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Porträt: Pirmin Langenbahn lebt seinen Verein

Porträt : Pirmin Langenbahn lebt seinen Verein

Seit fast zwölf Jahren ist der 68-Jährige Vorsitzender der Sportfreunde Walsheim mit rund 240 Mitgliedern.

„Mir ist vor der Zukunft nicht bange. Wirtschaftlich und sportlich läuft alles rund“, das können nicht alle Vorsitzenden unterschreiben, wenn sie auf die Strukturen ihrer Vereine blicken. Doch Pirmin Langenbahn, der seit fast zwölf Jahren die Sportfreunde Walsheim mit ihren rund 240 Mitgliedern führt, kann das auch mit voller Überzeugung von seinem Club behaupten. Er gehört zu denjenigen, die den „Verein leben“, sich zu nichts zu schade sind, immer auf der Höhe sind, wenn es darum geht, den Verein voran zu bringen. „Besonders liegt mir am Herzen, dass der Trainings- und Spielbetrieb läuft. Das hat für mich oberste Priorität“, unterstreicht der 68-Jährige, der sich auch die Zeit nimmt, den Trainer zu unterstützen, Vorbereitungen für das Training zu erledigen, sich um die Bälle zu kümmern und auch die Trikots für die Spiele zu organisieren. Deshalb heißt es oft bei den Sportfreunden: „Der Pirmin macht’s“.

Er mache es auch gerne, da er auch die Zeit dazu hat, ist er doch seit elf Jahren pensioniert, nachdem er nach 42 Jahren als Industriekaufmann bei der Halberger Hütte in den wohl verdienten Ruhestand gewechselt ist. Auch die Verwaltungsarbeiten sind ihm nicht fremd, ob DFB-Net, Kontakt zum Fußballverband, aber auch die Öffentlichkeitsarbeit hat er sich zu eigen gemacht, präsentiert seinen Club hervorragend. Nach eigenen Angaben sei er ein mittelmäßiger Zweitmannschaftsspieler im defensiven Bereich gewesen. Als 13-Jähriger habe er in der C-Jugend seines Heimatclubs begonnen und mit 38 Jahren nach einem Arm- und einem Fußbruch die Schuhe an den Nagel gehängt. Als waschechter, gebürtiger „Walsemer Bub“, der auch über Jahre das Amt des stellvertretenden Ortsvorstehers bekleidete, kam für ihn nie ein Wechsel in Frage. Er hat Vorsitzende wie Reiner Rettenberger, Helmut Hussong oder auch Josef Ries erlebt, konnte die Arbeit von vielen Trainern, darunter Toni Jungfleisch, Adolf Sehmer oder auch Karl-Heinz „Hexer“ Vogt und zuletzt Horst Wenzel beobachten.

Auch mit dem derzeitigen Coach Kevin Gintz, mit 27 Jahren wohl einer der Jüngsten in der Vereinsgeschichte, pflegt er ein kollegiales Verhältnis. „Ich suche die Nähe zu der Mannschaft, mische mich aber nicht ein“, charakterisiert er seine Rolle. Er behalte sich aber vor beispielsweise bei den finalen Gesprächen zur Verpflichtung neuer Spieler dabei zu sein. Auch bei Trainingseinheiten von Jugendteams ist „de Pirmin“ zumindest zeitweise immer dabei, hilft wo er kann. Er hat die positive Entwicklung des 1927 gegründeten Traditionsvereins erlebt und in den letzten 47 Jahren, die er mit einer Unterbrechung dem Vorstand angehört, auch aktiv gefördert.

So wandelte sich die „Baracke“ zu einem Sportheim mit ersten sanitären Anlagen und dem vor sechs Jahren folgenden Anbau und damit einhergehend moderner Infrastruktur. Nachdem 2010 der Beschluss zum Bau eines Kunstrasenplatzes gefasst worden war, wurde auch das Projekt „Photovoltaikanlage auf dem historischen Brauereikeller“ realisiert. So könne die finanzielle Belastung mit der Rückzahlung des 2013 eingeweihten neuen Platzes abgefedert werden, gehen zwei Drittel des Stromerlöses in die Begleichung der Schuld aus dem Bau der Anlage und ein Drittel Tilgung in den Schuldendienst des Kredites. Doch auch die Anhebung des Mitgliedsbeitrags vor acht Jahren von monatlich 3,50 Euro auf fünf Euro tue das übrige hinzu. Er wünscht sich, dass es endlich dazu komme, dass die Auswechselkabinen am Spielfeldrand angeschafft werden können, und dass die Landesliga, in die man in der letzten Saison aufgestiegen war, lange gehalten werden könne.

Auch dass die Mannschaft in den Grundstrukturen erhalten bleibe, dass junge Spieler sich weiter entwickeln und dass die Durstphase der nächsten Jahre, in denen nur wenige Jugendspieler in den aktiven Bereich nachwachsen, überbrückt werden kann. Langenbahn freut sich darüber, dass in den D-, E- und F-Junioren-Altersklassen wieder viele Kinder zu zählen sind, die mit großem Eifer dem Ball nachjagen. Auch kann er sich auf ein funktionierendes Vorstandsteam verlassen, in dem die Aufgaben gut verteilt und effizient gearbeitet wird.