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Saisonabbruch der Fußball-Regionalliga Südwest

Fußball-Regionalliga Südwest : „Die fairstmögliche Lösung“

Für den FC Homburg um Trainer Jürgen Luginger kommen Abbruch und Wertung der Regionalliga-Saison nicht überraschend. Wenn er sich die Abstiegsregelung auch anders erhofft hätte, sieht der Coach kein großes Problem darin, womöglich mit 22 Teams in die neue Runde zu starten. Dazu gehört auch weiterhin der FK Pirmasens.

Überraschend kam der Saisonabbruch in der Fußball-Regonalliga Südwest nicht mehr. Nach einer Videokonferenz der fünf Träger-Verbände der Regionalliga Südwest GbR am Dienstagabend wurde er jedoch offiziell (wir berichteten). Demnach wird die Saison 2019/20 mit dem Stand vom 23. Spieltag abgebrochen und gemäß dieses Tabellenstandes nach Quotientenregel gewertet. Der 1. FC Saarbrücken feierte am Dienstag den Aufsteig in die 3. Liga, Absteiger wird es keine geben. Demnach kickt auch der FK Pirmasens in der kommenden Runde weiter in der Regionalliga. „Die Klub“ lag mit 18 Punkten nach 22 Spielen zum Zeitpunkt des Abbruchs auf dem drittletzten Rang 16. Der FC Homburg beendet die Saison als Tabellenvierter.

„Jeder hat diese Entscheidung und Wertung so erwartet“, sagt Homburg-Trainer Jürgen Luginger. „Für mich ist dies die fairstmögliche Lösung, wenn ich mir in Sachen Abstieg auch eine andere Wertung vorgestellt hätte.“ Ein, zwei Absteiger hätte es in der Regionalliga Südwest durchaus geben können, meint Luginger. Beim Blick auf die Tabelle wird klar, dass Schlusslicht TuS Rot-Weiß Koblenz mit nur drei Zählern und der Vorletzte TSG Balingen (elf Punkte) praktisch chancenlos bezüglich Klassenerhalt gewesen wären, wenn die Saison regulär zu Ende gespielt worden wäre.

Da die Chancen der SG Sonnhof Großaspach, den Verbleib in der 3. Liga noch zu schaffen, gering scheinen, würde die Regionalliga Südwest mit den vier Aufsteigern Eintracht Stadtallendorf (Hessenliga), TSV Schott Mainz (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar), dem VfB Stuttgart II (Oberliga Baden- Württemberg) sowie dem KSV Hessen Kassel (Hessenliga) im September oder Oktober demnach mit 22 Teams in die Saison 2020/21 starten. Bei den möglichen aufstiegsberechtigen Tabellenzweiten der Oberligen sowie der Hessenliga wurde ebenfalls die Quotientenregelung zur Bewertung hinzugezogen. Die erzielten Punkte wurden durch die Zahl der ausgetragenen Spiele geteilt. Für Hessen Kassel sprachen 2,14 Punkte, der 1. FC Kaiserslautern II (2. der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar) mit 1,9 Zählern sowie der Göppinger SV (2. der Oberliga Baden Württemberg) mit 1,81 hatten diesbezüglich das Nachsehen.

Laut Informationen des Regionalverbandes Südwest war eine Fortsetzung der Runde 2019/20 nicht mehr möglich, da die Hygienmaßnahmen, die durch die Coronavirus-Pandemie notwendig sind, für den Regionalliga-Spielbetrieb aus organisatorischen und finanziellen Gründen nicht umzusetzen gewesen wären.

Jürgen Luginger sieht es nicht so problematisch, wenn die kommende Runde der Regionalliga Südwest mit 22 Vereinen – und damit 42 Spieltagen – angepfiffen wird. „Auch wenn wir erst im September oder sogar im Oktober beginnen, bleibt genügend Zeit, die Saison durchzuspielen“, ist er zuversichtlich. Die Winterpause müsse dementsprechend gewaltig verkürzt werden. In der nun beendeten Saison dauerte die Pause für die Teams der Regionalliga Südwest schon über elf Wochen. „Diese Spielpause war auf jeden Fall zu lang“, meint Luginger.

In Sachen Personalplanungen für die kommende Saison habe der FC Homburg nun aber weiter genügend Zeit. „Wir sind in Gesprächen mit einem Teil unserer Spieler, deren Vertrag ausläuft. 16 Spieler haben wir ja schon fest für die nächste Runde“, erklärt Luginger. Es bestehe also kein Grund, bezüglich Kaderplanung in Hektik zu verfallen. „Der Saisonbeginn verschiebt sich ja von August bis mindestens in den September. Damit verschieben sich auch die Zeiten für die weiteren Personalplanungen.“ Das vor drei Wochen nach langer Pause wieder aufgenommene Training läuft bei den Grün-Weißen auch nach dem Rundenabbruch erstmal weiter. „Wir wissen ja noch nicht, wann wir die Vorbereitung zur nächsten Saison wieder aufnehmen, weil der Start der Spielzeit 2020/21 noch vollkommen offen ist.“ Ein festes Datum, bis wann die Spieler der Grün-Weißen noch fünf Mal in der Woche trainieren, gebe es allerdings nicht.