Kegeln : Kegelsport vor dem Aus?

In einem Jahr wird die letzte Kegelbahnanlage in Zweibrücken geschlossen. Eine neue muss her, sonst könnte das das Ende des traditionsreichen Kegelsports bedeuten. Beim Zweibrücker Stadtfest suchte der Kegelring nach Gönnern.

2018 feiert der Zweibrücker Kegelring das 60-jährige Bestehen. Doch die Geburtstagsfeier könnte eine traurige Angelegenheit werden. „Nach der Saison haben wir keine Kegelanlage mehr“, schaut der stellvertretende Vorsitzende des Kegelrings, Nicolai Bastian, sorgenvoll in die Zukunft. Die Kegelbahn im „Roten Ochsen“ schließt. „Nicht das Restaurant“, betont Bastian.

Doch die Kegelvereine wollen, dass ihr Sport nicht sang- und klanglos in Zweibrücken verschwindet. Bastian: „Wir wollen überleben.“ „Die Saison 2017/18 darf nicht die letzte sein“, fügt der Vorsitzende der SG Zweibrücken, Carsten Dietz, hinzu. Doch dazu wird eine neue Kegelbahn benötigt. Die SGZ nutzt sie seit Jahrzehnten, um für den Kegelsport zu werben. In diesem Jahr hat man mit einem Faltblatt Sponsoren und Gönner gesucht. „Die Stadtfestkegelbahn darf nicht alles sein“, übt sich Dietz in Galgenhumor.

„Wir brauchen eine neue Kegelbahn“, sagt Bastian. „Wir können das aber nicht alleine stemmen.“ Deshalb wurden beim Stadtfest Sponsoren und Gönner gesucht. Von Seiten der Stadt könnte der Kegelring nicht mit Geld rechnen, sagt Bastian. „Die Stadt hat uns aber sonstige Unterstützung zugesagt.“ Der Kegelring ist bei dem Neubau noch offen. Sowohl beim Standort oder auch bei einer Vereinskooperation. „Der Möglichkeit einer gemeinschaftlichen Nutzung einer Sporthalle steht unserer Meinung nach nichts im Wege“, heißt es in dem Faltblatt. Darunter falle eine gemeinsame Gaststätte oder die Nutzung der anderen Anlagen.

Die Kosten einer Sechs-Bahnen-Anlage schätzt Bastian auf rund 100 000 Euro. Dazu käme bei einem kompletten Neubau noch einiges hinzu, wie Dietz anfügte. Ein mittlerer sechsstelliger Betrag könnte es sein, heißt es aus Keglerkreisen.

Betroffen von einer Heimatlosigkeit sind fünf Vereine aus Zweibrücken. Die SG, die KSG, die Fortuna Vollkugel, der SKC Rimschweiler und Rot-Weiß Ixheim. Außerdem sind die Freizeitkegler betroffen. Darunter einige integrative Sportgruppen, die ihrem Hobby in Zweibrücken nicht mehr nachkommen könnten.

„Alle Vereine haben eine lange Tradition“, sagt Bastian. „Mit großen sportlichen Erfolgen.“ Dabei zählte Bastian Weltmeister, Nationalspieler, deutsche Meister oder Landesmeister auf. Die SG Zweibrücken habe viele Jahre in der zweiten Bundesliga gespielt. Aktuell spielt eine Spielgemeinschaft der KSG und der SG bei den Herren und die Damen der Fortuna Vollkugel in der Regionalliga. „Mit einer neuen Bahn könnten wir langfristig Jugendarbeit leisten.“

„Mit einer Kegelbahn bleibt das breite Sportangebot in Zweibrücken bestehen“, erklärt Bastian. „Ansonsten geht eine Tradition zu Ende.“ Und das nach 60 Jahren.

Weitere Informationen oder Anregungen per E-Mail an NicolaiBastian@gmx.de.