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Fußball: Schommers lässt sich nicht verrückt machen

Fußball : Schommers lässt sich nicht verrückt machen

Der 1. FC Kaiserslautern spielt am Samstag gegen Zwickau und will zum ersten Mal 2020 dreifach punkten. Von einer angeblichen Krise will FCK-Trainer Boris Schommers nichts wissen.

Die Vorzeichen vor dem Heimspiel gegen Zwickau am Samstag auf dem heimischen Betzenberg könnten besser sein für Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern. Bisher lief es 2020 noch überhaupt nicht rund für die Roten Teufel. Aus der nicht zufriedenstellenden Remisserie zu Beginn des Jahres, bei der immerhin die Leistung stimmte, schlittert der FCK immer mehr in eine sportliche Krise. Bei der 0:2-Niederlage beim Aufstiegsaspiranten in Braunschweig bemängelte Trainer Schommers zuletzt die Einstellung seiner Spieler.

So ist der 1. FC Kaiserslautern in den letzten Wochen in der Tabelle immer weiter runtergereicht worden. Platz 14 bei nur noch fünf Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz sprechen Bände. Ein Sieg gegen den Tabellennachbarn FSV Zwickau sollte her. Die Vorzeichen bei den Gästen sind jedoch ganz andere. Im Gegensatz zu den Pfälzern konnten die Westsachsen am vergangenen Wochenende gegen ein Spitzenteam bestehen. Völlig überraschend schlug der FSV  den Tabellenführer MSV Duisburg und zog damit an den Lauterern vorbei. Zwickau ist drauf und dran sich aus dem Abstiegskampf zu verabschieden, während der FCK aufpassen muss nicht hineinzugeraten.

Kaiserslauterns Trainer Boris Schommers nahm seine Mannschaft auf der Pressekonferenz am Donnerstag daher in die Pflicht: „Grundsätzlich sind wir alle nicht zufrieden mit der Punkteausbeute. Wir wissen, dass wir punkten müssen. Wir wollen punkten, wir lassen uns aber nicht verrückt machen.“

Trotz der zuletzt schwachen Ausbeute will der Trainer von Krisengerede nichts wissen. „Wenn wir jetzt von einer Talsohle sprechen, dann müssen wir ja im Dezember auf dem Mount Everest gewesen sein“, sagte der 41-Jährige. Eine Rückkehr in die 2. Liga scheint derzeit dennoch aussichtslos. Schommers sagte, er spüre dennoch das „hundertprozentige Vertrauen“ der neuen Gremien im krisengebeutelten Verein und bezeichnete die Zusammenarbeit als „sehr, sehr gut“.

Abseits des Sportlichen hat der FCK derzeit noch weitaus größere Baustellen. Die Pfälzer kämpfen um die Lizenz für die neue Saison und hoffen auf einen Investor. Für den FCK ist die Höhe der Stadionmiete ein zentraler Faktor, um auch in der nächsten Spielzeit eine Lizenz vom Deutschen Fußball-Bund zu erhalten. Zuletzt versuchten die Verantwortlichen alles, um zu erreichen, dass die Stadt Kaiserslautern die Pacht für das Fritz-Walter-Stadion senkt. Das gelang nicht. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) der Stadt hatte am Mittwoch zwar einer Minderung der Pacht für die Nutzung des Fritz-Walter-Stadions zugestimmt – aber nur bis Ende des Jahres. Ab der kommenden Saison muss der FCK 625 000 Euro zahlen. Aktuell hat der Verein noch 3,2 Millionen Euro Verbindlichkeiten bei der Stadt.

Der neue Beiratsvorsitzende Markus Merk will eine drohende Insolvenz des Fußball-Drittligisten mit aller Macht verhindern. „Insolvenz bleibt für uns ein Fremdwort. Schließlich wären zum Beispiel auch die Fan-Anleihen aus dem vergangenen Jahr damit weg. Für Investoren wäre eine Insolvenz sicher eine attraktivere Grundlage. Keiner ist scharf darauf, Altlasten mitzutragen. Für uns ist das jedoch keine Option“, sagte der frühere Bundesliga-Schiedsrichter der „Allgemeine Zeitung“ in Mainz.

FCK-Trainer Boris Schommers ist mit der Punktausbeute 2020 unzufrieden. Foto: Seeger/dpa Foto: dpa/Patrick Seeger

Deutlich attraktiver für Investoren wäre der FCK bei einer Rückkehr in die 2.Bundesliga. Dafür ist man jedoch sportlich 2020 weit entfernt. Mit einem Sieg gegen Zwickau könnte zumindest die jüngste Negativserie gestoppt werden. Das wäre auch vor dem Hintergrund wichtig, um Selbstvertrauen für die nächsten Spiele zu tanken. Immerhin steht am 29.Februar das Prestigeduell gegen Waldhof Mannheim an.

(dpa)