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Schwimm-Stadtmeisterschaften: Schwimmstars aus der zweiten Reihe

Schwimm-Stadtmeisterschaften : Schwimmstars aus der zweiten Reihe

Rund 75 Teilnehmer im Alter von vier bis 74 Jahren waren am Wochenende bei den Zweibrücker Stadtmeisterschaften im Schwimmen am Start. Die Topathleten der Wassersportfreunde fehlten dagegen im Badeparadies.

Die großen Namen fehlten am Samstagvormittag bei den Zweibrücker Stadtmeisterschaften im Schwimmen. Und auch die Teilnehmerzahl war etwas geringer als in den letzten Jahren. Rund 75 Starter wurden von den ausrichtenden Wassersportfreunden (Wsf) im Badeparadies gezählt, die meisten gingen mehrfach ins Wasser und nahmen den Kampf um die Titel und Platzierungen auf. Dabei war Wsf-Wasserratte Felix Schmitt mit seinen gerade einmal vier Jahren der jüngste Teilnehmer, Helmut Vogel, Jahrgang 1943, der älteste. Wsf-Vorsitzender Matthias Fritzke zog nach der letzten Siegerehrung durch Bürgermeister Christian Gauf (CDU) eine positive Bilanz der Wettkämpfe.

„Aus organisatorischer Sicht gibt es nichts zu meckern, alles hat reibungslos funktioniert. Wir sind da mittlerweile ein eingespieltes Team. Und viele Schwimmer konnten persönliche Bestzeiten aufstellen“, betonte Fritzke. Einer stach dabei besonders heraus: Wsf-Athlet Christopher Umlauf. In sämtlichen Disziplinen seiner Altersklasse (Jahrgang 2000) stand der 17-Jährige ganz oben auf dem Treppchen, dreimal sogar mit neuer Bestzeit. Über die 50 Meter Freistil (25,94 sec), 50 Meter Brust (34,79 sec), 50 Meter Schmetterling (27,65 sec), 50 Meter Rücken (32, 50 sec) und die abschließenden 100 Meter Lagen, die er in 1,09,88 Minuten absolvierte, war der gebürtige St. Ingberter nicht zu schlagen. „Christopher schwimmt jetzt seit eineinhalb Jahren bei uns, der hat viel Potenzial und wird noch besser“, lobte Fritzke das Nachwuchstalent.

„Just for fun“ hatte Laura Albrecht an den Stadtmeisterschaften teilgenommen. „Man trifft Kinder, die man früher mal trainiert hat. Das ist eine tolle Sache“, erklärte die 19-Jährige. Die Schwimmerin und Nachwuchs-Trainerin der Wassersportfreunde musste in der letzten Zeit kürzer treten. Als Studentin für Förderschullehramt habe sie für das eigene Training nicht mehr die Zeit, erzählte sie, die Uni gehe jetzt vor. „Ich habe seit 2014 nicht mehr intensiv trainiert.“ Über die 50 Meter Brust (42,53 sec) und 50 Meter Rücken (40,45 sec) konnte sie aber dennoch zwei Siegerurkunden einheimsen. „Ich war allerdings auch die einzige Starterin in meinen Jahrgang“, räumte sie lachend ein.

Von der Besetzung her konnte die Stadtmeisterschaft ansonsten nicht ganz mit den Vorjahresveranstaltungen mithalten. Dazu fehlten einfach die derzeitigen Wsf-Spitzenschwimmer, wie Michael Raje und Lukas Fritzke, die zur gleichen Zeit bei den Vorläufen zum deutschen Mannschaftswettbewerb der Jugend (DMSJ) in Mainz für die SSG Saar Max Ritter im Einsatz waren. „Auch viele unserer Betreuer sind in Mainz vor Ort und helfen dort als Kampfrichter aus“, erklärte Matthias Fritzke.

Allerdings hat der Vorsitzende der Wassersportfreunde eine gefährliche Entwicklung im Schwimmen festgestellt. „Bei uns im Verein sind die Schwimmkurse zwar ausgebucht und wir könnten mehr Kapazität brauchen. Aber grundsätzlich ist das Schwimmen doch rückläufig.“ Woran das liege, könne er nicht genau sagen. „Vielleicht ist es vielen Eltern einfach zu anstrengend, mit ihren Kindern ins Schwimmbad zu gehen.“ Deshalb seien die Stadtmeisterschaften als Jedermann-Veranstaltung auch so wichtig. „Im Vordergrund stehen nicht zwingend Topzeiten, sondern es geht vor allem darum, Kinder zum Schwimmen zu animieren.“ Es sei einfach notwendig, dass ein Kind schwimmen kann.