Auf 9:2 waren die Balinger weggezogen, nutzten die teilweise fehlende Zweibrücker Erfahrung aus. Unterstützt wurde der Gastgeber von einer Zweibrücker Mannschaft, die ihre taktischen Vorgaben schlecht umsetzte, immer wieder ungefährlich und zumeist per Schlagwurf aus dem Rückraum aufs Balinger Tor zielte. Und eben dieses Balinger Gehäuse wurde von Jonas Baumeister bestens gehütet. Der Keeper spielte hervorragend mit seiner 6:0-Abwehrformation zusammen und schaffte es so häufig, den Zweibrückern den Schneid abzukaufen. So hatten die 64er bereits bei Halbzeit 18 Fehlversuche zu Buche stehen, in der 3. Liga eine unterirdische Quote. "Unser Spiel ist geprägt von zwei wesentlichen Komponenten", sagte Hennersdorf bereits in der Pause: "Vorne werfen wir viel zu viel aus dem Stand und hinten vermitteln wir überhaupt nicht den Eindruck, dass wir heute Abwehr spielen wollen."

Vor allem die Halbangreifer, Thorben Kirsch im linken und Rene Zobel im rechten Rückraum, bekamen die 64er nicht unter Kontrolle, agierten allerdings auch viel zu passiv, als dass sie die körperlich starken Spieler der Balinger vom eigenen Wurfkreis hätten fernhalten können. Daran änderte auch die frühe Disqualifikation von HBW-Spielmacher Falk Kolodziej nichts, der nach einem unabsichtlichen Gesichtstreffer bei Till Wöschler vom Schiedsrichtergespann die Rote Karte erhielt (27.). Kolodziejs Vertreter Jan Bitzer, der auf Linksaußen begonnen hatte, war nun wesentlich torgefährlicher, traf fünfmal aus dem Rückraum. Die meisten Balinger Tore erzielte jedoch Michael Seiz, der neunmal traf, achtmal per Siebenmeter. Alleine die Siebenmeterquote belegte, dass die SV-Defensive häufig zu spät kam. Nachdem die Begegnung nach 30 Minuten und einem 16:7-Zwischenstand bereits entschieden war, fanden die 64er auch in der zweiten Hälfte nur sehr schwer ins Spiel. Eine Viertelstunde vor Schluss war der SV mit 13:25 deutlich abgeschlagen, zeigten den etwa 300 Zuschauern dann aber doch in einigen Szenen, dass sie auch Handball spielen können. Max Sema vom Kreis, Tim Schaller von Linksaußen sowie Tobias Alt per Tempogegenstoß trafen dreimal hintereinander. Die klare Pleite konnten die 64er allerdings nicht abwenden.

Das Schlusslicht aus Zweibrücker hat nun am Samstag eine weitere weite Reise zum TuS Fürstenfeldbruck vor sich.