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Landesliga-Basketball: VT Zweibrücken stürzte den Spitzenreiter Speyer

Landesliga-Basketball : Zweibrücker Basketballer haben längeren Atem

Landesliga-Aufsteiger stürzt Spitzenreiter SG Towers Speyer/Schifferstadt in Verlängerung vom Thron.

Was für eine Dramatik! Als Johann Klein wenige Sekunden vor Schluss beide Freiwürfe im gegnerischen Korb versenkte, gab es auf der Zweibrücker Bank kein Halten mehr. Auch die Gäste wussten in diesem Moment, dass sie geschlagen waren, ließen die Uhr einfach runter ticken. In einem packenden Landesliga-Spiel sicherte die VT Zweibrücken am Sonntagabend beim 97:92 (24:25/40:42/61:63/85:85) nach Verlängerung gegen Tabellenführer SG Towers Speyer/Schifferstadt zwei Punkte, die vor dem Anwurf nicht unbedingt einkalkuliert waren.

Wie schnell sich das Blatt doch wenden kann: Gerade eine Woche ist es her, dass die Mannschaft von Spielertrainer Denis Rendgen in Kaiserslautern kurz vor Schluss unglücklich mit 85:86 den Kürzeren zog. Gegen Spitzenreiter Speyer drohte dem Liga-Neuling das gleiche Schicksal. Vier Viertel lang begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, bis in die Schlussphase wechselte die Führung ständig hin und her. Drei Minuten vor dem Ende besorgte Jan Piechocki mit einem erfolgreichen Dreier zwar die 78:77-Führung, doch die Gäste konterten umgehend. Milan Ilic und Daniel Faber trafen aus der Distanz und brachten ihr Team mit 83:78 nach vorne. Piechocki verkürzte, bevor Sebastian Fischer, mit 30 Punkten bester Werfer der Partie, von der Freiwurflinie den alten Abstand (85:80) herstellte. Die Entscheidung? Von wegen! 15 Sekunden vor Schluss jagte Aykut Bozdemir einen weiteren Dreier zum 85:85 in den Speyerer Korb und rettete die VTZ in die fünfminütige Verlängerung.

In der Extrazeit ging den mit nur sieben Feldspielern angereisten Gästen langsam die Puste aus. Zweibrücken hielt das Tempo hoch. Der Schlüssel zum Erfolg, wie Rendgen betonte. „Zum Ende war Speyer ziemlich platt. Unsere breite Bank hat uns definitiv geholfen.“ Denn während den Vorderpfälzern die Optionen von außen fehlten, konnte der Zweibrücker Spielertrainer in der Verlängerung durchwechseln.

Immer wieder war es der quirlige Johann Klein, der sich durch die Towers-Verteidigung dribbelte und hintereinander zwei Gegenstöße zum 89:86 abschloss. Bei den Gästen keimte nochmal kurz Hoffnung auf, als Johannes Gottwald auf 92:93 verkürzte, doch davon ließ sich die VTZ nicht mehr aus der Ruhe bringen. Milomir Mihailovic und Klein zeigten in der Schlussminute keine Nerven und verwandelten alle vier Freiwürfe zum überraschenden 97:92.

„Das war ein richtig geiles Spiel“, meinte ein sichtlich ausgepumpter Tim Burkholder direkt nach der Schlusssirene und hob die geschlossene Mannschaftsleistung hervor: „Wir haben ein gleichmäßig besetztes Team, da kann jeder für den anderen einspringen.“ Womöglich wird der Zweibrücker Kader in den nächsten Wochen sogar noch ein Stück breiter. Rendgen ließ nach der Partie durchklingen, dass ein Spieler aus dem Saarland noch vor der Winterpause zum Landesliga-Aufsteiger stoßen könnte. „Es ist noch nicht hundertprozentig klar, aber es sieht gut“, betonte der VTZ-Coach. Nächsten Sonntag, erneut in einem Heimspiel, muss es der aktuelle Kader richten. Dann wartet die nächste harte Nuss auf den Liga-Sechsten: Um 18 Uhr empfangen die Zweibrücker den neuen Tabellenführer BBC Fastbreakers Rockenhausen.