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Handball-Oberliga: Meisterlicher Auftritt im Oberliga-Derby

Handball-Oberliga : Meisterlicher Auftritt im Oberliga-Derby

Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken fegt die Handballfreunde Illtal nach einer Topleistung mit 35:17 aus der Halle.

Die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken haben am Samstagabend das Spitzenspiel gegen die Handballfreunde Illtal nach einer beeindruckenden Leistung verdient mit 35:17 (13:7) gewonnen. Mit jetzt 18:0-Punkten führen die Löwen weiter unangefochten die Tabelle vor der SG Saulheim an.

800 Handballbegeisterte in der Westpfalzhalle gaben dem Spitzenspiel des Tabellenführers gegen den Drittplatzierten der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar einen würdigen Rahmen und brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Vom Anpfiff weg zahlten die Akteure auf dem Spielfeld den Kredit wieder zurück. Hoch emotional, körperbetont und teilweise verbissen wurde um jeden Zentimeter Hallenboden gekämpft. Das Schiedsrichtergespann hatte bereits in der Anfangsphase alle Hände voll zu tun und verteilte innerhalb der ersten zehn Minuten schon drei gelbe Karten und drei Zeitstrafen.

Den besseren Start erwischten die Hausherren. Mit einem kleinen Zwei-Tore-Vorsprung hielten sie die Illtaler Zebras über die Zwischenstände von 2:0 (3.), 4:2 (7.) und 6:4 (11.) auf Distanz. Doch nach einer weiteren Zeitstrafe gegen Tim Schaller kippte das Spiel zu Gunsten der Gäste aus dem Saarland. Als der starke Philipp Kockler durch seinen Treffer zum 6:7 die erste Führung für die Illtal erzielte, zog SV-Trainer Stefan Bullacher die Reißleine und beantragte eine Auszeit (17.). Er beorderte nun Benni Zellmer ins Zentrum der 3:2:1-Deckung, um seiner Abwehr mehr Stabilität zu verleihen und Marc-Robin Eisel, der zunächst den verletzten Christopher Huber im linken Rückraum ersetzte, wechselte auf die Spielmacherposition. Und diese beiden Maßnahmen gaben dem Spiel der Löwen dann auch eine entscheidende Wende.

In den verbleibenden 13 Minuten der ersten Halbzeit gelang den Gästen kein einziger Treffer mehr. Die bewegliche und variable Defensive der Hausherren ließ die starken Illtaler Rückraumspieler nicht mehr zur Entfaltung kommen und die Abschlüsse, die trotzdem noch den Weg auf das Zweibrücker Gehäuse fanden, wurden zur sicheren Beute des wiederum sehr gut aufgelegten Torwarts Marko Ivankovic. Der Kroate hatte bis zu seiner Auswechslung in der 40. Spielminute eine unglaubliche Quote von 50 Prozent gehaltener Bälle.

Im Angriff fanden vor allem Niklas Bayer, Eisel und Benni Zellmer immer wieder die passenden Lücken in der Abwehr der Handballfreunde. Durch einen 7:0-Lauf setzten die 64er noch vor dem Seitenwechsel ein dickes Ausrufezeichen und gingen mit einer verdienten 13:7-Führung in die Pause. „Unsere Jungs werden von Spiel zu Spiel besonnener. Sie können auch mit schwierigen Situationen besser umgehen und zerbrechen nicht mehr daran. Dass wir nach dem Rückstand so stark zurückgekommen sind, war der Schlüssel zum Erfolg“, freute sich Trainer Bullacher über die Nervenstärke seiner Schützlinge.

Auch nach Wiederanpfiff sahen die Fans das gleiche Bild. Die Zweibrücker waren drückend überlegen. Als Tobias Alt, der genau wie Tom Ihl nach einem einjährigen Gastspiel in Illtal zu Rundenbeginn wieder nach Zweibrücken zurückkehrte, den Treffer zum 17:7 erzielte, war die Vorentscheidung gefallen. Erst Tim Groß beendete mit seinem Tor (17:8/37.) die 20-minütigeTorflaute der Nordsaarländer. Im zweiten Durchgang war die ganz große Anspannung von beiden Mannschaften abgefallen. Auch die beiden Trainer Markus Simowski und Stefan Bullacher nutzen die Gelegenheit, allen Spielern noch einmal ausreichend Spielpraxis zu verschaffen.

So verlief auch die nächste Viertelstunde bis zum 28:16 (53.) ohne größere Höhepunkte. Allerdings gaben die Löwen in den letzten sieben Minuten noch einmal richtig Gas. Durch den 7:1-Schlussakkord sorgten sie zum Ende nicht nur für einen imposanten 35:17-Endstand, sondern auch für richtig viel Partystimmung auf den Rängen.

„Mir fehlen ja selten die Worte, aber heute bin ich wirklich sprachlos. Was die Jungs aktuell auf die Platte bringen, mit so viel Freude und Leidenschaft und wie unsere Fans uns fantastisch unterstützen, das ist unbeschreiblich. Einfach nur Wahnsinn“, suchte selbst der erfahrene SV-Trainer Bullacher nach dem Schlusspfiff nach den passenden Worten.