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Handball-Oberliga: Mit Sommerhandball in Richtung Titel

Handball-Oberliga : Mit Sommerhandball in Richtung Titel

Oberliga-Tabellenführer VTZ Saarpfalz versprüht bei mühsamem 28:27-Sieg gegen Saulheim nur wenig Glanz.

Auf der Anzeigetafel steht es im Spiel der VT Zweibrücken gegen die SG Saulheim 28:27 für die VTZ – und die Spielzeit ist abgelaufen. Doch die Gäste aus Saulheim haben mit einem direkten Freiwurf noch die Chance, einen Punkt zu entführen. Aber Matthias Konrad bleibt leicht im Abwehrblock der Zweibrücker hängen und Torhüter Yannic Klöckner hat keine Probleme, den Ball zu entschärfen. Durch den Sieg ist der VTZ der Aufstieg in die dritte Liga kaum noch zu nehmen. Doch auf große Jubelarien warteten die Zuschauer am Samstag vergeblich. Im Gegenteil: Spieler und Verantwortliche zeigten sich nach der Partie unzufrieden mit dem dargebotenen Sommerhandball. Zu viel von dem, was die Mannschaft von Danijel Grgic in den letzten Wochen ausgezeichnet hatte, wurde nicht abgerufen.

Und dennoch: Durch den knappen 28:27 (15:15)-Erfolg fehlt den Oberliga-Handballern der VTZ nur noch ein Sieg zur Meisterschaft.

Gegen Saulheim zeigten die Saarpfälzer im Heimspiel eine durchwachsene Leistung und ließen den nötigen Biss vermissen. Saulheim spielte zumindest passabel  und hatte mit Matthias Konrad den überragenden Akteur auf seiner Seite. Bei der VTZ überzeugten lediglich Kapitän Philip Wiese und Linksaußen Richard Wilga.

Immerhin: VTZ-Coach Danijel Grgic gab nach der Partie zu Protokoll, dass seine Mannschaft aus diesem Spiel „etwas lernen kann“. Gästetrainer Rainer Sommer, der die Vorberichterstattung aufmerksam verfolgt hatte und nach dem Spiel nicht müde wurde, anzumerken, dass es zu einfach wäre, die Heimstärke seiner Mannschaft auf das Spiel ohne Harz zu reduzieren, lobte den Auftritt seines Teams. Sommer verwies auf die schwierige Personalsituation seit Beginn des Jahres. „Wir sind seit Januar am Limit und die Spieler sind platt. Wir haben gehofft, dass die VTZ vielleicht etwas Nervenflattern bekommt und wir zuschlagen können. Nichtsdestotrotz bin ich mit der Leistung sehr zufrieden.“

Von Beginn an hatte man das Gefühl, dass es an diesem Tag eine zähe Angelegenheit für die Hausherren werden würde. Auch wenn die VTZ-Abwehr zumindest solide stand, fanden die Gäste immer wieder mit Würfen aus dem Rückraum ihr Glück. Gerade in Halbzeit eins überragte bei Saulheim der erfahrene Rückraumspieler Mathias Konrad, der acht seiner zehn Treffer im ersten Durchgang erzielte. Das lag aber auch daran, dass die Zweibrücker Torhüter Rouven Latz und Klöckner in der ersten Halbzeit einen rabenschwarzen Tag erwischten. Grgic war mit der Torhüterleistung so unzufrieden, dass er bereits nach sieben gespielten Minuten Latz für Klöckner reinbrachte. Dieser bekam aber ebenfalls kaum eine Hand an den Ball, so dass in der 18. Spielminute erneut Klöckner in die Partie kam. Der Erfolg der Wechselrochaden blieb zunächst überschaubar.

Auch im Angriff wirkten die Bemühungen der Hausherren undiszipliniert und pomadig. Von dem sonst so ruhigen Handball war an diesem Tag bei den Saarpfälzern wenig zu sehen. Teilweise wild und unvorbereitet wurde einfach aufs Tor gefeuert. Die Gäste hingegen holten aus ihren Möglichkeiten das Maximum heraus. Die Abwehr stand gut und im Angriff ging so ziemlich alles über Konrad, der es verstand, lange Angriffe mit seinen Nebenmännern zu spielen und geduldig auf die Chance zu warten. Die erste Halbzeit war von vielen Führungswechseln geprägt und beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Zur Halbzeit stand es leistungsgerecht 15:15.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien es, als ob der Favorit sich stabilisieren würde. Nach dem zwischenzeitlichem 16:16 (33.) setzten sich die Zweibrücker nach Treffern von Wladislaw Kurotschkin und zwei Mal Wiese auf 19:16 (36.) ab. Gästetrainer Sommer reagierte und nahm eine Auszeit, die seiner Mannschaft spürbar half. Sie drehten die Partie erneut und gingen nach einem Treffer von Julius Werber mit 20:19 (43.) in Führung. Die VTZ ließ in dieser Phase zu viele Großchancen ungenutzt. Nicht weniger als 16 Fehlwürfe leisteten sie sich alleine in Hälfte zwei, wobei lediglich sieben von dem Torhütergespann der Gäste entschärft werden musste. Erneut schaltete der Spitzenreiter kurzzeitig einen Gang hoch und ging selbst mit 22:20 (46.) in Führung.

Anteil daran hatte vor allem der bis dahin glücklose Klöckner, der in der nun immer besser wurde.Die VTZ hielt in der Schlussphase eine knappe Führung, konnte sich gegen die kämpferischen Gäste aber nicht absetzen. Als die VTZ nach einem Kempa-Tor des guten Richard Wilga auf 28:25 in der 59. Minute erhöhte, schien die Partie entschieden. Doch die SG antwortete schnell über Julius Werber und verkürzte auf 26:28. Die Gäste gingen jetzt offensiv raus kamen kurz vor Schluss auf 27:28 heran – doch am Ende machte die VTZ trotz einer wenig meisterlichen Vorstellung einen weiteren großen Schritt Richtung Aufstieg.