Leichtathletik-Talente Emely Rothfuchs und Ksenia Helios In der nationalen Spitze festbeißen

Homburg · Emely Rothfuchs und Ksenia Helios gehören zu den besten Nachwuchssprinterinnen in Deutschland. Die beiden Homburgerinnen wurden in den DLV-Nachwuchsbundeskader berufen – und nehmen sich auch für das kommende Jahr viel vor auf der Tartanbahn.

Die beiden Homburger Nachwuchssprinterinnen Emely Rothfuchs (links) und Ksenia Helios an den Startblöcken beim Training in der Leichtathletikhalle der Sportschule in Saarbrücken.

Die beiden Homburger Nachwuchssprinterinnen Emely Rothfuchs (links) und Ksenia Helios an den Startblöcken beim Training in der Leichtathletikhalle der Sportschule in Saarbrücken.

Foto: Wolfgang Degott

Sich in der nationalen Spitze zu etablieren und erste internationale Erfahrung zu sammeln – das ist das Ziel der beiden Homburgerinnen Ksenia Helios und Emely Rothfuchs. Die beiden Nachwuchs-Sprinterinnen wurden Anfang November in den Bundeskader des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) einberufen, nachdem sie in den vergangenen Jahren als Teil des Kaders im Saarländischen Leichtathletik-Bund (SLB) zur landesweiten Spitze gehörten. In den Sprintdisziplinen 100 beziehungsweise 200 Meter erreichte das Duo in diesem Jahr in der Altersklasse U18 die nationale Spitze. Und beide wollen sich mit weiteren Leistungssteigerungen für höhere Aufgaben empfehlen.

Die 17-jährige Ksenia kann in diesem Jahr zwei süddeutsche Meistertitel in der U18 über 100 und 200 Meter vorweisen. Zudem erreichte sie das Finale bei den deutschen Meisterschaften, verpasste dort als Vierte das Podium nur ganz knapp. Ihre 100-Meter-Bestzeit liegt derzeit bei 11,84 Sekunden, womit sie bundesweit zu den vier U18-Topathletinnen der kurzen Sprintstrecke gehört. Über die 200 Meter reiht sie sich mit ihrer Zeit von 24,81 Sekunden national unter den besten Acht ein. Ihre Trainingspartnerin, die 16-jährige Emely Rothfuchs machte wie Helios ihre ersten Gehversuche unter dem vor einem Jahr verstorbenen Trainer Joachim Marahrens beim Heimatverein TV Homburg. Beide wechselten vor einem Jahr zum SV Go! Saar 05 Saarbrücken. Rothfuchs gehört nach der Bronzemedaille bei den Süddeutschen der U18 in ihrer Spezialdisziplin 200 Meter, dem vierten Platz bei der DM über diese Strecke sowie dem sechsten Platz über 100 Metern ebenfalls zum Nationalkader.

Werden die beiden Nachwuchstalente im Saarland seit 2020 vom früheren Sprinter Andreas Schanding aus Gersheim trainiert, so haben sie als Bundestrainer das Duo bei der weiblichen Jugend Sprint, Thomas Krämer und Alexander Seeger, an ihrer Seite. Diese helfen auf Lehrgängen mit ihren Tipps und Analysen auch das permanente Training zu koordinieren, die Schwerpunkte festzulegen, um die Leistungen zu verbessern.

Neben dem rein sportlichen Training – mit durchschnittlich sechs wöchentlichen Einheiten zu je zwei bis drei Stunden im Winter vor allem in der Leichtathletik-Halle der Hermann-Neuberger-Sportschule in Saarbrücken – wird auch schon der Fokus auf Ernährungsberatung, Regenerationsmaßnahmen und zielgerichtete Physio-Behandlung gelegt.

Rothfuchs, die mit sieben Jahren zur Leichtathletik kam, freut sich nach überwundenen gesundheitlichen Problemen über ihre kontinuierlichen Verbesserungen. So steigerte sie ihre Bestzeit über 200 Meter auf 24,78 Sekunden. Nahziele und Herausforderungen werden in der Halle die süddeutsche Meisterschaft der U18 in Sindelfingen und die deutsche Hallenmeisterschaft der U20 in Dortmund sein, wobei sie sich da als U18-Athletin mit den Konkurrentinnen des älteren Jahrgangs messen muss. Für die Freiluftsaison erhofft sich die Gymnasiastin in der elften Klasse des Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasiums den Sprung aufs Treppchen. Und möglichst soll in den kommenden Jahren auch der eine oder andere internationale Start im Juniorenbereich dazukommen, wobei dazu auch die Berufung in die nationale Sprintstaffel gehört. „In den nächsten Jahren will ich versuchen, mich in der nationalen Spitze zu etablieren“, erklärt Rothfuchs, die sich momentan sehr wohl fühlt und hofft, dass die Konstellation in der Trainingsgruppe so erhalten bleibt.

Ksenia Helios erwartet 2023 in ihrem ersten U20-Jahr eine starke nationale Konkurrenz, wobei sie ihre Bestzeit im 100-Meter-Sprint natürlich verbessern möchte. „Ich freue mich, dass ich mich so gut entwickeln konnte und will auf jeden Fall bei der deutschen Meisterschaft wieder ins Finale laufen“, sagt die Gymnasiastin am Homburger Mannlich-Gymnasium, die im April ihr Abitur ablegen möchte. Ein Traum wäre es dazu, in die nationale Sprintstaffel berufen zu werden, die 2023 bei den U20-Europameisterschaften in Jerusalem und 2024 bei der U20-Weltmeisterschaft starten wird, so die Homburgerin. Das Talent dazu hat sie, was die schnellste jugendliche Saarländerin seit 1999 mit ihrer Zeit von 11,84 Sekunden dieses Jahr bewiesen hat.

Trainer Andreas Schanding sieht bei seinen beiden Athletinnen eine sehr gute Entwicklung. So hat sich Ksenia Helios innerhalb eines Jahres über 100 Meter von 12,54 auf 11,84 Sekunden und Emely Rothfuchs über die 200-Meter-Distanz von 25,86 auf 24,78 Sekunden verbessert. Um sich in den nächsten Jahren auch weiterhin zu steigern, gehören neben hartem Training und einem guten Vereinsumfeld aber auch Glück sowie einige Entbehrungen dazu. „Wenn das alles zusammenpasst, werden wir an den beiden noch jede Menge Spaß haben“, blickt der Coach zuversichtlich in die sportliche Zukunft von Helios und Rothfuchs.

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