Quo vadis, SVN?

Es ist ein Start ins Ungewisse, den der SVN Zweibrücken dieser Tage vollzieht. Ein Neustart mit vielen Unbekannten. Wenige Tage vor dem Beginn der Restsaison sind einige Fragezeichen ausgeräumt, andere stehen präsenter denn je im Raum.

Fakt ist, dass es dem finanzschwachen Regionalligisten gelungen ist, die drohende Insolvenz abzuwenden - vorerst. Dazu war eine Zäsur vonnöten. Nur mit drastischen Einsparungen konnte des Aus verhindert werden.

Den Preis dafür muss zu einem Großteil Trainer Guido Hoffmann zahlen. Lediglich vier Spieler aus dem Hinrunden-Kader - Benjamin Arnold, Niclas Kupka, Murat Bildirici und Djordje Vlacic - machten den Gehaltsschnitt in der Winterpause mit, 19 andere haben den Verein verlassen. Eine vertrakte Situation für die Niederauerbacher im Abstiegskampf. Dennoch konnte der SVN innerhalb weniger Wochen die Abgänge kompensieren. 16 Spieler, praktisch ein komplett neues Team, schloss sich den Blau-Weißen bis zum Ende der Transferperiode an - einer kommt von einem Regionalligisten, einige von Oberligisten, andere aus den Nachwuchsleistungszentren diverser Bundesliga-Clubs. Viele der Neuzugänge haben ihre Wurzeln in der Region. Aber auch aus Übersee hat es Spieler an die Hofenfelsstraße verschlagen. Von der Universitäts-Mannschaft der Northwestern Wildcats im US-Bundesstaat Illinois kommen der Neuseeländer Nikko Boxall und Torwart Tyler Miller in die Pfalz, der Deutsch-Bosnier Rijad Tafilovic vom serbischen Erstligisten FK Novi Pazar, zudem der Koreaner Minsung Kim vom Hessenliga-Vertreter OSC Vellmar . Ein bunt zusammengewürfelter Haufen, aus dem Guido Hoffmann eine echte Einheit, eine funktionierende Mannschaft bis zum Liga-Auftakt gegen die ebenfalls abstiegsbedrohte TuS Koblenz am 28. Februar formen muss. Eine Herkules-Aufgabe für den 51-Jährigen.

Die ersten Vorbereitungsspiele laden in jedem Fall zum Rätselraten ein. Gegen Borussia Neunkirchen überzeugte der SVN mit hohem Tempo und Spielfreude. Diese Tugenden fehlten nur vier Tage später im Test gegen Kleinottweiler. Statisch und einfallslos präsentierte sich der SVN gegen den Landesligisten.

Zu welcher Leistung die Niederauerbacher tatsächlich imstande sind, darüber wird wohl nur der Regionalliga-Auftakt Auskunft geben. Am 28. Februar sind wir hoffentlich alle schlauer.