Gelungener Zweibrücker Sommer-Renntag Terachi fliegt auf Gesa überraschend zum Sieg

Zweibrücken · Nicht viele hatten mit dem Sieger im Hauptlauf des Zweibrücker Sommer-Renntags gerechnet. Die 4000 Besucher sahen auch in den anderen Rennen spannenden Pferdesport.

Großartiger Pferderennsport mit sieben spannenden Läufen wurde den rund 4000 Besuchern am Sonntag beim Zweibrücker Sommer-Renntag geboten.

Großartiger Pferderennsport mit sieben spannenden Läufen wurde den rund 4000 Besuchern am Sonntag beim Zweibrücker Sommer-Renntag geboten.

Foto: Norbert Schwarz

Packenden Pferderennsport auf einem ausgezeichnet präparieren Geläuf. Bei den Galoppern wie den Trabern gab es am Sonntag in Zweibrücken für die rund 4000 Besucher mitreißende Kämpfe um den Sieg zu sehen, wobei bisweilen erst das Fotofinish Aufschluss über den Ausgang entschied. Wettfreunde am Totalisator sowie große und kleine Besucher kosteten das Sommerfeeling bis zum letzten Zielrichterspruch an der Rennwiese aus. Beweis für eine gelungene Veranstaltung waren allein die strahlenden Mienen von Oberbürgermeister Marold Wosnitza sowie Klaus Wilhelm, Geschäftsführer des ausrichtenenden Rennvereins.

Jedes der sieben Rennen, zwei für Traber und fünf für Galopper, bot prickelnden Pferderennsport, gespickt mit Überraschungen, aber auch mancher Enttäuschung. So hatten sich viele Pferdefreunde auf einen erneuten Zweikampf zwischen dem erfolgreichen Pferdetrainer Christian Freiherrn von der Recke aus Weilerswist und Herausforderer Christian Peterschmitt aus Bottenbach gefreut. Doch daraus wurde nichts. Mit „Shayan“, dem vierbeinigen Lokalmatadoren, hatte Peterschmitt diesmal ohnehin nur ein Pferd gemeldet. Doch auch das fehlte in dem erlesenen Feld beim Hauptrennen, dem 4. Preis des Fashion Outlets, einem Ausgleichsrennen II C über 1800 Meter. Der vierjährige Wallach blieb im heimischen Stall. Eine Vorsichtsmaßnahme des Besitzertrainers. Denn „Shayan“ hatte sich daheim einfach „festgelegt“. So kristallisiert sich bei der Vorstellung im Führring und an den Wettschaltern schnell eine Favoritenrolle für die vierjährige Stute „Russian Suchi“ heraus, die für Jockey Alexander Pietsch gesattelt war. Aus der Starterbox heraus, die für die 1800-Meter-Distanz nahe der Festhalle ihren Standort hatte, kam „Russian Suchi“ raketenthaft. Doch die Spannung blieb hoch. Das Feld lag dicht zusammen, die Entscheidung fiel auf der Zielgeraden nach dem letzten Bogen, wo sich der nur 51 Kilo schwere Japaner Terachi Shuichi im Sattel von „Gesa“ gegen die Konkurrenz durchsetzte. Dabei ist ein Flüchtigkeitsfehler der gleichaltrigen Stute „Russian Sochi“ in jenem Bogen gewesen, der ihr den Sieg verhagelte. Sieben Mal schon war sie in diesem Jahr am Start, siegte einmal und schaffte vier Platzierungen. Für viele Wetter ein deutlicher Fingerzeig dafür, dass Pferdetrainer Fabian Xaver Weißmeier aus Iffezheim ganze Arbeit zu leisten wusste. Doch insbesondere der ruhige, besonnene und doch höllisch konzentrierte Jockey Terachi nutzte den kleinen Fehler und ließ „Gesa“ stürmen. Mit raumgreifenden Sätzen löste sie sich aus dem Feld und stürmte dem Ziel entgegen. Mit einer Länge Vorsprung war der Sieg sicher. Allein Nina Wagner mit dem vierjährigen Fuchshengst „Trooper“ aus dem Stall von Christian Freiherr von der Recke konnte kurz dahinter folgen, ohne aber den Überraschungssieger noch einholen zu können. Für Wagner gab es mit einer Platzprämie von 2400 Euro aber mehr als nur ein Trostpflaster.

Ein knappes Rennen lieferten sich auch die Traber – hier hatte Britt Grift mit „Edy de Pommereux“ (links) die Nase vorne.

Ein knappes Rennen lieferten sich auch die Traber – hier hatte Britt Grift mit „Edy de Pommereux“ (links) die Nase vorne.

Foto: Norbert Schwarz

Für den Weilerswister von der Recke war es dennoch einmal mehr eine erfolgreiche Startserie in Zweibrücken, die Tochter Antonia beim Preis von wettstar.de, zugleich das Erinnerungsrennen für Erwin Peifer und Tierarzt Dr. Jürgen, über die Distanz von 2400 Meter eröffnet hatte. Bei diesem Rennen gab es eine Deutschlandpremiere: In Irland hatte Christian Freiherr von der Recke den achtjährigen Wallach „Upping the Anti“ gesehen, gekauft und mit nach Deutschland genommen. Bis dahin sind Hindernisrennen das Metier des Vierbeiners gewesen – und das mit Erfolg. Ein Start aus der Box, nur flach galoppieredn, ohne über Hindernisse zu springen – das hat „Upping the Anti“ im Wettbewerb noch nicht erlebt. Mitfavorit „Hombre“, der Robin Haedens trug, leistete großartige Gegenwehr, die Zuschauer gingen mit und gerieten beim Finish schier aus dem Häuschen. „Upping the Anti“ bewies im ersten Flachrennen seines Lebens Siegerqualitäten. Dabei verriet Trainer von der Recke, dass vielleicht doch künftig wieder die Hindernisbahnen zu seinem Metier werden, denn der Trainer geriet beim Anblick der herrlichen Naturhindernisse auf der Zweibrücker Pferderennbahn geradezu ins Schwärmen. Für ihn sollte es beim letzten Galopprennen dann noch besser kommen, denn dort konnte Tochter Antonia erneut großartig Akzente setzen und die Trophäe der Stadt Zweibrücken, den Silbernen Bügel, erkämpfen. Oberbürgermeister Marold Wosnitza übergab den Ehrenpreis zusammen mit einer Abordnung aus der Partnerstadt Yorktown, die derzeit in Zweibrücken weilt.

Zweimal ging Antonia von der Recke, hier mit ihrem Vater Christian Freiherr von der Recke, am Sonnatg als Siegerin von der Bahn, sicherte sie dabei auch den Silbernen Bügel.

Zweimal ging Antonia von der Recke, hier mit ihrem Vater Christian Freiherr von der Recke, am Sonnatg als Siegerin von der Bahn, sicherte sie dabei auch den Silbernen Bügel.

Foto: Norbert Schwarz

Ein großartiger Renntag, den das Ergebnis am Totalisator komplett abrundete, ging zu Ende. 75 246,51 Euro wurden umgesetzt Rund 30 000 davon allein auf der Bahn. Der Rest aus nationalen und internationalen Wettbüros. Klaus Wilhelm und seine Mitstreiter konnten mit dem Renntag beinahe rundum zufrieden sein. Einziger Wermutstropfen: ein Sturz von Jaqueline Laquai auf Emirate‘s Flight. Aus dem Krankenhaus gab es aber Entwarnung.