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Reitsport: Lokalmatadore sind konkurrenzfähig

Reitsport : Lokalmatadore sind konkurrenzfähig

Dressurturnier Winzeln: Kerstin Müller gewinnt Silber in der mittelschweren Klasse der L-M-Tour.

Das Winzeler Dressurturnier vereint jedes Jahr Profi-Dressur und Amateure aus mehreren hundert Kilometern Umkreis mit den ambitionierten Nachwuchs-Reitern der Region. Die Dressur-Amazonen und Profireiter aus der Südwest- und Saarpfalz bewiesen, dass sie absolut konkurrenzfähig sind. In der L-M-Tour gewann Kerstin Müller vom RSC Walshausen mit der neunjährigen Zweibrücker Stute Florentiana nach Rang fünf in der L-Qualifikation im Finale der mittelschweren Klasse Silber.

Auch für die Gastgeber hielt das Wochenende einige erfreuliche Überraschungen bereit. Mit Sansibar verpasste Ann-Katrin Adler bei der Qualifikationsprüfung zum Juniorenpreis des Nürnberger Burgpokals knapp das Treppchen. Mit ihrem neunjährigen Trakehner Sansibar ritt sie in der Dressurreiterprüfung Klasse L mit der Wertnote 7,2 auf Rang vier, stolz und glücklich über die Leistung ihres Vielseitigkeitspferdes. Für sie selbst völlig unerwartet, werteten die Turnierrichter Vereinskollegin Kristina Sappok und ihre sechsjährige Nachwuchsstute Rubina Royal in der A**-Dressur auf den Silberrang. „Sie hat sich in den drei Tagen an Vieles gewöhnt“, stellte die 27-jährige Amazone erfreut fest. Letzte Anweisungen von Trainer Tassilo Simon hätten ihr zusätzlich Sicherheit gegeben. Dritte in diesem Finale der A-Klasse wurde Karin Ostheimer-Sutter vom RV Einöd mit ihrem neunjährigen Hannoveraner Dumble d‘Or. Gewohnt locker und souverän gewannen Claudia Weber und ihr Rappe Rubinio mit 67 Prozentpunkten Silber in der L-Dressur auf Trensenzäumung vor Jaqueline Schunck vom RV Grenzland-Kröppen und ihrem Erfolgspferd, dem 17-jährigen Zweibrücker Surprise.

Mit Erfolgen endete das Turnierwochenende auch für die S-Reiter vom Lindenbrunnerhof in Heltersberg. Ulf Peter König und sein zehnjähriger Oldenburger Hengst Rubin de Luxe wurden Vierte, Anika Ficher vom RFV Pirmasens-Winzeln platzierte sich mit Dodici Danze auf Rang sieben. „Über 66 Prozent, das ist schon eine Hausnummer“, freute sich die 33-jährige Pädagogin an der IGS Contwig. Noch immer steht das Paar in der Warteschleife für die Deutschen Amateurmeisterschaften 2017.

Der Profi aus Heltersberg, der für seinen Heimatverein Reichelsheim Odenwald startet, gehörte zu den 13 Reiter-Pferde-Paaren, die sich für die Intermediare I-Kür am Samstagabend qualifiziert hatten und zwar auf dem Bronzerang. Nach einer gelungenen Vorstellung mit seinem 17-jährigen Oldenburger Hengst Royal Court OLD wurde er als bester Reiter Fünfter. Das Treppchen eroberten mit ihren modernen, mutigen Kürauftritten die „Jungen Wilden“: Nachdem sie gleich beide Abteilungen im Prix-Sankt-Georges gewonnen hatte, siegte Kaderreiterin Sophie Stilgenbauer auch in der Kür. „Ich hatte mich eigentlich auf die Kür mit Sharon eingestellt. Jetzt war Lubinus besser, also habe ich ihn geritten“, kommentierte der langjährige Stammgast vom RC Hofgut Petersau nach ihrem souveränen Sieg. Mit Wertnoten von 7,8 und 8,0 honorierte das hochkarätige Richterquintett den modernen, mutigen und harmonischen Auftritt der 20-jährigen Amazone und ihres elfjährigen Holsteiner Schimmelhengstes Lubinus. Sie verriet: „Es war erst unsere fünfte gemeinsame S-Dressur und die erste Inter-Eins-Kür.“ Eigentlich hatte sie die außergewöhnliche Choreografie, die mit der Galopp-Tour begann und nach Schritt-Passage mit der Trabtour endete, für ihren 14-jährigen Westfalen-Wallach Sharon choreografiert und dann kurzerhand übernommen. „Es hat einfach gepasst“, sagte die Landesmeisterin der Jungen Reiter glücklich.

Als beste Reiterin auf dem Turnier bildete Landesmeisterin Grand-Prix, Uta Gräf, mit ihrem Gänsehautauftritt in der Grand-Prix-Kür am Sonntagnachmittag das würdige Schlusslicht des Winzeler Reitmarathons. Mit etlichen Siegen und Platzierungen wurde sie beste Reiterin des Turniers, ebenso wie Bronzegewinner in der Grand-Prix-Kür, Christian Ritter von der RSG Barbarossa Kaiserslautern.
Großen Applaus erhielten auch die emsigen Helfer des RFV Pirmasens-Winzeln, die elf Turniertage professionell und mit stets guter Laune gestemmt hatten. Ein Versprechen gab ihnen der Vereinsvorsitzende, Manfred Schenk, bei seiner offiziellen Danksagung: „Nächstes Jahr gibt es nur zwei Turniere. Danach sehen wir weiter.“