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Leichtathletik: Starker Auftakt von Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken

Leichtathletik : Ganz starker Auftakt von Christin Hussong

LAZ-Speerwerferin in Split mit 66,44 Metern nur von der überragenden Maria Andrejczyk (71,40) geschlagen.

Nach ihrem letzten Wurf huscht Christin Hussong unter den letzten Strahlen der Abendsonne von Split ein Lächeln übers Gesicht. Sie weiß: Der war gut! Als die Weite erscheint, ballt sie ihre Faust, klatscht zufrieden in die Hände. Die Speerwerferin des LAZ Zweibrücken hat einen tollen Start in den Olympia-Sommer hingelegt. Mit der starken Marke von 66,44 Metern – und damit gut zwei Meter über ihrer Saisonbestleistung aus dem Vorjahr (64,10 m) – landete die 27-Jährige am Sonntagabend auf Platz zwei beim Werfer-Europacup im kroatischen Split. Nach ihrem mäßigen ersten Wurf der Saison über 59,92 Meter, verbunden mit einem kritischen Blick, ließ die Herschbergerin eine sehr gute Serie von fünf Würfen über die 62er Marke folgen (63,20 m, 64,20 m, 65,39 m, 62,72 m und 66,44 m).

Nur eine Werferin in dem stark besetzten Feld war noch besser als die amtierende Europameisterin. Und die war wahrlich nicht zu schlagen: Maria Andrejczyk schockte gleich mit ihrem ersten Wurf die Konkurrenz und überraschte auch sich selbst mit überragenden 71,40 Metern. Damit ist die Polin, die bisher eine Bestweite von 67,11 Metern stehen hatte, erst die fünfte Frau, die die magische 70-Meter-Marke seit Einführung des neuen Speers im Jahr 1999 geknackt hat. Und dass dieser Wurf kein Zufall war, zeigte die Polin in den folgenden Versuchen. Auch mit ihrer zweitbesten Weite von 69,68 Metern hätte sie in Split ganz oben gestanden. Tatsiana Khaladovich aus Belarus landete mit 62,88 Metern auf Rang drei. Die stets hoch gehandelte Weltrekordhalterin Barbora Špotáková (72,28 m) aus Tschechien machte ihre ersten fünf Versuche alle ungültig und kam im letzten Durchgang gerade einmal auf 58,24 Meter. Hussong, die mit den 66,44 Metern gleich in ihrem ersten Wettkampf des Jahres schon recht nah an ihre Bestmarke von 67,90 Metern herankam, kann nun voller Selbstvertrauen die kommenden Meetings angehen.

Ähnlich wie Andrejczyk bei den Frauen, feuerte bereits am Samstag in der Männerkonkurrenz Johannes Vetter ein Feuerwerk ab. Der deutsche Speerwurf-Rekordler hat rund zweieinhalb Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio seine blendende Verfassung erneut unter Beweis gestellt. Der 28-Jährige ließ der Konkurrenz keine Chance und gewann mit 91,12 Metern. Mit 90,43 Metern knackte er ein weiteres Mal die magische 90-Meter-Marke. „Ich habe meinen Trainer zu Beginn der Woche gefragt, was mein Ziel in Split sein sollte. Er meinte, zweimal über 90 m. Insofern glaube ich, das war ein guter Job“, sagte Vetter auf leichtathletik.de.