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„Niveau in entscheidenden Rennen ist hoch“

„Niveau in entscheidenden Rennen ist hoch“

Zweibrücken. Die Straßensaison der Rennradfahrer ist beinahe vorüber. Beine hochlegen und sich von den Strapazen des Sommers erholen, heißt es für Felix Drumm dennoch nicht. Der 21-jährige Mörsbacher steigt nun gleich auf sein Crossrad um. Erstmals wird sich der Fahrer des RSC Zweibrücken, der für das Kuota-Lotto-Team startet, im Winter bei der Elite und nicht mehr bei der U23 messen, wo er in der Vergangenheit zahlreiche Erfolge gefeiert hat. Mit Merkur -Redakteurin Svenja Hofer sprach Drumm über die abgelaufene Straßensaison sowie den Sprung zur Elite.

Herr Drumm, Sie sind gerade im Übergang von der Sommer- in die Wintersaison. Stehen noch Rennen auf der Straße an oder sind Sie bereits komplett aufs Crossrad umgestiegen?

Felix Drumm: Ich bin bereits zwei Cross-Rennen zum Einstieg gefahren. Aber am 9. Oktober nehme ich auch noch an einem Straßenrennen bei Paris teil. Am Anfang der Saison gibt es das immer auch als Profirennen, jetzt zum Ende ist es das für die U23.

Fällt der Umstieg von Straßen- auf Crossrad und umgekehrt eigentlich schwer?

Drumm: Ich trainiere ja häufiger mit unterschiedlichen Rädern. Und nach wenigen Einheiten hat man sich schnell wieder an das andere Rad gewöhnt.

Auch wenn noch ein Rennen aussteht, wie sieht Ihr Fazit der Sommersaison aus?

Ich bin nicht unbedingt mega-zufrieden. Vor der deutschen Meisterschaft bin ich krank geworden, daher konnte ich da nicht so fahren, wie ich es mir vorgenommen hatte. Richtig gut lief aber im Mai die Tour de Berlin. Bei dem UCI-Rennen sind die stärksten U23-Fahrer im Feld dabei, auch solche, die bereits einen Vorvertrag in Profiteams haben. Unser Kuota-Lotto-Team hatte zwei Fahrer unter den Top Ten und zudem haben wir als erstes deutsches Team Platz drei in der Mannschafts-Gesamtwertung erreicht.

Sind Sie, wenn auch nicht alles rund lief, mit Ihrer Entwicklung insgesamt zufrieden?

Drumm: Ich denke schon, dass ich noch einmal ein gutes Stück draufgepackt habe im Vergleich zum vergangenen Jahr. Die Krankheit vor der DM kam einfach zu einem schlechten Zeitpunkt.

In der nun startenden Cross-Runde fahren Sie erstmals bei der Elite, nicht mehr bei der U23, obwohl Sie erst jetzt im November 22 Jahre alt werden.

Drumm: Ja, für diese Cross-S aison zählt schon das Jahr 2017, und wie alt ich da bin. Und da ich da 23 werde, kann ich nicht mehr bei der U23 starten.

Wie groß ist der Sprung von der U23 zur Elite?

Drumm: In vielen Rennen fahren die U23 und die Elite sowieso zusammen, daher kennt man die Fahrweise schon, und der Unterschied ist nicht immer zu spüren. Aber die Weltcups, die nationalen und internationalen Meisterschaften wie DM und WM, bei denen dann getrennt gefahren wird, da wird es schon schwerer. Auch die WM-Nominierung, überhaupt dorthin zu kommen, wird schwerer. Es gibt einfach auch viel mehr Berufsradfahrer bei der Elite. Und im Cross geht es ja auch immer um die beste Startaufstellung, dort muss mann UCI-Punkte sammeln. Was sicher auch nicht einfacher wird. Das Niveau in den entscheidenden Rennen, dann, wenn es drauf ankommt, ist schon sehr hoch. Hinzu kommt die Umstellung auf zehn Minuten mehr Fahrzeit.

Machen die zehn Minuten mehr viel aus? Körperlich und auch mental?

Drumm: Im Grunde kann man es im Cross nie genau sagen, wie lange ein Rennen dauert. Als ich das erste Mal deutscher Meister bei der U23 wurde, bin ich auch über 50 Minuten gefahren. An der Kondition fehlt es sicher nicht, im Sommer fahre ich ja häufig Rennen über 200 Kilometer. Man muss es aber auch schaffen, die Konzentration hochzuhalten.

Mit welchem Ziel gehen Sie in die Wintersaison?

Drumm: Neben guten Weltcup-Rennen will ich auch bei der Elite zur DM und WM.

Was stehen im Winter alles für Rennen an, wie ist Ihr Zeitplan?

Drumm: Am nächsten Sonntag steht nun zunächst ein Rennen der EKZ-Cross-Tour in Aigle in der Schweiz an. Die Tour insgesamt umfasst fünf, sechs C1-Rennen - also alle der höchsten Kategorie. Dann stehen UCI-Rennen in Frankreich, Luxemburg und Deutschland auf dem Programm. Im November dann auch Weltcups. Einen gibt es auch in Deutschland, in Zeven zwischen Hamburg und Bremen. Für die starken Belgier ist das zwar näher als für mich (lacht), aber dennoch ist es ein Heim-Weltcup, den man gerne mitnimmt. Daneben werde ich bei dem ein oder anderen Rennen des Deutschland-Cups teilnehmen. Und dann findet am 10./11. Januar wieder die deutsche Meisterschaft in Queidersbach statt, Ende Januar die Weltmeisterschaft in Belgien.

In den vergangenen Jahren, nach Ihren Titeln bei der U23-Cross-DM schwang immer wieder durch, dass Ihr Herz am Querfeldeinfahren hängt. Ist eine Spezialisierung ein Thema für Sie oder brauchen Sie auch die Straßenrennen?

Das Hauptaugenmerk liegt bei mir schon auf Cross. Aber ohne die Kilometer auf der Straße und mit dem Mountainbike geht es nicht. Man braucht diese Grundlage für den Winter. Ich denke darüber nach, im nächsten Sommer eventuell noch mehr Mountainbike zu fahren, aber dazu muss ich erst sehen, wie es mit den Teams klappt. Daher ist eine Prognose schwer.

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