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Mit Geduld und Einfühlungsvermögen

Mit Geduld und Einfühlungsvermögen

Die ersten Dressurprüfungen haben Reiter und Veranstalter beim Turnier des RFV Winzeln hinter sich gebracht. Die Höhepunkte folgen am Samstag und Sonntag mit Flutlichtkür und dem Grand Prix de Dressage.

Ein reines Dressurturnier bietet eine andere Stimmung, als ein Turnier mit Springwettbewerben. Davon konnten sich Teilnehmer, Zuschauer und Veranstalter gleich zu Beginn am Donnerstag überzeugen. Während im Springen alle zwei bis drei Minuten ein neuer Teilnehmer einreitet, dauert eine Dressurprüfung mindestens dreimal so lange. Ist im Springen der Abreiteplatz stets dicht belegt mit Reitern, so bleibt in der Dressur deutlich mehr Raum für die einzelnen Reiter-Pferde-Paare. Wo am Sonntag noch der große Parcours mit 1,50-Meter-Hindernissen aufgebaut war, herrscht jetzt gähnende Leere. "Wie in Aachen", scherzte jemand beim Anblick des 20 auf 60 Meter groß abgesteckten Dressurvierecks. Parallel zu der Reitpferdeprüfung dort ermittelten auf dem kleineren Dressurplatz in 20 mal 40 Metern Standardgröße die Amazonen in der A-Dressur Sieger und Platzierte.

Late Night Lennie ABS, der vierjährige Zweibrücker Wallach aus der Zucht von Achim Bauer blieb trotz lauter Musik, anderer Pferde und der fremden Umgebung unbeeindruckt. Gecoached von Bauer, stellte ihn Vereinskameradin Nadja Schreiber vom RFV Bundenbacherhöhe in den drei Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp vor. Die Richter sahen das junge Pferd mit der Wertnote 7,2 auf dem Bronzerang.

Geduld und Einfühlungsvermögen benötigten auch Sophie Friedrich und ihre Mutter. Ponystute Nataie, mit der ihre Reiterin als erste Reserve in der A-Dressur mit Wertnote 6,7 eine Schleife verpasst hatte, stand lustlos vor dem geöffneten Pferdehänger. "Sie braucht immer Zeit, irgendwann geht sie von ganz allein", erklärte Sophie. Um nur einen halben Punkt verpasste in der leistungsdichten M**-Dressur die Einöderin Gabriele Ehrmanntraut (Bliesgau) mit Schattenmann eine Platzierung (660,5).

Höhepunkte sind am Samstag die S***-Intermediare II ab 16.30 Uhr sowie die Flutlichtkür ab 21 Uhr. Der Sonntag bringt spannende Endausscheidungen in Klasse A** und M* sowie als krönenden Abschluss des Dressurturniers den Grand Prix de Dressage auf Olympia-Niveau ab 15.30 Uhr. In den schweren Prüfungen sattelt neben der Dressur-Elite aus dem Saarland und aus Luxemburg auch Nationenpreis-Siegerin, Finalistin im Nürnberger Burgpokal und Vize-Weltmeisterin der jungen Dressurpferde, Uta Gräf vom Rothenkircherhof in Kirchheim-Bolanden.