KSG und SKC Rimschweiler können kein Team stellen Zweibrücker Kegelteams vom Aussterben bedroht

Zweibrücken · Am kommenden Wochenende starten die Kegler aus der Region in die neue Punktrunde. Allerdings nicht mehr mit dabei sind dann die KSG Zweibrücken und der SKC Rimschweiler. Nur noch die Regionalliga-Frauen der Fortuna Vollkugel können eine Mannschaft aus der Rosenstadt stellen.

 Thorsten Machura wird zusammen mit weiteren Teamkollegen der KSG Zweibrücken künftig für Rapid Pirmasens auf die Bahn gehen.

Thorsten Machura wird zusammen mit weiteren Teamkollegen der KSG Zweibrücken künftig für Rapid Pirmasens auf die Bahn gehen.

Foto: Sabine Reiser

Wenn an diesem Wochenende die rheinland-pfälzischen Kegler ihren Spielbetrieb aufnehmen, sucht man Männerteams aus Zweibrücken in den Tabellen der unterschiedlichen Ligen vergeblich. Die KSG Zweibrücken und der SKC Rimschweiler können keine Mannschaft mehr stellen. Lediglich die Regionalliga-Frauen der Fortuna Vollkugel vertreten noch die Farben der Stadt. Aus der Region sind zudem noch zwei Aktiventeams von Alle Neune Dellfeld sowie eines von GW Contwig am Start.

Für den früheren Volkssport Kegeln sieht es ohnehin immer düsterer aus. Die Mitgliederzahlen in den Vereinen sinken seit Jahren kontinuierlich. Hatte der Deutsche Kegler- und Bowlingbund im Jahr 2002 noch über 200 000 Mitglieder, waren es 2022 noch gut 62 000. Auch die abnehmende Zahl an Kegelbahnen trägt – neben den vielfältigen Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung – zu dieser Entwicklung bei. Und genau damit haben eben auch die Zweibrücker Vereine zu kämpfen.

Gut fünf Jahre ist es nun her, dass die letzte Kegelbahn der Stadt im „Roten Ochsen“ ihre Türen schloss. Durch das Ausweichen auf Trainings- und Spielstätten in Pirmasens und Dellfeld stemmten sich die Zweibrücker Kegler mit aller Macht gegen das Aus ihres Sports. Für die KSG und den SKC ist mit eigenständigen Mannschaften nun aber vorerst Schluss.

„Das war generell ein schwerer Schlag damals mit der Schließung der letzten Bahn in Zweibrücken“, sagt KSG-Pressewart Sascha Ecker und ergänzt: „Dann kam auch noch Corona dazu.“ Der Verein habe sich seitdem „sehr sehr stark verändert, sodass es in der anstehenden Saison leider keine KSG-Mannschaft mehr gibt“, bestätigt der langjährige Spieler mit großem Bedauern.

In der letzten Saison auf den Bahnen im Roten Ochsen 2017/18 hatte die KSG noch vier Männerteams im Ligenbetrieb, in der anschließenden Runde auf der neuen „Heimanlage“ am Pirmasenser Bahnhof waren es noch drei. In der zurückliegenden war es erstmals nur noch ein KSG-Team, das die Runde in der 1. Rheinland-Pfalz-Liga (DKBC) auf Rang sechs abgeschlossen hatte.

„Die aktiven Spieler, die es bei der KSG noch gibt, haben sich nun Rapid Pirmasens angeschlossen“, erzählt Ecker. Das sind Thorsten und Vater Norbert Machura, der KSG-Vorsitzende Carsten Dietz, Jörg Dietz, Marco Göller und Yannick Riebenthaler. Steven Maurer sei ebenso wie Ecker aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht aktiv. Für eine eigene Mannschaft sei das einfach zu wenig, betont Machura. „Die Gefahr ist zu groß gewesen, dass wir etliche Spiele aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen hätten absagen müssen. Du brauchst da schon eine gewisse Stammmannschaft, die zu 100 Prozent immer da ist.“

