Nah dran an der Überraschung

Die neunte Niederlage in Folge haben die Handballer des SV 64 Zweibrücken in der 3. Liga Süd kassiert. Beim 28:32 gegen den Tabellendritten Fürstenfeldbruck zeigte das Team von Tony Hennersdorf aber Fortschritte.

Der große Kampf ist nicht belohnt worden. Doch obwohl der SV 64 Zweibrücken am Samstag gegen den TuS Fürstenfeldbruck das neunte Handball-Drittligaspiel in Folge verloren hat, zeigte er gegen den Tabellendritten eine gute Leistung. Verkaufte sich mit dem 28:32 (16:15) etwas unter Wert.

Ein Klassenunterschied zwischen dem Tabellenletzten und dem Spitzenteam war nicht erkennbar, vielmehr vermittelte der Verlauf während der 60 spannenden Spielminuten den Eindruck, als könnten die 64er eine Überraschung schaffen. Vor allem in deren stärkster Phase, als die Gastgeber vom 11:13 (20.) auf 16:13 davonzogen. Zwei TuS-Spieler saßen währenddessen allerdings zeitgleich eine Zeitstrafe ab. In der ersten Viertelstunde auf Augenhöhe waren es aufseiten der Gäste der starke Rechtsaußen Marcus Hoffmann sowie auf Zweibrücker Seite Tim Burkholder, die Akzente setzten. Beide hatten bis zum 6:8 (14.) je dreimal getroffen. Luca Dobrani, der bei den Zweibrückern den kurzfristig wegen dienstlicher Gründe ausgefallenen Benni Zellmer auf der vorgezogenen Abwehrposition ersetzte, kam beim 8:9 zu seinem ersten Saisontor. Über die Tatsache, dass seine jungen Spieler die körperlich überlegenen Bayern nicht einfach wegziehen ließen, die Zweikämpfe gegen die agilen Rückraumspieler annahmen und damit auch den Zuschauern in der Halle signalisierten, dass sie in der laufenden Saison durchaus einen Entwicklungsprozess durchlaufen haben, freute sich SV-Trainer Tony Hennersdorf. Nach der starken Phase zum 16:13 durch Dennis Götz (25.) "haben wir dann fünf Minuten lang leider kein weiteres Tor mehr erzielt und damit eine höhere Pausenführung verspielt", ärgerte sich Hennersdorf über fehlendes Wurfglück. So ging es mit 15:16 in die Kabinen.

Beim Treffer zum 23:23 durch Nils Wöschler (48.) waren die 64er dann letztmals auf Tuchfühlung. Sechs Gästetore in sechs Minuten, in denen die Zweibrücker Würfe entweder ans Torgebälk gingen oder gehalten wurden, brachten die Entscheidung zugunsten des TuS Fürstenfeldbruck. Johannes Stumpf war in der 55. Spielminute zum 29:23 erfolgreich. Zwar kämpften die Zweibrücker weiter, kamen durch einen weiteren Siebenmeter von Götz und zwei Treffer Wöschlers auf 26:29 heran. Am Ende vernachlässigten aber beide Mannschaften die Abwehrarbeit, was sich auch daran ablesen lässt, dass in den letzten 62 Sekunden dieses kurzweiligen Spieles noch fünf Treffer fielen. Das Endergebnis von 28:32 war aus Sicht der Gäste auch verdient, da sie, trotz der Steigerung des SV 64, einfach einen Tick cleverer agierten.

"Wir waren vor drei Jahren in einer ähnlichen Situation wie ihr, nämlich mit einer jungen und unerfahrenen Mannschaft auf einem Abstiegsplatz gelandet und erst in der Relegation in der Liga geblieben. Wir sind zusammengeblieben und haben uns weiterentwickelt. Das traue ich auch dem jungen SV-Team zu", fand TuS-Spielmacher Christian Haller anerkennende Worte. Tony Hennersdorf war angesichts dieser Leistung seiner Mannschaft auch nicht unzufrieden. "Die erste Halbzeit war schon sehr gut", freute er sich über die Fortschritte. Darauf lasse sich aufbauen - vielleicht schon am Samstag bei der TSG Haßloch.

Zum Thema:

Auf einen Blick SV 64: Berz und Selakovic (ab der 17.) im Tor - Grieser 1, Burkholder 5, Wöschler 6 - Hammann 2, Dobrani 1 - Bach 3 - Götz 5/5, Alt 3, Denk 2, Huber, Oetzel und Schwarzer. cg