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Pferdesport: Lucienne Bill von der RSG Berghof-Einöd ist in Dressur-E-Kader berufen

Pferdesport : Lucienne Bill und Don‘t Worry harmonieren perfekt

Die 17-jährige Reiterin der RSG Berghof-Einöd wurde in den saarländischen Dressur-E-Kader berufen.

Konzentriert arbeitet Lucienne Bill ihr Reitpferd Don‘t Worry auf dem großen Reitplatz der RSG Berghof-Einöd. Lächelnd schaut Carina Reitnauer dem eleganten Reiter-Pferde-Paar zu, bespricht nur ganz kurz das Tagesziel. Zufrieden lobt sie: „Lucienne setzt das einfach super gut um und ist schon sehr gut in der Lage, ihr Pferd selbstständig zu gymnastizieren.“

Seit ihrem Sieg im Finale des Nürnberger Burgpokals 2019 und nach Mannschaftsgold bei der Saarlandmeisterschaft gehört die 17-jährige Amazone dem saarländischen E-Kader Dressur an. Dafür qualifiziert hat sie sich mit Gold sowohl in der Einlaufprüfung als auch bei der Kür im Rahmen der Saarlandmeisterschaft in Klasse L sowie mit einem weiteren Bronzeplatz auf diesem Niveau.

Ihre ersten Erfahrungen sammelte die Tochter einer Reiterfamilie im Alter von fünf Jahren auf Shetlandponys. Bis sie vor zweieinhalb Jahren auf den Berghof-Einöd kam, lernte sie das Einmaleins im Sattel und den liebevollen, fachgerechten Umgang mit Pferden vor allem bei ihrer Mutter. Über Bereiter Michael Kaden-Sowe, der aus demselben Ort Niederlinxweiler stammt wie Familie Bill, erfuhr sie von dem Dressur-Ausbildungsbetrieb auf der Höhe zwischen Homburg und Zweibrücken. Seitdem kommt das gertenschlanke Mädchen für gewöhnlich fast täglich die halbe Stunde gefahren, um neben Don‘t Worry auch ihr Deutsches Reitpony Bonnie zu bewegen. Carina Reitnauer war sofort begeistert von dem Talent und vor allem dem enormen Einfühlungsvermögen der Juniorin. Kurz entschlossen vertraute sie ihr den ebenso talentierten wie anspruchsvollen braunen Zweibrücker Wallach aus der Zucht von Günter Reitnauer ein. „Er ist super sensibel und eigen. Ich mache mir viele Gedanken, wie ich mit ihm umgehe“, bestätigt die Reiterin. Doch es war Liebe auf den ersten Ritt. Und mit dem ausdrucksstarken Bewegungstalent kam für Bill der Durchbruch. „Er ist immer motiviert, will alles richtig machen und gibt immer sein Bestes“, lobt sie den kooperativen Wallach. Auch die saarländische Landestrainerin Ulrike Lautemann, Trainerin von Ausbilderin Carina Reitnauer, kennt das Pferd und weiß um dessen Fähigkeiten, sodass das Paar in den Kaderlehrgängen weitere Fortschritte erzielt.

Ein ganz besonderer Höhepunkt im Reiterleben der Abiturientin war der Lehrgang mit Dressur-Bundestrainer Hans-Heinrich Meyer zu Strohen, verantwortlich für den Reiternachwuchs. „Er findet, dass wir gut zueinander passen und ein harmonisches Bild abgeben“, freut sich die Reiterin, die sich schon als ‚‘sehr ehrgeizig“ bezeichnet. Ebenso begeistert war sie davon, einmal auf der Vorzeige-Anlage des Gestüts Peterhof bei Perl trainieren zu dürfen.

Auch, wenn die aktuelle Lage prekär ist, hofft sie, wieder bei den Saarlandmeisterschaften in Einzel und Mannschaft starten zu können. Bis Ende der Saison will sie sich mit Don‘t Worry in die mittelschwere Klasse M weiterbilden und ihr ebenfalls schwieriges Pony erstmals auf L-Niveau vorstellen. Bill lacht: „Ich habe ein Faible für anspruchsvolle Pferde.“ Mit ihnen sei das Erfolgserlebnis gleich doppelt so groß.

Das Einfühlungsvermögen scheint in der Familie zu liegen, denn auch ihre 13-jährige Schwester Luisa darf den hochbeinigen Braunen auf dem Turnier satteln, bislang in der Einstiegsklasse. Lucienne Bill will ihr Hobby zum Beruf machen. Nach einem Praktikum bei der rheinland-pfälzischen Olympia-Reiterin Dorothee Schneider auf dem Gestüt Fohlenhof in Framersheim hat sie sich dort um einen Ausbildungsplatz zur Pferdewirtin Klassisches Reiten beworben — und hofft sehr auf eine Zusage. Sie schwärmt: „Dorothee ist mein großes Vorbild. Sie stellt sich auf jedes Pferd und dessen Tagesform ganz individuell ein. Außerdem reitet sie einfach unglaublich gut.“