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Toughrun in Bexbach : Nur die Harten kommen in den Garten

Toughrun in Bexbach : Nur die Harten kommen in den Garten

1100 Teilnehmer sind in Bexbach beim Toughrun am Start gewesen und sorgten damit für einen neuen Rekord.

Am vergangenen Samstag hat im ehemaligen Bexbacher Bundeswehr-Gelände wieder einmal der Ausnahmezustand geherrscht. Die Agentur Erlebnisraum aus Saarbrücken hatte bereits zum siebten Mal zum Funlauf Toughrun „ab in die Batsch“ eingeladen. Und 1100 Teilnehmer waren erschienen und sorgten damit für einen neuen Rekord. Die Extremsportler waren aus ganz Deutschland sowie aus Luxemburg, Frankreich und der Schweiz angereist. Und wie immer lautete bei vielen Teilnehmern das Motto „Auffallen um jeden Preis“. Die ideenreichen Kostümierungen reichten von Elfen über Playboys bis hin zu Neandertaltern.

Die Letztgenannten kamen tatsächlich aus dem Neandertal. Dabei handelt es sich um einen weitgehend unbebauten Talabschnitt der Düssel im niederbergischen Land – auf dem Gebiet der Städte Erkrath und Mettmann. Das Gebiet liegt zehn Kilometer östlich von Düsseldorf. „Mit Ausnahme einiger Quoten-Hessen sind wir alle waschechte Rheinländer. Wir sind bereits seit vielen Jahren mit dabei und freuen uns über das geile Wetter hier“, meinte René aus der Gruppe. Er freue sich auf „Matsch, Matsch, Matsch“. Und anschließend werde auch noch gemeinsam mit den anderen Teilnehmern gefeiert.

Ein paar Meter weiter hatten sich einige „schräge Typen“ in Dieter-Bohlen-Gedächtnis-Trainingsanzügen und coolen Perücken aufgestellt und warteten ebenfalls auf den Start. „Wir kommen aus Elversberg und Burbach. Für solch ausgeflippte Sachen wie hier sind wir immer zu haben. Wenn du morgens in dieser geilen Aufmachung aus dem Haus gehst, starren dich alle Nachbarn an. Das alleine macht schon riesig Spaß. Wir sind die 80er-Sportgruppe und werden alles geben“, meinte das Team-Mitglied Thorsten laut lachend.

Der Start verzögerte sich aufgrund der hohen Teilnehmerzahl etwas. Die Spaßläufer aus nah und fern wurden dann in mehreren Gruppen auf die insgesamt 13 Kilometer lange und in drei Runden aufgeteilte Strecke losgeschickt. So war die Warteschlange am ersten Hindernis, der Rutsche, nicht all zu lang. Wagemutig rutschten die Teilnehmer die wassergetränkte Bahn hinunter und wurden unten von mehreren Heuballen ausgebremst.

Danach ging es weiter. In Sachen Hindernisse war für jeden Geschmack etwas dabei. Im „Battlefield“ musste unter anderem eine Football-Mannschaft besiegt werden. Später ging es über hohe Heuballenhindernisse hinweg. Die einen nahmen den Wettbewerb eher sportlich und versuchten, schnellstmöglich die drei Runden zu absolvieren. Andere nahmen sich sehr viel Zeit und kosteten das Gruppenerlebnis bis zur letzten Sekunde voll aus.

Allerdings wird man die Toughrunner im nächsten Jahr vergeblich am gleichen Ort suchen. Da ab 2018 die Nutzung des Nordteils des Utopion-Geländes aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt ist, sehen sich die Organisatoren im Saarpfalz-Kreis nach einer Alternative um. Gesucht wird ein neuer Veranstaltungsort, der sämtliche Voraussetzungen für einen Extrem-Hindernis-Lauf erfüllt: Eine schöne Natur und eine geeignete Infrastruktur – damit Läufer und Zuschauer weiterhin optimale Bedingungen für die sportlich besondere Herausforderung vorfinden.