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LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe fokussiert sich auf Olympia

LAZ Zweibrücken : Volle Konzentration auf den Olympia-Sommer

LAZ-Stabhochspringer Raphael Holzdeppe verzichtet auf die Hallenrunde, um sich voll und ganz auf die Freiluft-Saison, vor allem den geplanten Start bei seinen vierten Olympischen Spielen in Tokio zu fokussieren.

Raphael Holzdeppe könnte ganz entspannt in das neue Jahr starten. Die Hallenrunde lässt er aus, die Norm für die Olympischen Sommerspiele in Tokio hat er bereits in der Tasche. Doch der Stabhochspringer des LAZ Zweibrücken hat sich für 2020 viel vorgenommen und schwitzt daher seit rund zwei Monaten schon wieder in der Vorbereitung.

Durch die „unglaublich späte“ Weltmeisterschaft in Doha hat sich die Planung für das Olympiajahr etwas verschoben. Um das Datum des WM-Finales am 1. Oktober schnürt der LAZ-Athlet normalerweise bereits wieder die Schuhe zum Trainingsauftakt. Durch die danach benötigte Regenerationsphase und einen kurzen Urlaub habe sich dieser um Wochen nach hinten verschoben. Es habe für den 30-Jährigen daher nur zwei Möglichkeiten gegeben: „Entweder eine Hallensaison mit schlechterer Vorbereitung und größerer Verletzungsgefahr“ oder „auf die Hallenrunde verzichten und sich voll und ganz auf die Sommersaison konzentrieren“, erklärte Holzdeppe noch vor dem Jahreswechsel im Gespräch mit dem Radiosender „die neue Welle“. Gemeinsam mit Trainer Andrei Tivontchik habe er sich für Variante zwei entschieden. Holzdeppe hat dadurch eine lange Vorbereitungszeit, in der er die Chance nutzen will, richtig gute Trainingssprünge zu machen. Anfang Mai zum Beginn der Sommersaison will der LAZ-Stabhochspringer dann top in Form sein. Mit vollem Fokus auf die Olympischen Spiele in Tokio – die nach Peking 2008, London 2012 und Rio 2016 bereits die vierten für Raphael Holzdeppe wären.

Den Weg dafür hat der Zweibrücker durch das Überfliegen der Normhöhe von 5,80 Metern beim Bayer Classics in Leverkusen im vergangenen Jahr bereits geebnet. Ebenso wie Nationalteamkollege Torben Blech. „Ich bin sehr froh, die Olympianorm abgehakt zu haben. Das erleichtert die Vorbereitung ungemein“, betonte der Olympiadritte von London, dass er keiner Norm mehr hinterher jagen oder irgendwelchen Punkte nach dem neuen Punktesystem sammeln müsse. „Da ist schon mal alles gut. Jetzt muss ich mich quasi nur noch auf mich selbst konzentrieren, auf Olympia vorbereiten.“ Und die Konkurrenz beobachten, sehen, ob womöglich noch ein dritter Springer die Norm schafft. Der Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre, der eine Bestmarke von 5,72 Metern stehen hat, wäre solch ein Kandidat. „Es wäre gut für unser deutsches Stabhochsprungteam, wenn er die Norm schafft, dann würden wir zu dritt zu den Olympischen Spielen fahren.“ Sollte es noch einen vierten Springer geben, dann müsste Holzdeppe, der in einem Bestätigungswettkampf in diesem Jahr 5,70 Meter auf alle Fälle nochmal überfliegen muss, womöglich nachlegen.

Dazu in die Lage versetzen will er sich allemal. Im vergangenen Jahr hätten ihm „noch ein paar Sprünge“ über die Höhen von 5,80 bis 5,90 Meter gefehlt. Da musste noch an ein paar Stellschrauben gedreht werden. Doch Holzdeppe fühle sich auf einem guten Weg.

Auf einem, der ihn wieder höher hinaus bringen soll, als bei der WM in Doha. Als Sechster verpasste er in dem Wüstenstaat knapp sein anvisiertes Ziel, unter die Top 5 zu springen. Nachdem der LAZ-Stabhochspringer die Qualihöhe (5,75 m) an seinem 30. Geburtstag im dritten Versuch gemeistert hatte, konnte er mit damit allerdings ganz gut leben. Zumal die Höhen von Sieger Sam Kendricks (USA/5,97 Meter) sowie die des Zweiten und Dritten, Armand Duplantis (Schweden/5,97m) und Piotr Lisek (Polen/5,87m) für den deutschen Meister (5,76 m) doch weit entfernt waren.

An die Top-Athleten will sich Raphael Holzdeppe wieder näher heran arbeiten. „ Bei Olympia möchte ich wieder aufs Podium, das ist mein erklärtes Ziel, dafür trainiere ich jeden Tag“, gibt er sich selbst große Ziele für das Jahr 2020 vor.