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Noch viele Fragezeichen beim Fußball-Regionalligisten FC Homburg

Fußball-Regionalliga : Noch viele Fragezeichen beim FC Homburg

Die Spieler der Grün-Weißen sind in der Sommerpause. Den Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten steht vor dem Start in die neue Runde hingegen noch viel Arbeit bevor. Finanziell und personell ist vieles ungewiss.

Ein letztes gemeinsames Kleingruppen-Training vor dem Pfingst-Wochenende, dann war die abgebrochene Saison auch für die Kicker des FC Homburg endgültig beendet. „Wir haben zwei Wochen länger trainiert, als vorgesehen“, erklärt der Cheftrainer des Fußball-Regionalligisten, Jürgen Luginger. Die Saison wäre regulär am 16. Mai mit dem Heimspiel gegen den jetzigen Meister und Drittliga-Aufsteiger 1. FC Saarbrücken ausgeklungen.

„Es hat nun sicherlich keinen Sinn mehr, weiter in Kleingruppen zu trainieren.“ Auch wenn der Abbruch der Runde in der Regionalliga Südwest wegen der Corona-Pandemie abzusehen war, sei es wichtig gewesen, dass sich das Team nach acht Wochen Spiel- und Trainingspause nochmal gesehen hat und die Spieler wieder mit dem Ball auf dem Rasen tätig sein konnten, statt sich weiter individuell mit Laufen, Kraft- und Athletiktraining fit zu halten. „Ich hätte mir eine schnellere Lösung gewünscht, damit wir früher Planungssicherheit haben“, ärgerte sich FCH-Chef Herbert Eder über den zögerlichen Saisonabbruch.

Für die Verantwortlichen der Grün-Weißen gehen die Personalplanungen für die kommende Saison nun erst richtig los. Es gibt noch zahlreiche Fragezeichen hinter Akteuren, deren Vertrag ausläuft. Aus dem bisherigen Kader weiter für den FC Homburg auflaufen werden die Torhüter David Salfeld, Niklas Knichel, Marc Redl, die Abwehrspieler Tim Stegerer, Stefano Maier, Luca Plattenhard und Maurice Springfeld sowie die Offensiveren Christian Telch, Patrick Lienhard, Jannik Sommer, Serkan Göcer, Marcel Carl, Damjan Marceta und Patrick Dulleck. Zumindest besitzen all diese Spieler einen Vertrag für die kommende Saison. Hinter Stürmer Patrick Dulleck, dessen Vertrag bis Juni 2021 gilt, steht aber ein dickes Fragezeichen. Der Stürmer wollte schon in der Winterpause den Verein verlassen. Nun hat er angeknüdigt, den Grün-Weißen im Sommer den Rücken zu kehren. Sein Trainer wollte hierzu keine weiteren Angaben machen. „Fakt ist, dass Dulleck noch einen Vertrag für die nächste Runde hat.“ Marc Redl werde sich weiter schwerpunktmäßig auf die Arbeit als Torwarttrainer konzentrieren, „aber auch der ersten und zweiten Mannschaft zur Verfügung stehen“.

Offen ist die Zukunft der Mittelfeldspieler Daniel Di Gregorio, Ihab Darwiche, Loris Weiss und Tim Wöhrle, deren Vertäge auslaufen. „Mit ihnen werden Gespräche geführt“, erklärt Luginger. Keine Zukunft mehr beim FC Homburg gibt es für Innenverteidiger Jan Eichmann. Der 24-Jährige wird nach fünf Jahren beim FCH keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Kevin Maek hat seine Profikarriere wegen anhaltender Knieprobleme beendet und spielt nach seinem Umzug nach Berlin ein wenig Fußball beim Kreisligisten SG Eintracht Zepernick. Christopher Theisen, mit neun Treffern bester FCH-Torschütze der vergangenen Saison, wechselt zum Nordost-Regionalligisten Viktoria Berlin (wir berichteten). Auch Thomas Steinherr und Maurice Neubauer werden den FCH verlassen. Neubauer, so Luginger, hat sogar Angebote aus der 2. Bundesliga. In der Winterpause war ein Wechsel zum Drittligisten 1. FC Kaiserslautern im Gespräch.

Unklar ist die Zukunft von Stefan Bosle, der zwar im Profikader des FC Homburg mittrainierte, aber dann regelmäßig im Saarlandligateam auflief. Luginger: ,,Ob er weiter im Regionalligakader trainiert und ihm angehört oder sich ganz auf die Aufgaben bei der Zweiten konzentriert, ist offen.“ Nicht mehr mit den Profis als Standbyspieler wird Sven Sökler trainieren. Er beendet seine Profikarriere, kickt aber weiter bei der Zweiten in der Saarlandliga. Zudem ist er Co-Trainer unter Neutrainer Marc Buchmann in der höchsten saarländischen Spielklasse.

Mit Philipp Schuck vom Ligakontrahenten FK Pirmasens steht erst ein Neuzugang fest. Weitere werden kommen. „Wir müssen erst mal sehen, welche Spieler noch bei uns bleiben und dann weiter sehen, auf welchen Positionen wir uns noch verstärken müssen“, erklärt Luginger. Fest steht, dass sowohl in der Innenverteidigung (für Kevin Maek), auf der linken offensiven und defensiven Außenbahn (für Thomas Steinherr und Maurrice Neubauer) sowie im offensiven Mittefeld (für Christopher Theisen) neue Akteure gebraucht werden.

Vieles hängt bei den personellen Planungen allerdings auch von der finanziellen Situation ab. „Die finanziellen Mittel werden mit Sicherheit nicht größer werden. Wir werden den Einsatz der Ressourcen neu ausrichten müssen“, betonte Herbert Eder. Zum einen würden die vermehrten Auswärtsfahrten durch die Aufstockung der Liga zu höheren Kosten führen, wie Eder betonte. Zum anderen könnte sich der Etat des FCH drastisch reduzieren. Nach Informationen unserer Zeitung stand bis zuletzt vonseiten des Hauptsponsors Dr. Theiss Naturwaren eine Reduzierung der Unterstützung um 30 Prozent im Raum. In dieser Woche solle aber noch einmal verhandelt werden.

Klar sei aber, laut Jürgen Luginger, dass der Kader des FC Homburg in der kommenden Runde verkleinert wird. Statt wie zuletzt mit 26 Spielern plant der diesjährige Tabellenvierte der Regionalliga Südwest nur noch mit 22 Fußballern.

Offen ist weiterhin der Beginn der Saison 2020/21 in der Fußball-Regionalliga Südwest. Vorläufig soll dieser Anfang September sein. „Dies hängt natürlich von der weiteren Entwicklung der Virus-Pandemie ab“, sagt Jürgen Luginger. Sobald der Starttermin feststeht, würde der FC Homburg dann auch den Beginn der Vorbereitungsphase festlegen. „Sechs Wochen wird diese dann dauern“, erklärt der 52-jährige Fußballlehrer.