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Amateur-Fußball: September, Oktober oder doch erst im März?

Amateur-Fußball : September, Oktober oder doch erst im März?

Soll die Saison in den Fußball-Amateurligen nach der Corona-Unterbrechung weiter gehen? Und wenn ja, wann? Unter den Trainern der Vereine in der Region herrscht diesbezüglich Uneinigkeit.

Der saarländische Fußballverband (SFV) berät gerade darüber, wie die Saison 2019/20 zu Ende gebracht werden kann. Abbrechen oder Aussetzen  sind die zentralen Fragen. Wenn weitergespielt werden soll, muss auch die Frage „wann genau?“ beantwortet werden. Da gehen die Meinungen stark auseinander.

SFV-Vize Zöhler plädiert dafür irgendwann weiterspielen zu lassen. „Wenn man die Saison ab der Saarlandliga abwärts abbricht und die aktuelle Tabelle für Auf- und Abstieg bewertet, könnte es rechtliche Probleme beziehungsweise Haftungsprobleme geben.“ Sportlich gerechter sei es allemal. Das betont auch FCH-Trainer Jürgen Luginger, der irgendwann weiterspielen für „die sportlich gerechteste Lösung“ hält.

Zöhler kann sich nicht vorstellen, dass im Mai oder Juni wieder gekickt wird. Und so kommunizierte es der SFV-Vize auch den saarländischen Vereinen in einer Videokonferenz am Freitag. „Der SFV geht davon aus, dass bis zum 31. August nicht mehr gespielt wird.“ Einen Re-Start im September oder Oktober halte er für realistisch.

Das könnte laut Zöhner die Folge haben, dass man die darauffolgende Saison im Kalenderjahr 2021 spielen müsste. So wird es zum Beispiel in den skandinavischen und baltischen Ländern gemacht. Zöhler hat noch einen anderen Vorschlag: „Eine weitere Möglichkeit wäre, dass man im März 2021 die zur Zeit unterbrochene Saison bis Mai zu Ende spielt und man dann wieder im normalen Spielrahmen wäre.“

Peter Rubeck, der Trainer des Verbandsligisten SG DJK Ballweiler/SV Wolfersheim, hält es durchaus für denkbar, dass die aktuelle Saison erst im März 2021 weitergeführt wird. Ihm wäre das lieber, als die Saison einfach für beendet zu erklären. „Gegen einen vorzeitigen Abbruch und die Wertung des jetzigen Tabellenstandes, spricht eindeutig die sportliche Gerechtigkeit, denn im Aufstiegs- und Abstiegskampf könnte sich ja noch einiges ändern.“ Der Ballweiler-Trainer stellt aber klar: Der Entscheidung, die der SFV über die Wertung der Saison fällen wird, „werden wir uns natürlich anschließen.“

Der Trainer des Landesligisten TSC Zweibrücken, Jan Weinmann, will sich nicht mit Vorschlägen in die Debatte einmischen. „Ich kann da keine Empfehlung geben und bin auch froh, dass ich das nicht entscheiden muss“, so der TSC-Coach. Weinmann weiß, dass, wenn es irgendwann weitergehen sollte, 14 Tage Vorbereitungszeit für Training vorgesehen ist. So haben es der Südwestdeutsche Fußballverband (SWFV) und auch der SFV formuliert. Das sei wichtig für die Vereine.

Besonders relevant dürfte die Entscheidung Abbruch oder Weiterspielen für die SG Rieschweiler sein. Die Mannschaft von Trainer Steffen Sprau ist zur Zeit Tabellenvorletzter der Verbandsliga Südwest und wäre damit Absteiger. „Natürlich wollen wir von der SG Rieschweiler, dass die Saison irgendwann zu Ende gespielt wird, um noch den Klassenerhalt zu schaffen. Die Chance besteht ja, da noch ein Drittel der Saison zu spielen wäre“, sagt Sprau. Die Entscheidung sei jedoch keine Einfache und man hätte auch Verständnis, sollte sie nicht zu Gunsten der SGR ausfallen. Hat Steffen Sprau ein Lieblingsszenario? „Sinnvoll wäre es, wenn wir im September oder Oktober weiterspielen könnten.“ Und dann gäbe es ja noch die Möglichkeit es so zu machen wie die Handballer. Bei denen steigt kein Verein unterhalb der Oberliga in die nächsttiefere ab.

Unsicherheit herrscht nicht nur bei Peter Rubeck, Trainer der SG Ballweiler, wie es in Zeiten des Coronavirus sportlich weitergeht. Foto: Hagen/Markus Hagen
Trainer Steffen Sprau von der SG Rieschweiler gegen Idar-Oberstein. Foto: Wittenmeier Foto: maw/Martin Wittenmeier
Die Trainer der Vereine in der Region – Peter Rubeck (oben links), Jan Weinmann (oben rechts), Steffen Sprau (unten links) hoffen, dass die laufende Saison irgendwie zu Ende gebracht werden kann. Wie das konkret geschehen soll, darüber sind sie sich uneinig. Andreas Sorg glaubt an einen Abbruch. Foto: Markus Hagen
Adrian Zöhler stellte sich am Donnerstag und Freitag in einer Videokonferenz den Fragen der saarländischen Amateurclubs. Foto: dpa/Birgit Reichert

Der allgemeine Tenor ist es also, die Saison fortzuführen. Doch es gibt auch Befürworter eines Abbruchs. „Ich persönlich glaube, dass es unumgänglich sein wird, die Saison abzubrechen. Die bisherigen Spielausfälle werden nicht mehr nachgeholt werden können“, sagt Andreas Sorg, der scheidende Cheftrainer von Saarlandligist FC Homburg II. Weil letztendlich niemand wisse, wann der Alltag zurückkehrt, findet Sorg, dass man die Saison 2019/20 annullieren sollte. Sein Vorschlag: Die Besetzung der Ligen für die nächste Saison soll so belassen werden, wie sie jetzt ist. Für Sorg, wäre das der vernünftigste Weg, auch wenn es ihm Leid täte für die Mannschaften, die derzeit ganz oben stehen. „Eventuell könnte man die Ligen mit unangefochtenen Tabellenführer dieser Saison noch aufstocken.“