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Pferdesport: Landeschampionat im Landgestüt Zweibrücken

Im Landgestüt Zweibrücken : Spitzenniveau beim Landeschampionat

Kleine Starterfelder bei dem Wettbewerb, der mit dem Turnier des Clubs Saar-Pfälzischer Springreiter verbunden war.

„Von solch ausgezeichnet Pferde hätten wir gerne noch einige mehr gesehen“, wünschte sich Wertungsrichter Georg Bruns aus Münster, der beim Landesspringpferde-Championat des Pferdezuchtverbands Rheinland-Pfalz-Saar im Zweibrücker Landgestüt am Wochenende alle Ritte und Pferde ausführlich kommentierte. Er attestierte den insgesamt elf Finalisten in drei Altersklassen am Sonntag durchweg eine große Sportperspektive und sah die meisten bereits jetzt auf deutschem Spitzenniveau, das sie selbst beim Bundes-Championat in Warendorf, der Deutschen Meisterschaft der Nachwuchspferde durchaus konkurrenzfähig mache. Entsprechend hoch waren die Wertnoten, die das Richtergremium vergab.

Sowohl die Klasse L der Fünfjährigen als auch die mittelschwere Klasse M der Sechsjährigen wurden mit einer glatten 9,0 gewonnen. Die niedrigste Wertnote im Finale der Sechsjährigen war eine 8,0, die zur Qualifikation in Warendorf ausreicht. Landes-Champion 2021 wurde nach seinem Titelgewinn 2020 bei den Fünfjährigen erneut die DSP-Stute Cornetine van`t Palmenhof (Cornet Obolensky aus Windows/ Triomphe de Muze) der Züchtergemeinschaft Markus und Petra Beyer, erneut vorgestellt von ihrem Besitzer Thies Beyer. „Beeindruckend, wie lässig dieses Pferd seine Aufgaben meistert. Es gibt seinem Reiter das Gefühl, wie Springsport sein sollte“, kommentierte Bruns begeistert. Das hohe Niveau fordere die Richter auf, nach Kleinigkeiten zu suchen, um eine gerechte Rangierung vornehmen zu können. Der sechsjährigen Pandora MS (Prince Browny x Ragazzo) aus der Zucht und im Besitz des Pirmasensers Manfred Schenk attestierte er ein paar „richtig gute Sprünge“, allerdings sei dieses „feine Pferd“ noch ein wenig über-ehrgeizig. Mit der Wertnote 8,2 rangierte die BWL-Studentin Cristina Librasi nach dieser Vorstellung auf dem Bronzeplatz. Als „beispielhaft“, nämlich „ideal durch den Körper gesprungen mit guter Beintechnik und perfektem Handling (Rittigkeit)“, lobte Georg Bruns den Landesspringpferdechampion 2021 der Fünfjährigen, den Schimmelhengst Clay the Champ. Gezogen und vorgestellt wurde der Cassius Clay-Sohn aus einer Monte Cassini I- Mutter von Hans-Günter Klein (RFV Namborn), der sein Berittpferd Las Vegas Junior (Los Christianos x Goetze, Z + B: Christina Gornik) mit 8,5 auf dem Vizerang platzierte. Bronze gewann der mächtige Wallach Caspari (Camargo x Lanciano) aus der Zucht und im Besitz von Annette Weber (Rieschweiler-Mühlbach). „Er ist mit seinem Vermögen und mit seiner Vorsicht für größere Aufgaben der schweren Klasse prädestiniert und aktuell noch im Wachstum und dabei, mit seiner Größe die eigene Balance zu finden“, zitierte Weber den Richterkommentar auf die Vorstellung durch Ausbilder Karsten Schäfer (Käshofen). Sie ist sicher: „Seine Zeit kommt noch.“ Das gilt auch für den vierjährigen Be Baloubet aus der Zucht und im Besitz der Familie Kunz (Winzeln). Nach dem Sieg in der Springpferdeprüfung Klasse A* am Vortrag mit 8,3, konnte der Käshofener Profi drei Abwürfe im Finale der Vierjährigen nicht verhindern. So erritt als einzige Mitbewerberin Caroline Fritz mit Mistral (Monte Bellini x Cascadello I) vom Gestüt Fronhof die Schärpe des vierjährigen Landesspringpferdechampions 2021.

Trotz des kleinen Starterfelds mit 13 Teilnehmern spannend verlief auch das anschließende S-Springen mit Stechen, zu dem am frühen Sonntagnachmittag endlich auch eine größere Zuschauermenge im Landgestüt und in der Allee den großen Springplatz säumten. Als erstes der fünf Reiter-Pferde-Paare musste Lokalmatadorin Anne Oberle vom RFV Zweibrücken in den verkürzten Parcours. Ihr 19-jähriger Erfolgswallach Crunchip vergaloppierte sich in einer Distanz, die Stange fiel. An dem darauffolgenden Andreas Woll (RFV Neunkirchen-City) und seinem neunjährigen Holsteiner Scoubydou führte diesmal kein Weg vorbei. Silber gewann Turnierleiter Wolfgang Schmidt (RSG Barbarossa Kaiserslautern) mit seinem selbstgezogenen, 15-jährigen Zweibrücker Chilli Pepper fehlerfrei vor dem Niederländer Heiko van Loon und seinem sprunggewaltigen Rheinländer-Wallach Clunie, Oberle wurde Vierte. „Crunchip war bislang jedes Mal zumindest platziert“, sagte sie über die auch in diesem Jahr fortgesetzte Erfolgssträhne mit ihrem Liebling. Dafür hatte sie mit Silversurfer ein M-Springen und Nachwuchspferd Qualite Top erstmals eine Springpferdeprüfung Klasse A** gewonnen.

Die Prüfungen für den Reiternachwuchs am Sonntagnachmittag wurden weniger gut angenommen, als von den Gastgebern, dem Club Saar-Pfälzischer Springreiter, erhofft. „Ich dachte, sie würden sich die Finger danach lecken, einmal in dieser Kulisse zu reiten“, zeigte sich Turnierleiter Gerd Geyer verwundert davon, dass vor allem die lokalen Reiter auf die Teilnahme verzichteten. Mit Blick auf die Ferienzeit will der Verein ihnen beim nächsten Turnier in zwei Wochen erneut eine Chance bieten.