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Pferdesport: Reiter zeigen trotz Regen Spitzendsport in Winzeln

Pferdesport : Spitzensport dank guter Platzpflege

Reiten: Veranstalter in Winzeln sorgen trotz Wetterpech für gute Bedingungen.

„Zum Glück vertragen unsere Reitböden viel Wasser“, freute sich Turnierleiter Maximilian Müller. Der Wettergott hatte in diesem Jahr wenig Einsicht und setzte das traditionelle, große Springturnier des RFV Pirmasens-Winzeln vielfach unter Wasser. Dennoch konnten alle Prüfungen bis hin zum Flutlicht-Barriere-Springen am Samstagabend (1,90 Meter) und dem Großen Preis von Pirmasens am Sonntag auf Drei-Sterne-Niveau (1,50 Meter) durchgeführt werden.

Lediglich am Samstagabend fanden sich weniger Zuschauer „An der Steinmauer“ ein. Am Sonntagnachmittag, als pünktlich zum Beginn der Hauptprüfung die Sonne lachte, fieberte das Publikum vor allem mit den Lokalmatadoren Steffen Hauter vom RFV Großsteinhauserhof, Melanie Bischoff (Miesau) und Anne Oberle vom RFV Zweibrücken. In diesem Jahr jedoch war das Glück vielfach Benjamin Wulschner hold. Der Profi vom Kastanienhof Cramon gab sein Debüt in Winzeln, nicht zuletzt wegen des erstmals mit 20 000 Euro dotierten S***-Springens. Nur einen Wimpernschlag schneller, setzte sich der Reiter aus Mecklenburg-Vorpommern in der Siegerrunde mit Bankok Girl (34,34 sek.) vor Franck Plock (RFV Borken) mit Miss Picky (34,79 sek.) durch. Mit der zwölfjährigen Oldenburger Stute hatte Wulschner in diesem Jahr beim Hamburger Springderby, einem der schwersten Springen der Welt, Rang vier belegt. Auch im Großen Preis von Pirmasens holte er sich mit bereits die Goldene Schleife. Die Siege in den beiden Hauptprüfungen auf mittelschwerem Niveau und etliche Platzierungen machten ihn zum erfolgreichsten Reiter des Turniers.

Anne Oberle platzierte sich nach einem Abwurf im Umlauf mit Erfolgspferd Crunchip auf Rang zehn der 32 Starter. Hauter verpasste mit Erik und vier Strafpunkten ganz knapp die Schleifenränge. In der Punktespringprüfung Klasse S* wurde er mit Charlie Chaplin Vierter.

Zu dem Fluchtlicht-Barrierespringen hatten sich 13 Reiter-Pferde-Paare in die Startliste eingetragen. Vier Reiter waren im dritten Stechen über 1,90 Meter noch am Start. Die Spannung stieg. Sascha Braun (RC Achern) und sein zehnjähriger Holsteiner Carigno meisterten die Reihe. Würde das noch jemandem gelingen? Schließlich teilte er sich mit dem Winzeler Seriensieger Heinz Roevenich (St. Serverinus-Merzenich) auf Cleveland unter donnerndem Applaus den Sieg.

Doch auch die Lokalmatadoren erritten Erfolge, allen voran die „Jungen Wilden“. Die 17-jährige Jelte Blaß (RSG Berghof-Einöd) gewann mit der selbst gezogenen Zweibrücker Stute Charlotte die zweite Abteilung in einem M*-Springen. Die beiden Junioren, Marika Oberle (RFV Zweibrücken) mit Locarno und die Homburgerin Charlotte Stuppi (RSV Käshofen) mit Asterix, lieferten sich im ersten L-Springen ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die Homburgerin gewann. Ihr Erfolgspferd Asterix pilotierte sie in einem weiteren M-Springen auf Rang fünf. Mit Pony Mirrio gewann die 13-Jährige das A**-Springen mit steigenden Anforderungen bis auf L-Niveau.

Die Gastgeber erhielten viel Anerkennung für die unermüdliche Platzpflege, die trotz Pfützen für Spitzensport-Bedingungen sorgten. Am kommenden Wochenende wissen dies die mehr als 1000 Reiter zu schätzen, wenn sie bei den Landesmeisterschaften in Dressur und Springen mehr als 1500 Pferde an den Start bringen.