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Meister! Hornets gewinnen Penalty-Drama

Meister! Hornets gewinnen Penalty-Drama

Mit einem 5:4 (0:1/2:2/2:1/1:0) nach Penaltyschießen über die Eisbären Heilbronn hat der EHC Zweibrücken die Regionalliga-Meisterschaft perfekt gemacht.

Freitagabend, 22.33 Uhr: Ein Jubel-Orkan brandet auf in der Zweibrücker Ice-Arena. Die Hornets sind Meister! Menschen liegen sich in den Armen, die komplette EHC-Mannschaft stürzt sich auf Torhüter Steven Teucke, der gerade den entscheidenden Penalty von Marc Oppenländer pariert hat. Damit hielt er den größten Erfolg der Vereinsgeschichte fest - den ersten Titel in der Eishockey-Regionalliga.

Es war vor allem ein Sieg des unbändigen Willens der Hornets. Fast über die gesamte Spielzeit lagen die Zweibrücker zurück, brauchten lange, um ins Spiel zu kommen. Im ersten Drittel fehlte noch ein wenig Zug im Spiel der Gastgeber. Zwei Überzahl-Situationen verpufften wirkungslos. Auf der anderen Seite nutzte Heilbronn eine der wenigen Möglichkeiten zur 1:0-Führung durch Sven Breiter (7.). Mit diesem Ergebnis ging es auch in die erste Drittelpause.

Im zweiten Spielabschnitt waren die Zweibrücker dann drauf und dran, besser ins Spiel zu kommen. In Überzahl hatte Ryan McDonald die Chance zum Ausgleich (26.). Doch dann schwächten die Hornets sich selbst: Weil sie sechs Mann auf dem Eis hatten, bekamen sie eine Zeitstrafe. Und nach einem weiteren Vergehen von McDonald hatten die Heilbronner anschließend sogar doppelte Überzahl. Die brenzlige Situation war eigentlich gerade überstanden - da klingelte es erneut im Hornets-Kasten. Manuel Pfenning traf zum 2:0 für Heilbronn (29.).

Doch nun zeigte sich, woraus echte Meister gemacht sind. Die Hornets gaben nicht auf und kämpften sich ins Spiel. In Überzahl traf Maximillian Dörr zum 1:2-Anschlusstreffer (32.). Jetzt ging es Schlag auf Schlag: Auf der anderen Seite stellte Claudio Schreyer den alten Abstand wieder her. Und nur eine Minute später hätte Heilbronn sogar auf 4:1 davonziehen können: Doch Teucke parierte in einer Eins-gegen-Eins-Situation. Auf der anderen Seite löste Tom Tracy das deutlich besser: Auch er lief alleine auf den Keeper zu - versenkte den Puck allerdings zum 2:3 im Tor der Gäste (38.). Die Hornets waren vor dem Schlussdrittel wieder dran!

In den letzten 20 Minuten der regulären Spielzeit machten die Zweibrücker dann mächtig Druck: Doch Stephan Brüstle (42.), McDonald (44.) und Benedikt Peters (46.) vergaben zunächst. Dann erlöste Tracy die Fans in der Ice-Arena und traf zum Ausgleich (49.). Die Halle kochte. Die EHC-Anhänger sehnten den Siegtreffer herbei. Und ein Tor fiel auch - allerdings auf der anderen Seite. Breiter schockte die Hornets mit seinem zweiten Treffer zum 4:3 (55.). Und zwei Minuten später hätte alles vorbei sein können: Die Heilbronner bekamen einen Penalty zugesprochen. Breiter versuchte sein Glück - scheiterte aber an Teucke, der zum Held des Abends werden sollte. Dass er die Gelegenheit dazu bekam, lag an einem sehr merkwürdigen Tor durch McDonald in der Schlussminute. Irgendwie kullerte der Puck am unglücklichen Heilbronner Schlussmann ins Tor. Doch egal: Verlängerung! In der passierte nicht viel. Die Hornets überstanden eine Unterzahl schadlos und retteten sich ins Penaltyschießen, das für die Gastgeber nicht gut begann: Marc Lingenfelser vergab, Schreyer traf für Heilbronn. Dann jedoch schlug die Stunde der US-Boys McDonald und Tracy, die den Puck beide versenkten. Und die von Steven Teucke: Der Torhüter parierte zunächst gegen Jörg Filobok, und hatte dann beim dritten Versuch der Heilbronner die große Chance, den Sieg perfekt zu machen. Und das gelang ihm auch.

Hornets-Trainer Tomas Vodicka brauchte nach dem Drama einen Moment, um die richtigen Worte zu finden: "Unglaublich!", brachte er schließlich heraus. "Wie die Mannschaft nach dem verschlafenen ersten Drittel zurückgekommen ist, und wie sie dann Eishockey gespielt hat - das war schon bärenstark!", zollte er dem neuen Meister der Eishockey-Regionalliga Respekt.