Keine Zeit für Egotrips

Der Endspurt hat für die VTZ-Handballer begonnen. Nicht weniger als sieben Spiele in den verbliebenen sechs Wochen der Oberliga-RPS-Runde haben sie noch von der Brust. Am Sonntag um 18 Uhr will die VTZ an die gute Leistung gegen Merzig anknüpfen und sich die Punkte gegen die abstiegsbedrohte TSG Friesenheim II sichern.

Dass man Friesenheim nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, weiß die Mannschaft um den scheidenden VTZ-Trainer Mirko Schwarz nur zu gut. Bereits im Hinspiel hatte man große Mühe, den knappen 22:20-Erfolg einzufahren.

"Die TSG hat eine junge und sehr laufstarke Truppe zusammen. Besonders im Rückraum sind sie sehr gut aufgestellt und spielen toll mit dem Kreisläufer zusammen. Sie spielen einfach guten Handball," erklärt Schwarz, der sich die TSG Friesenheim II genau angeschaut hat. Aber auch in der Defensive sind sehr unangenehm, was die VTZ im Hinspiel hat feststellen müssen. Bei einem Auswärtsspiel nur 22 Gegentoren hinnehmen zu müssen, zeigt, dass die kleinen Eulen nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen. "Sie haben eine sehr bewegliche Abwehr, die gut gegen den Mann arbeitet und immer wieder auf leichte Ballgewinne spekuliert. Dahinter steht noch ein starker Torhüter, der schon den einen oder anderen Gegner an den Rand der Verzweiflung gebracht hat," weiß Schwarz.

Die zweite Mannschaft der TSG Friesenheim darf man durchaus als Wundertüte der Liga bezeichnen. Unerklärlichen Aussetzern folgten spektakuläre Siege. Prominente Opfer waren unter anderem die SF Budenheim, die SG Saulheim oder auch der TV Mülheim. Trotzdem leistet sich die junge Truppe auch zu viele Aussetzer und hängt deswegen mittendrin im Abstiegskampf. Je nach Konstellation in der 3. Liga kann es für sie noch eine enge Kiste werden. Umso mehr steigt die Gewissheit, dass sie in den restlichen Spielen alles in die Waagschale werfen werden, um dem Abstieg zu entrinnen.

Die freien Tage über Ostern wurden bei der VTZ genutzt, noch mal Kraft zu tanken für die harten letzten sechs Wochen der Runde. So verwundert es auch nicht, das Schwarz seinen Jungs viel Zeit und Ruhe gegönnt hat, wieder Kräfte zu sammeln und kleinere Verletzungen auszuheilen. Dementsprechend hat sich die Personalsituation etwas entspannt, womit sie zwar nicht gut, aber auf jeden Fall besser geworden ist. Für diese Partie wünscht sich Schwarz, dass sich seine Mannschaft von Anfang an zusammenreißt und alles für den gemeinsamen Erfolg gibt. "Wir können jetzt keine Egotrips gebrauchen. Das Einzige, was zählt, ist die Mannschaft. Ich erwarte eine mannschaftlich geschlossene Leistung, in der sich jeder für den anderen zerreißt. Unsere Stärke liegt sicherlich in unserer Abwehr, und genau auf die wird es auch am Sonntag ankommen. Wenn wir hier eine couragierte Leistung zeigen, bin ich zuversichtlich, dass wir das Spiel für uns entscheiden werden."

Im Hintergrund wird währenddessen akribisch am neuen Kader für die nächste Saison gearbeitet. Einige Personalien konnten bereits positiv zu Abschluss gebracht werden und werden in den kommenden Wochen vorgestellt.

VTZ II vor wichtigem Spiel

Auch die zweite Mannschaft steigt nach der Osterpause wieder in den Spielbetrieb ein. Für sie geht am Sonntag die Reise zum USC Saar. Hier trifft der Vorletzte aus der Landeshauptstadt auf den Drittletzten aus Zweibrücken . Mit einem Sieg könnten sich die Jungs um VTZ-Coach Marek Galla vorentscheidend absetzen und einen großen Schritt in Richtung Nichtabstieg machen. Obwohl man das Hinspiel an sich klar dominierte und am Ende verdient gewann, stehen dieses Mal die Vorzeichen etwas anders. Das Harzverbot in verschiedenen Hallen hatte der Truppe von Galla immer wieder schwer zugesetzt und auch beim USC Saar herrscht absolutes Haftmittelverbot. Bei einer Niederlage würde der USC Saar bis auf zwei Punkte an die VTZ II aufschließen. Anpfiff in der Hermann-Neuberger-Sportschule ist um 18.30 Uhr.