Der Zweibrücker Verein bleibt trotz der Spielerwechsel in die Schuhstadt bestehen. Die Hoffnung, künftig wieder eigene KSG-Mannschaften ins Rennen schicken zu können, ist bei Thorsten Machura allerdings kaum vorhanden. „Da habe ich ehrlich gesagt meine Zweifel dran“, sagt er mit einem tiefen Seufzer. „Erstens ist einfach kein Nachwuchs bei uns da und zweitens waren wir jetzt das vierte Jahr in Pirmasens. Und die machen selbst Jugendarbeit. Wenn es da Nachwuchs gibt, ist der automatisch in diesen Vereinen. Da werden wir keine großen Möglichkeiten mehr haben.“ Der langjährige Sportwart schätzt eher, dass sich der Kegelsport in Zweibrücken verlaufen wird. „Es sind ja noch etliche weitere Zweibrücker in Pirmasens unterwegs, die schon vor zwei Jahren dorthin gewechselt sind.“ Etwa Daniel Eschenbaum, Kai Zimmermann oder Horst Köckritz. „Mitunter ein Grund für diese Entwicklung ist einfach, dass wir in Zweibrücken keine Bahn mehr haben.“

Dem stimmt auch Franz Bernecke zu. „Hätte die Stadt damals etwas für die Kegler getan, dann wären hier sicher noch vier, fünf Mannschaften dabei“, schätzt der Vorsitzende des SKC, der seit 23 Jahren die Geschicke der Rimschweiler Kegler führt. „Wir haben uns sportlich jetzt zurückgezogen“, bestätigt auch er, dass die Runde ohne SKC-Team starten wird. Ohne eigene Bahn sei es zu teuer geworden, auf die fremde Anlage nach Dellfeld auszuweichen. „Und auch vom Personal her sind wir überaltert“, erklärt Bernecke den Rückzug aus dem Aktivensport und fügt an: „Wir mussten jetzt immer weiter wegfahren aus der Stadt zu Training und Spielen. Und es ist klar, wenn man aus dem Zentrum weggeht, ist es schwer, Nachwuchs zu rekrutieren.“ Man sei eben nicht vor Ort, und der Fahraufwand sei für Kinder dann einfach zu groß. Um das auf sich zu nehmen, müsse man schon ein eingefleischter Kegler sein.

Auch der Rimschweiler Verein, der 1970 gegründet wurde, bleibt weiterhin bestehen. Damals war der SKC mit sieben Mannschaften im Spielbetrieb vertreten. Im Vorjahr – mit lediglich noch acht Aktiven – konnte der SKC nur noch eine einzig Mannschaft stellen. Doch auch mit dieser ist nun Schluss.

Und so gehen in der anstehenden Runde mit den zwei Aktivenmannschaften von Alle Neune Dellfeld und dem einen Team von GW Contwig nur noch drei Vertreter aus dem Kreis auf die Bahnen.

Das Team von Alle Neune Dellfeld I bestreitet seinen Saisonauftakt in der 3. Rheinland-Pfalz-Liga des DKBC (Deutscher Kegelbund Classic) an diesem Samstag (14 Uhr) bei der BSG Bornheim. Das erste Heimspiel für den Vorjahresvierten steht dann eine Woche später gegen die KV Grünstadt III an. Dellfelds Zweite hat am ersten Spieltag der 4. Rheinland-Pfalz-Liga Gemischt (Staffel B) frei. Das Mixed-Team bestreitet sein erstes Duell somit am Samstag, 23. September, 13 Uhr, auf den Bahnen im Dellfelder Bürgerhaus gegen den KSC Pirmasens II. GW Contwig startet am Samstag um 14 Uhr beim TT Hinterweidenthal in die Gemischte Klassse 100 der DCU (Deutsche Classic-Kegler Union).

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