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Pferdesport: Erfolgreiche Pfalzmeisterschaft am Zweibrücker Landgestüt

Pfalzmeisterschaft am Landgestüt : „Einfach reiten wie daheim“

Pfalzmeisterschaft Dressur- und Springreiten: Carolin Schönhofen überrascht bei erstem Turnier. Carla Roth sichert zwei Titel bei zwei Starts.

Mit einem Doppelsieg, insgesamt sechs Meisterschärpen, fünf Vizemeister-Titeln und vier Bronzeplätzen endete die Pfalzmeisterschaft für die Amazonen aus der Südwestpfalz. Drei Tage lang stand das Zweibrücker Landgestüt unter Strom. Immer wieder änderten sich die Rangierungen in den 22 Prüfungen der Pfalzmeisterschaft in Dressur- und Springreiten. Freud und Leid lagen oft dicht nebeneinander. Und es gab so manche Überraschung.

Zwei Pferde in zwei Disziplinen satteln und dann mit zwei Meisterschärpen ganz oben auf dem Treppchen landen – damit hatte die 13-jährige Carla Roth, die für den gastgebenden Verein RSC Gestüt Eztenbacher Mühle startet, nicht gerechnet. Zumal ihr Nachwuchspferd, der sechsjährige Hannoveraner Wallach G-Star, noch über wenig Turniererfahrung verfügt. „Er ist cool“, sagte die Reiterin zufrieden. Ihre Traumnote 8,2 im Stilspringen Klasse A* in der ersten Wertungsprüfung sicherte ihr trotz eines Abwurfs letztlich auch den Vorsprung vor der dreimal fehlerfreien Marika Oberle vom RVF Zweibrücken. Deutlich klarer gewann Jennifer Bender, Hofherrin des Gestüts Etzenbacher Mühle, ihre erste Meisterschärpe bei den Springreitern der Leistungsklasse Drei auf L/M-Niveau. Erstmals legte ihre zwölfjährige Stute Alouette drei blitzsaubere Nullrunden in Folge hin. Nach dem Erfolgskurs am Freitag hatte die Gastgeberin beschlossen, trotz ihrer vielfältigen Turnieraufgaben weiter zu reiten. Mit der Silbermedaille von Emilia Schreiber in der Dressur der Leistungsklasse Fünf kassierten die Gastgeber insgesamt vier Medaillen. Hier siegte Maike Meyer vom RFV Zweibrücken mit ihrer zehnjährigen Oldenburger Stute Filly.

Für das größte Erstaunen jedoch sorgte Carolin Schönhofen, die bei ihrem allerersten Turnierauftritt gleich den Meistertitel gewann. Die 16-Jährige reitet seit vier Jahren im Stall von Anne Oberle und erwies sich als Naturtalent. Bei ihrem allerersten Start mit Wallach Fabrio meisterte sie nach einem Abwurf im ersten Parcours den zweiten Stilspringwettbewerb der Einstiegsklasse E bereits fehlerfrei in noch besserer Manier. „Vorher war ich schon aufgeregt“, bekennt sie. Doch dann sei sie „einfach geritten, wie daheim in der Springstunde – und es hat geklappt“, strahlt sie. Damit ist auch ihre stolze Ausbilderin zufrieden. Die Erfolgsreiterin selbst lag auf Meisterkurs, doch im abschließenden S*-Springen mit Stechen riss Crunchip zwei Stangen. So wurde es vier. Damit wurde es zum Ende des dreitägigen Turniermammuts nochmal richtig spannend. Trotz seines fehlerfreien Ritts mit Nachwuchspferd Krokant konnte Steffen Hauter vom RC Großsteinhauserhof den Rückstand auf Andreas Engel nicht mehr aufholen und wurde Vizemeister. Das anschließende Stechen außerhalb der Meisterwertung gewann der Luxemburger Victor Bettendorf mit Chactus vor dem Meisterschafts-Dritten Wolfgang Schmidt (Barbarossa Kaiserslautern). Hauter wurde nach einem Abwurf Siebter.

Bei den Dressurreitern auf S-Niveau sicherte sich die 27-jährige Berufsreiterin Mathilde Coefoeg-Nielsen mit dem Sieg im Prix St. Georges am Sonntag die Meisterschärpe. Die Juniorin Luisa Spangenberger vom RFV Zweibrücken und Elena Firmery vom RFV Bundenbacherhöhe (LK3) freuten sich jeweils über Bronze.

Als besonders anspruchsvoll zeigte sich auch das abschließende L-Springen als dritte Wertungsprüfung der Junioren. Hier kassierte selbst die bundesweit erfahrene Homburgerin Charlotte Stuppi (RSV Käshofen) zehn Strafpunkte. Für sie selbst überraschend, gewann die 13-jährige den Meistertitel mit insgesamt 14 Zählern vor Malte Lehmann vom RFV Zweibrücken und Carolin Schaub (Pirmasens-Winzeln).

Dass sich auch mit Schulpferd das Meistertreppchen erreiten lässt, bewies neben Carolin Schönhofen auch Lena Günther. Die 16-jährige Amazone vom RFV Heidelsburg erreichte mit einem Schulpferd die Silbermedaille in der Leistungsklasse sechs hinter Patrizia Zameitat (RV Grenzland-Kröppen) und Dream Girl. Diese landete in der der ersten Wertungsprüfung Klasse A quasi einen Start-Ziel-Sieg.

Steffen Hauter sicherte sich auf Nachwuchspferd Krokant die Vize-Pfalzmeisterschaft der Reiter. Foto: cvw/Cordula von Waldow

Die Teilnehmer und der Pferdesportverband Pfalz waren begeistert von der liebevollen Ausrichtung durch das Team des RSC Gestüt Etzenbacher Mühle. Nach zwei Jahren in Zweibrücken wird die Pfalzmeisterschaft 2020 wieder in Zeiskam ausgetragen. „Es war toll, wir freuen uns über das gelungene Wochenende und unsere Erfolge“, sagt Turnierleiter und Hofherr Christian Jochum zufrieden.