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Rettung des FCK in Insolvenz geglückt: Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu

Coronafall im Team : Der FCK kann den Neustart angehen

Rettung geglückt: Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern hat dank der Zustimmung der Gläubiger den dringend erforderlichen Schuldenschnitt vollzogen. Die Erleichterung bei den Verantwortlichen ist groß. Coronafall in der Mannschaft.

Nach viel Unruhe in den vergangenen Monaten rund um Investorensuche und Entschuldung hat Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern am Donnerstag den entscheidenden Schritt zur finanziellen Gesundung gemacht. Auf einer Gläubigerversammlung im Fritz-Walter-Stadion stimmten die Gläubigergruppen einstimmig für die Annahme des in wenigen Monaten ausgearbeiteten Insolvenzplans der Kapitalgesellschaft auf Aktien.

„Der Plan, dem die Gläubiger zugestimmt haben, schafft meines Erachtens einen fairen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen. Auf der einen Seite werden die Gläubiger befriedet, andererseits kann sich der 1. FC Kaiserslautern sportlich weiterentwickeln. Das Fundament dafür ist jetzt gelegt“, resümierte Sachwalter Andreas Kleinschmidt.

Kaiserslauterns Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt zeigte sich nach der rund zweistündigen Versammlung erleichtert und auch ein wenig ergriffen über deren Ausgang. Nach den schwierigen Verhandlungen in den vergangenen Monaten fiel von ihm sichtlich eine Last ab. „Wir sind sehr glücklich über diese Entscheidung. Das ist eine gute Nachricht für den FCK, um in Zukunft weiter existieren zu können. Ich danke allen an diesem Verfahren Beteiligten“, sagte Voigt mit leicht gebrochener Stimme.

Der Geschäftsführer betonte nochmals, dass man sich den Weg in die Insolvenz nicht ausgesucht habe, um darüber Schulden zu verlieren. Das Insolvenzverfahren sei für den viermaligen deutschen Meister vielmehr alternativlos gewesen.

Die regionale Investorengruppe „Saar-Pfalz-Invest GmbH“ wird nun im nächsten Schritt in mehreren Tranchen insgesamt rund elf Millionen Euro investieren und dem FCK so das dringend benötigte Kapital zuführen. Im Gegenzug erhält die Gruppe 33 Prozent der Anteile an der Kapitalgesellschaft. Außerdem kommen die Investoren auch für die Insolvenzquote von einer Million Euro auf. Die Gläubiger erhalten jeweils noch vier Prozent ihres Geldes. Die Summe soll möglichst zeitnah ausgezahlt werden. „Auch an unsere Investoren muss ich einen großen Dank aussprechen. Sie haben uns in die Situation versetzt, dass wir weiter existieren können. Das muss man so klar sagen“, sagte Voigt.

Der Generalbevollmächtigte der KGaA, Dirk Eichelbaum, war froh, dass das am 1. September eröffnete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung nun in den nächsten Wochen erfolgreich abgeschlossen werden kann: „Als wir Mitte Juni den Antrag gestellt hatten, war das klare Ziel, bis zum 100. Geburtstag von Fritz Walter (am 31. Oktober, Anm. d. Red.) mit dem Verfahren durch zu sein. Das ist uns gelungen. Ich bedanke mich für das Vertrauen, das die Gläubiger in uns gesetzt haben.“ Wirtschaftlich habe der Club nun erst einmal den Rücken frei, was vor dem Hintergrund des erneut anstehenden Lockdowns in der Corona-Pandemie ein wichtiges Zeichen sei, sagte Eichelbaum. Der Beiratsvorsitzende Markus Merk betonte, man könne sich nun „auf die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele konzentrieren“.

Kurzfristig soll es erst mal aus dem Tabellenkeller der 3. Liga herausgehen. Vor dem nächsten Heimspiel am kommenden Montag gegen Hansa Rostock (19 Uhr), das ohne Zuschauer stattfinden muss, steht der 1. FC Kaiserslautern nach einem Fehlstart in die Saison auf Abstiegsplatz 18.

Da nun innerhalb der Mannschaft eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, haben sich die Spieler der Roten Teufel sowie deren direktes Umfeld vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben, teilten die Pfälzer am Donnerstagnahmittag mit. Das Training ist vorerst ausgesetzt. Um die weiteren Schritte zu besprechen, steht der Hygienebeauftragte des Clubs in Kontakt mit dem Gesundheitsamt Kaiserslautern.