Moral beim SVN ist intakt

Ohne Punkte, aber erhobenen Hauptes konnte der SVN Zweibrücken nach der 1:3-Niederlage in Jägersburg nach Hause fahren. Allen Querelen der letzten Tage zum Trotz wehrte sich das Schlusslicht bis zum Abpfiff tapfer. Etwas Zählbares sprang aber wieder nicht heraus.

Wenn am Ende der Unterlegene zufriedener dreinschaut als sein siegreicher Gegenüber, dann sagt das einiges über das Spiel aus. Mit viel Kampf und Einsatzbereitschaft verdiente sich der SVN Zweibrücken beim 1:3 in Jägersburg zwar keine Punkte, stellte aber unter Beweis, dass nach einer turbulenten Woche zumindest die Moral intakt ist. "Vor dem Abschlusstraining hatte ich schon etwas Angst, ob die Jungs mitziehen. Aber was die Mannschaft heute gezeigt hat, war das Beste, was wir in dieser Saison auf den Platz gebracht haben. All das, was wir uns am Freitag vorgenommen haben, haben wir auch umgesetzt", zollte Co-Trainer Cedric Friedmann, der nach dem Rauswurf von Sorin Radu vorübergehend die Chefrolle übernommen hat, dem couragierten Auftritt seiner Elf Respekt. Heute dann soll Raphaél Laghnej bis 2018 beim Oberliga-Schlusslicht anheuern. Der Vertrag sei "so gut wie unterschrieben", erklärte der SVN-Vorsitzende Richard Denger.

Echte Torchancen bekamen die etwa 240 Zuschauer im Alois-Omlor-Sportpark in den ersten 30 Minuten nicht zu sehen. Einen Drehschuss von Daniel Dahl (20.) lenkte SVN-Torwart Andrei Popescu zur Ecke. Ansonsten störten die Gäste mit ihrem giftigen Zweikampfverhalten geschickt das Jägersburger Kombinationsspiel und eroberten somit immer wieder einfache Bälle im Mittelfeld. Sehr zum Ärger von FSV-Trainer Marco Emich, der mit der "viel zu legeren" Spielweise überhaupt nicht einverstanden war. "Es gibt Mannschaften, denen reichen 90 Prozent, um zu gewinnen - uns nicht. Am Ende zählt aber nur das Ergebnis. Also Mund abputzen, fertig!"

Erst kurz vor der Pause nahm die Partie an Fahrt auf. Zunächst strich ein Außenristschuss von Matthias Stumpf (34.) knapp am SVN-Tor vorbei. Drei Minuten später kollektives Entsetzen auf der Zweibrücker Bank: Nach einem Kopfballduell im Strafraum lagen Verteidiger Berti Brandon Diau und Max Wettmann am Boden - Schiedsrichter Dominic Mainzer zeigte sofort auf den Punkt. Jägersburgs Daniel Dahl versagten allerdings die Nerven, sein Schuss ging rechts am Kasten vorbei. Als alles mit einem torlosen Remis zur Pause rechnete, landete eine Flanke auf Umwegen vor den Füßen von Florian Hasemann, der mit einem trockenen Schuss von der Strafraumkante doch noch für die Jägersburger Pausenführung sorgte.

Mit deutlich mehr Zug zum Tor erarbeiteten sich die Gastgeber gleich nach Wiederbeginn gute Möglichkeiten. Die beste vergab Tim Schäfer (57.), der freistehend über das Zweibrücker Tor köpfte. Zehn Minuten später klappte es besser. Ein Zuspiel von Marvin Gabriel drosch Daniel Dahl nach kurzer Drehung zum 2:0 unter Latte. Das sehenswerte Solo von Steven Simon veredelte eine Viertelstunde vor dem Ende Christopher Dahl, der das Leder nur noch über die Linie drücken musste. Im Gegensatz zu den vergangenen Wochen ließen die Zweibrücker aber nicht die Köpfe hängen, kämpften tapfer weiter und verdienten sich den Ehrentreffer. Nachdem der agile Ralph Smith geschickt Jannik Jorissen auf Außen freigespielt hatte, konnte Valdrin Dakaj (82.) unbedrängt zu 1:3-Endstand einnicken.

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Auf einen BlickFSV: Luck - Hasemann, Schommer, Simon, Meier - Ehrmann (45. C. Dahl), D. Dahl, Stumpf - Gabriel (86. Braun), Schäfer (77. Ruschmann), Wettmann.SVN: Popescu - Müller, Alika, Diau, Osmantsa - Gündüz (71. Bilaloglu), Onyema (45. Augusto), Smith, Fotso - Dakaj, Vrbarac (66. Jorissen).Tore: 1:0 Hasemann (45.), 2:0 D. Dahl (66.), 3:0 C. Dahl (76.), 3:1 Dakaj (82.).Gelbe Karten: - Alika, Müller.Bes. Vorkommnis: D. Dahl verschießt Foulelfmeter (37.).Schiedsrichter: Dominic Mainzer (Konz).Zuschauer: 240. maw