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Nullnummer zwischen FC Homburg und FSV Frankfurt

Fußball-Regionalliga Südwest : Turbulente Vorbereitung – lahme Partie

Die Corona-Infektion von Neuzugang Jonas Scholz hatte die Vorbereitung des Fußball-Regionalligisten FC Homburg auf die Partie beim FSV Frankfurt mächtig durcheinander gewirbelt. Bei den Hessen holten die Grün-Weißen am Samstag zumindest einen Zähler.

Das torlose Remis am Ostersamstag in der Regionalliga Südwest zwischen dem FSV Frankfurt und dem FC Homburg war eine zähe Angelegenheit. Beide Mannschaften schienen sich auf dem Rasen in Frankfurt, der sich an der Grenze zur Unbespielbarkeit bewegte, nicht mehr als nötig wehtun zu wollen. Torchancen konnte man an einer Hand abzählen. Immerhin: Der neue FCH-Coach Timo Wenzel blieb auch in seiner vierten Partie mit den Grün-Weißen ungeschlagen. Allerdings musste seine Elf dabei drei Mal mit dem Gegner die Punkte teilen.

„Wenn man die Unruhe der letzten Woche und die Platzverhältnisse heute berücksichtigt – und bedenkt, dass Frankfurt bis vor kurzem noch Chancen auf den Titel hatte, können wir mit dem Remis ganz zufrieden sein“, zog Wenzel ein versöhnliches Fazit. In der Tat war die Vorbereitung auf die Partie bei den Hessen turbulent verlaufen. Am Montag vergangener Woche wurde Winterneuzugang Jonas Scholz, der vom Drittligisten 1. FC Kaiserslautern gekommen war, positiv auf Corona getestet. Was folgte, war eine regelrechte Odyssee durch die Behörden. Fünf Gesundheitsämter und sieben Ortspolizeibehörden im Saarland und Rheinland-Pfalz klapperte der FCH ab, bis feststand, dass am Donnerstag wieder das Training aufgenommen werden durfte. Scholz hatte sich am vorletzten Wochenende auf privater Ebene angesteckt. Da am Montag trainingsfrei war, hatte er keinen Kontakt zu Mitspielern. Dennoch wurde das komplette Team getestet. Weitere Fälle traten dabei aber nicht zutage. Nur Scholz selbst befindet sich seitdem in Quarantäne.

„Offensiv hat uns die Durchschlagskraft gefehlt, in der Defensive haben wir aber nicht viel zugelassen“, benannte Wenzel Licht und Schatten. Drei Mal wurde es für sein Team in Halbzeit eins – zumindest ein wenig – gefährlich. Frankfurts Steffen Staub verfehlte in der 8. Minute das Homburger Tor. Drei Minuten später musste FCH-Torwart David Salfeld, der nach seiner Sperre wieder zwischen den Pfosten stand, zwar erstmals eingreifen. Der erneut von Straub abgegebene Schuss war aber zu unplatziert. Homburg hatte mehr Ballbesitz, brachte das Tor der Hessen im ersten Durchgang aber nicht ernsthaft in Gefahr. Ausnahme: FCH-Spieler Marco Hingerl prüfte in der 35. Minute Routinier Daniel Endres im FSV-Tor. Doch der 35-jährige Schlussmann parierte. Auch auf der Gegenseite gab es vor der Halbzeit noch einen Aufreger. Muhamed Alawie versuchte es spektakulär mit einem Fallrückzieher (39.) Doch auch in dieser Szene musste Salfeld nicht eingreifen.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie nicht spannender. Eine missglückte Flanke von Frankfurts Ahaed Azaouagh (65.), die Salfeld über die Latte lenkte, und ein harmloser Schuss des eingewechselten Homburgers Marcel Carl (70.) fielen noch am ehesten in die Kategorie „Torchance“. In der 86. Minute sorgte noch ein abgeblockter Schuss des ebenfalls eingewechselten Damjan Marceta für erhöhten Puls. Doch kurz darauf war Schluss.

„Hinten standen wir gut, vorne hat die Präzision gefehlt“, stellte FCH-Kapitän Patrick Lienhard wie sein Trainer fest. Innenverteidiger Stefano Maier hob das Positive einer schwachen Partie hervor: „Endlich mal wieder ein Spiel ohne Gegentor.“ Das gelang dem FCH in den 30 Partien in dieser Saison am Samstag erst zum sechsten Mal. Die 41 Gegentore, die der FCH im Laufe der Runde kassiert hat, sind einer der Gründe, warum das Team nur auf Rang neun im Mittelfeld steht.

„Den Punkt haben wir uns verdient. Bis zum nächsten Heimspiel gegen Walldorf gibt es für uns trotzdem einiges aufzuarbeiten“, meinte Wenzel. Den FC Astoria empfängt der FCH am kommenden Samstag um 14 Uhr im Waldstadion. Fans werden auch dann nicht zugelassen sein. Trotz der heute in Kraft tretenden leichten Lockerungen im Saarland, in deren Rahmen mit einem negativen Corona-Test unter anderem Fitnessstudios und Außengastronomie wieder besucht werden dürfen.

FCH-Geschäftsführer Rafael Kowollik sagt: „Wir haben versucht, für unsere Heimspiele bei der Landesregierung eine Zuschauergenehmigung zu bekommen. Es ist aber bei dem Versuch geblieben.“ Bis Ende Oktober durfte der FCH – unter Einhaltung der gängigen Abstands- und Hygieneregeln sowie dem Tragen einer Maske – noch 700 Zuschauer im Waldstadion begrüßen.