Kleiner Mann ganz groß

Einen Sprung nach vorne hat der FC Homburg durch den 2:1-Erfolg gestern Nachmittag gegen Wormatia Worms gemacht. Der Siegtreffer gelang dem Kleinsten der Grün-Weißen dabei in der 90. Minute per Kopf.

Es läuft bereits die 90. Minute, als Timo Cecen den Ball in den Wormser Strafraum flankt. Thierry Steimetz hielt aus halblinker Position den Kopf hin und traf in letzter Sekunde zum 2:1-Heimsieg für den FC Homburg . Erstaunlich dabei: Nicht, dass der bisher beste Torschütze des Fußball-Regionalligisten die Partie zugunsten der Grün-Weißen entschied, sondern, dass es mit 1,65 Metern ausgerechnet der kleinste Spieler auf dem Platz ist, der dies bei seinem vierten Saisontreffer per Kopf tut. Mit diesem Erfolg gegen Wormatia Worms kletterten die Homburger von Rang 13 auf acht.

"Kopfballtore habe ich bisher noch nicht so viele in meiner Karriere erzielt", sagte der 33-jährige Siegtorschütze mit einem Grinsen. Aber in der vergangenen Saison sei ihm das für den FCH auch schon mal gelungen. Allerdings nicht in letzter Sekunde zum Sieg, der gegen die Wormatia auf jeden Fall verdient gewesen sei. "Wir hatten schon wieder so viele Möglichkeiten ausgelassen. Es wäre bitter gewesen, wenn wir nur mit einem Punkt belohnt worden wären."

In der Tat hätte der FC Homburg die Partie gegen die Elf mit der zweitbesten Abwehr der Liga bereits in der ersten Hälfte für sich entscheiden können. Steimetz eröffnete mit einem Heber von der Strafraumgrenze , den Wormatia-Torwart Mario Miltner gerade noch rausfischen konnte, den Chancenreigen (10.). Acht Minuten später passte Miltner bei einem Freistoß von Timo Cecen auf. Dann legte der beste Mann der Partie mächtig los: Auf der linken Seite startete Steimetz ein 80-Meter-Solo. Sein gutes Zuspiel verstolperte Chadli Amri aus sechs Metern freistehend (30.). In der 37. Minute durfte der FCH endlich jubeln: Freistoß von Timo Cecen und Innenverteidiger Jure Colak köpfte zum 1:0-Pausenstand für den Gastgeber ein.

Wormatia Worms bekam in der Folge einige Freistöße. Einer davon führte in der 52. Minute zum 1:1 durch Patrick Auracher, den die Homburger Abwehr nach Hereingabe von Coutinho Pinheiro allein gelassen hatte. "Vor dem Freistoß wurde Nils Fischer klar gefoult und das Spiel lief weiter", ärgerte sich Homburgs Trainer Jens Kiefer. Zwei Minuten später spielte Worms in Unterzahl. Sebastian Schmitt sah nach rüdem Einsteigen an der Mittellinie gegen Kai Hesse Gelb-Rot. Der FCH war nun drückend überlegen. Auracher rettete inen Kopfball von Hesse von der Linie (70.) und zehn Minuten später segelte ein weiterer Hesse-Kopfball knapp am Gehäuse vorbei. "Wir haben aber die Ruhe bewahrt und an den Sieg geglaubt", lobte Kiefer. Seine Elf sei klar besser gewesen. "Sicher ist es glücklich, wenn man in der 90. Minute zum Siegtor kommt, aber hochverdient war es dennoch." Als der Schlusspfiff ertönt, ist auf den Rängen nicht auszumachen, wer gerade das Spitzenspiel der Fußball-Regionalliga für sich entschieden hat. Die 5500 Anhänger des 1. FC Saarbrücken unter den 7721 Besuchern feierten ihre Elf in Elversberg wie einen Sieger, obwohl sie gerade mit 1:2 (1:1) verloren hatte, zudem den Lokalrivalen in der Tabelle wieder an sich vorbeiziehen lassen musste. Dabei stimmten die Fans der Blau-Schwarzen nach acht Minuten das Lied von der Nummer eins im Land an. SVE-Kapitän Thomas Birk war weggerutscht, FCS-Torjäger Patrick Schmidt hatte die Situation blitzschnell erfasst. Der Blieskasteler ließ Schlussmann Daniel Batz keine Chance. Zu diesem Zeitpunkt war der FCS dem Team von der Kaiserlinde virtuell um fünf Punkte enteilt. Die Momentaufnahme dauerte nur sieben Minuten. Einem Foul in Strafraumnähe folgte der Ausgleich durch den starken Freistoß-Schützen Maximilian Oesterhelweg. Heiß lief das Derby in Hälfte zwei: Zunächst räumte Birk Schmidt von hinten ab, der stieß den Elversberger um (50.). Dann rutschte der Ex-Saarbrücker Lukas Kohler von vorne in die Beine von Alexandre Mendy. Rudelbildung, Emotionen im Freilauf, Schwerstarbeit für den Schiri. Die SVE übernahm danach die Kontrolle, kam durch Julius Perstaller (84.) zum 2:1. "Elversberg hat enorme Qualität", sagte Torjäger Schmidt, "aber uns wirft diese Niederlage nicht um".

Zum Thema:

Auf einen Blick FCH: Jakusch - Lensch (62. M. Fischer), N. Fischer, Colak, Stegerer - Amri (82. Edwini-Bonsu), Cecen, Kröner (76. Gaiser), Schäfer - Hesse, Steimetz ; Tore: 1:0 (37.) Colak, 1:1 (52.) Auracher, 2:1 (90.) Steimetz; Gelb: Kröner (5.), Colak (4.) - Schmitt; Gelb-Rot: Schmitt (54.); Zuschauer: 874. mh