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Fußball: Landesligist TSC Zweibrücken stehen düstere Zeiten bevor

Fußball : Landesligist TSC Zweibrücken stehen düstere Zeiten bevor

Wegen der Corona bedingten Spielpause sind dem Fußballverein essentielle Einnahmen weggebrochen. Auch ein Brunnen-Projekt steht auf der Kippe.

. Während die Profifußballvereine der ersten bis dritten Bundesliga über fehlende Fernseheinnahmen wegen der Virus-bedingten Spielpause klagen, sieht es für die kleinen Amateurclubs noch dramatischer aus. Beim Landesligisten TSC Zweibrücken sind nahezu alle wichtigen Einnahmequellen weggebrochen: Besonders die Schließung des Sportheims vor drei Wochen ist hart für den Verein. Die Einnahmen unter anderem durch den Verkauf von Bier und Bratwurst hätte der TSC dringend gebraucht – denn damit werden die Kosten für Platzpflege, Wasser und Strom gedeckt und einige auf 450 Euro Basis beschäftigte Mitarbeiter bezahlt.

TSC-Vorsitzender Stephan Heidenreich beziffert die Einnahmen für seinen Verein aus dem Betrieb des Sportheims auf 4000 bis 5000 Euro pro Monat während der Saison. „Wenn das Sportheim über einige Monate zu bleiben muss, dann wirds eng“. Darüber hinaus fehlen auch die Einnahmen aus den Heimspielen. „Bei einem Schnitt von rund 200 Zuschauern bei unseren Landesligapartien fehlen auch die Eintrittsgelder in unserer Kasse, sollte die Saison abgebrochen werden.“

Heidenreich sieht düstere Zeiten auf den TSC Zweibrücken zukommen. „Bis Ende Mai können wir unsfinanziell noch über Wasser halten. Aber wenn darüber hinaus alles auf unserem Gelände ruhen muss, müssen wir ernsthaft überlegen wie es weiter geht.“ An dem Verein hingen immerhin 560 Mitglieder, davon knapp 100 Nachwuchsfußballer.

 „Wie es weiter geht, weiß keiner“, sagt Heidenreich. Deshalb könne im Hinblick auf Sponsorengespräche zur Zeit auch nichts laufen. „Einige unserer Unterstützer müssen selbst sehen, wie sie diese wirtschaftliche Krise überstehen und dann entscheiden ob sie uns auch in Zukunft unterstützen können.“ Hilfe seitens der Politik und vom Fußballverband könne man eigentlich nicht erwarten. In diesem Zusammenhang bedankt sich Stephan Heidenreich beim Bierlieferanten Parkbräu und bei der Stadtsparkasse. Hier hat der TSC Zweibrücken jeweils einen Kredit laufen. „Wegen der Corona-Krise sind die monatlichen Rückzahlungen für beide Kredite zunächst einmal ausgesetzt.“

 Noch im Herbst wollte der TSC Zweibrücken einen Brunnen auf seinem Gelände bauen. Dort sollte dann zum Beispiel das Wassers für die Rasenplatzbewässerung entnommen werden. Der Plan des Vereins war, so rund 4000 Euro pro Jahr zu sparen. Das sei in etwa der Betrag, den der TSC für Bewässerung an die Stadtwerke Zweibrücken zahlt. „Der Brunnen kostet rund 19 000 Euro,“rechnet Heidenreich vor. Nach fünf Jahren hätte der Verein die Investitionskosten wieder raus gehabt, da die Zahlungen an die Stadtwerke dann weggefallen wären.

Noch warte der TSC zwar auf die entsprechenden Baugenehmigungen und Gutachten von Stadt und der Landeswasserbehörde, doch Zusagen für den Brunnen seien schon gegeben worden. „Wenn wir über Monate solche Einnahmeverluste hätten, wie in den letzten drei Wochen, wäre auch unser Brunnenpojekt nicht mehr durchführbar“, so der Zweite Vereinsvorsitzende. Heidenreich hofft daher um so mehr, dass bald der Spielbetrieb in der Landesliga West fortgesetzt wird und die Saison noch durchgespielt werden kann. In den dann noch ausstehenden fünf Heimspielen könnte der Verein noch Einiges in die Clubkasse einspielen.