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Peter Rubeck aus Zweibrücken ist seit fast 30 Jahren Trainer

Urgestein : Peter Rubeck folgt seiner Berufung

Seit fast 30 Jahren ist der Zweibrücker als Trainer tätig. Hat Licht-, und Schattenseiten des Fußballgeschäfts erlebt. Und nebenbei noch einen WM-Helden groß herausgebracht.

Es dürfte kaum einen Fußballinteressierten in der Südwestpfalz oder im Saarland geben, der mit dem Namen Peter Rubeck nichts anfangen kann. Im Berufsleben ist der 58-Jährige kaufmännischer Angestellter der SHG Klinken in Völklingen. Besser bekannt ist Rubeck aber als Trainer. Und das seit 28 Jahren. Den FC Homburg hat er in der Ober- und der Regionalliga trainiert. Ebenso den SVN Zweibrücken (bis 2009 SV Niederauerbach). Auch beim Traditionsverein Eintracht Trier, der SG Rieschweiler und dem FSV Salmrohr stand der gebürtige Zweibrücker an der Seitenlinie. Seit 2018 ist er Coach beim Verbandsligisten DJK Ballweiler-Wecklingen.

„Fußball ist mehr als Leidenschaft, es ist schon fast Berufung“, sagt Rubeck, einst Spieler beim 1. FC Saarbrücken, in Homburg und in Eintracht Trier. Für den FCS verzeichnete er drei Einsätze in der 2. Bundesliga, die in dieser Spielklasse seine einzigen blieben.

Das Interesse am Trainerjob war bei Rubeck schon gegen Ende seiner aktiven Laufbahn erwacht. Im Juni 1992 wurde er Spielertrainer beim SV Holz. Fünf Jahre später schließlich ereilte ihn der Ruf des FC Homburg, bei dem er zunächst die zweite Mannschaft trainierte. Weil die in der Landesliga ungeschlagen an der Tabellenspitze stand, musste der Trainer ein ungewöhnliches Versprechen einlösen. Die Spieler Carsten Mathes und Frank Oberinger hatten den Trainer im Spaß gefragt, was er für eine Siegesserie aussetze. „Ihr könnt euch was aussuchen“, hatte Rubeck leichtfertig geantwortet. Nach 17 Pflichtspielen ohne Niederlage musste der Coach unters Messer. Unter das Rasiermesser seiner Spieler zumindest, die dem Trainer eine Glatze verpassten. Gestört hat es Rubeck im Nachhinein nicht. „Seitdem trage ich die Haare immer kurz. Es hat mir gefallen, ist bequem und eine Frau muss ich mir eh nicht mehr suchen“, meinte er damals mit einem Augenzwinkern.

In der darauf folgenden Saison trainierte Rubeck die aufgestiegene FCH-Reserve in der Verbandsliga. Und eines Tages erhielt er einen folgenreichen Anruf von Erich Berndt, dessen Sohn Markus Rubeck trainierte. Er habe einen interessanten Stürmer entdeckt, der Rubeck interessieren könnte, sagte Erich Berndt. Der Rest ist Geschichte. Denn gemeint war der damals 19-jährige Miroslav Klose, der beim SG Blaubach-Diedelkopf in der pfälzischen Bezirksliga kickte. Rubeck schlug zu. Und als in der Winterpause Werner Kartz beim Regionalligateam der Grün-Weißen entlassen – und Rubeck befördert – wurde, zog dieser Klose in die erste Mannschaft hoch. „Es war purer Zufall. Sonst würde Miro wohl heute irgendwo im Niemandsland rumkicken“, sagte Rubeck damals. Für ihn war unverständlich, dass der künftige WM-Held nie von einem Talentspäher entdeckt wurde. „Denn die Anlagen hatte er damals schon. Er war pfeilschnell und sein Kopfballspiel war unglaublich. Nur taktisch und läuferisch war er eine Katastrophe. Aber das hat er sehr schnell gelernt.“

Rubeck gelang mit dem FCH der Klassenerhalt. Allerdings steckten die Homburger damals in finanziellen Schwierigkeiten. Beiträge an die Berufsgenossenschaft konnten nicht bezahlt werden, sodass der FCH 1999 zum Zwangsabstieg aus der Regionalliga West verdonnert wurde. Zwei Jahre coachte Rubeck das Team noch in der Oberliga Südwest, ehe er 2001 zu Wormatia Worms wechselte.

Klose blieb nicht das einzige Talent, das über Rubeck den Weg in den Profifußball fand. Unter anderem verdiente sich Nationalspieler Robin Koch (Leeds United) unter Rubeck seine ersten Sporen. Den heute 24-jährigen Innenverteidiger, der letzte Saison noch für den SC Freiburg und davor für den 1. FC Kaiserslautern spielte, entdeckte Rubeck als U19-Trainer von Eintracht Trier.

Vor seiner Zeit bei den Moselanern (2014 - 2016) trainierte er zwischen 2007 und 2014 den SVN Zweibrücken. Der Trainer übernahm den Club als SV Niederauerbach in der Verbandsliga – und führte ihn 2013 schließlich in die Regionalliga.

 Heute steht Peter Rubeck mit Co-Trainer Frederic Stark (links) beim saarländischen Verbandsligisten DJK Ballweiler-Wecklingen an der Seitenlinie.
Heute steht Peter Rubeck mit Co-Trainer Frederic Stark (links) beim saarländischen Verbandsligisten DJK Ballweiler-Wecklingen an der Seitenlinie. Foto: Stefan Holzhauser
  Folgenschweres Versprechen: Weil er der damaligen Landesliga-Mannschaft des FC Homburg nicht zutraute, 17 Pflichtspiele in Serie unbesiegt zu bleiben, musste sich Trainer Rubeck im Kreise seiner Spieler von seiner Haarpracht trennen.
Folgenschweres Versprechen: Weil er der damaligen Landesliga-Mannschaft des FC Homburg nicht zutraute, 17 Pflichtspiele in Serie unbesiegt zu bleiben, musste sich Trainer Rubeck im Kreise seiner Spieler von seiner Haarpracht trennen. Foto: Hartung

Auch wenn Rubecks Stationen (Hauenstein, Salmrohr, Ballweiler) nach seinem Engagement in Trier nicht mehr die großen, klangvollen Namen besitzen, hat sich der verheiratete Vater zweier Söhne auch nach fast 30 Jahren im Fußballgeschäft noch auf die Fahnen geschrieben, Talente an den Leistungsbereich heranzuführen. Und vielleicht bekommt Rubeck, der nächstes Jahr seinen 60. Geburtstag feiert, ja noch einmal einen Anruf, in dem ihm ein junger Spieler ans Herz gelegt wird, der von den Talentspähern unerkannt in der Bezirksliga ein Schattendasein fristet.