Kickboxen Styben fiebert „großem Kampf“ entgegen

Varna/Zweibrücken · Für den Zweibrücker geht es am Samstag in Bulgarien um den Europatitel im K1-Kickboxen.

 Jakob Styben (li.) stellt sich am Samstag bei der Senhsi-Gala in Bulgarien der Herausforderung gegen Lokalmatador Eduard Aleksanyan.

Jakob Styben (li.) stellt sich am Samstag bei der Senhsi-Gala in Bulgarien der Herausforderung gegen Lokalmatador Eduard Aleksanyan.

Foto: Jakob Styben/Battle of Barock

Jakob Styben zählt die Tage beziehungsweise Nächte, bis es für ihn endlich wieder in den Ring geht. „Noch sechs Mal schlafen“, startete der Muaythai- und Kickboxer aus Zweibrücken am Sonntag den Coutdown vor dem „großen Kampf“. Jetzt sind es schon nur noch zwei Nächte, die er bereits in Bulgarien verbringt, bevor es für den 31-Jährigen in der Hafenstadt Varna um den Europatitel im K1-Kickboxen (Vollkontakt) in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm geht. Sein Gegner bei der Senshi-Gala am Samstag: der 27-jährige Eduard Aleksanyan. Für Styben, der beim KC Grevenbroich bei Köln trainiert, ist es nicht der erste Auftritt am Schwarzen Meer. Es dürfte aber die bislang größte Herausforderung in Bulgarien für ihn sein.

„Ich bin gut vorbereitet“, zeigt er sich wenige Tage vor dem Kampf aber gewohnt optimistisch. Sechs Wochen lang hat sich Styben ganz gezielt auf diesen großen Kampf vorbereitet. Dabei viel Schweiß gelassen. „Da ich mir nie Nachteile verschaffen möchte, bin ich natürlich immer am Arbeiten. Aber vor solch einem Kampf stellt man immer ein paar Sachen um, sodass es zum Gegner passt“, erklärt er. Dieses Mal zu dem starken Aleksanyan.

Styben weiß, was für eine schwere Aufgabe da am Samstagabend im Hauptkampf ab zirka 22 Uhr (MESZ) auf ihn zukommt. „An erster Stelle muss man sagen, dass ich in Bulgarien gegen einen Bulgaren kämpfe.“ Der Austragungsort Varna ist die Heimatstadt von Eduard Aleksanyan. „Er hat schon einen großen Heimvorteil. Da muss man schon mehr als deutlich überlegen sein, um gewinnen zu können“, stellt sich der Zweibrücker darauf ein, seinen Kontrahenten „dazu zwingen zu müssen, dass er aufgibt“. Darauf liege sein Fokus.

Experten sehen Jaob Styben auch deshalb als Underdog. Aleksanyan wird vom Fachmagazin „Combat“ Press als zehntbester Mittelgewichts-Kickboxer der Welt eingestuft. Der 27-Jährige, der den Kampfnamen „Mister Action“ trägt, hat 18 seiner 22 bisherigen Duelle gewonnen. „Aber auch ich fühle mich in Bulgarien wohl“, erklärt Styben. Er wird bereits zum vierten Mal bei einer Senshi-Gala antreten – und mittlerweile ist die Stadt für ihn ein gutes Pflaster. Seinen ersten Kampf in Varna hatte er nach einem umstrittenen Urteil gegen den Rumänen Stefan Latescu nach Punkten noch verloren. Die folgenden beiden Duelle gegen den Türken Mehmet Özer und den Moldawier Pavel Voronin gewann Styben aber. „Die Menschen hier sind sehr respektvoll. Aber es ist ja klar, dass ich nun bei meinem Gegner Zuhause kämpfe. Da muss ich das Risiko, zu verlieren, soweit minimieren, wie es nur geht.“

Aus diesem Grund werde Jakob Styben diesen Kampf auch anders bestreiten als die vorangegangenen. „Ich werde von der ersten Sekunde an Gas geben. Es wird keine Abtastphase geben“, erklärt der WM-Silbermedaillengewinner im K1 (Wako) von 2021, dass er „mit großer Willenskraft und voller Konzentration“ in den Ring steigen will. „Und dann musst du auch ein bisschen auf deinen Instinkt vertrauen.“

Bis zum Abflug am Donnerstag hat Styben, der mit 14 Jahren erstmals so richtig mit Kampfsport in Kontakt kam, mit 20 des Sports wegen nach Rommerskirchen zog, noch voll durchtrainiert. „Allerdings nur die Hälfte von dem, was ich sonst mache“, erklärt er, dass die Intensität kurz vor dem Fight etwas heruntergefahren werden muss. „Ich passe das ehrlich gesagt auch ein bisschen dem inneren Gefühl an.“ Über die vielen Kampfsport-Jahre habe Styben gelernt, auf seinen Körper zu hören. „Das richtige Rezept zu finden, ist wichtig. Die Erfahrung bringt da natürlich Vorteile mit sich.“