60. Zweibrücker Grasbahnrennen Souveräne Tagessieger auf der Rennbahn

Zweibrücken · Stephan Katt dominiert die internationale Lizenz Soloklasse, muss die „Silberne Rose“ der Stadt beim 60. Zweibrücker Grasbahnrennen aber dem Finnen Henri Ahlborn überlassen. Mit dem Seitenwagen sind Markus Venus und Markus Eibl nicht zu schlagen.

 In den schwarz-gelben Leder-Overalls flogen die Tagesbesten der Gespanne, Markus Venus und Markus Eibl, über die Zweibrücker Rennbahn. Im lindgrün-blauen Dress dahinter folgen die Engländer Mitch Goddon/Paul Smith.

In den schwarz-gelben Leder-Overalls flogen die Tagesbesten der Gespanne, Markus Venus und Markus Eibl, über die Zweibrücker Rennbahn. Im lindgrün-blauen Dress dahinter folgen die Engländer Mitch Goddon/Paul Smith.

Foto: Norbert Schwarz

Ausgezeichneten Rennsport erlebten die 3000 bis 4000 Zuschauer am Sonntag auf der Zweibrücker Rennwiese. Der 60. Auflage des Grasbahnrennens haben vier Spezialisten ihren Stempel aufgedrückt und sich in die Herzen der Motorsportfans aus der Region katapultiert: Strahlemann und Publikumsliebling Stephan Katt, der „fliegende Finne“ Henri Ahlbom und das Gespannduo Markus Venus/Markus Eibl aus Pfarrkirchen und Dietersburg.

Für den Neuwittenbeker Katt war klar: Lieber ein Start auf der Grasrennbahn im Herzen der Pfalz, statt Teilnahme am Europameisterschaftsendlauf im Süden von Frankreich. Die riesige pfälzische Fangemeinde wusste sich zu bedanken. Blau-lilafarbene Nebelkerzen wurden mehrfach abgebrannt, Fahnen mit der Startnummer 42 geschwungen und mit lautem Gehupe die spektakulären Kurvenritte von Stephan Katt gefeiert, der einmal mehr seine Extraklasse in Zweibrücken unter Beweis stellte. Der Norddeutsche sicherte sich klar die Siegertrophäe als Punktbester bei der Wertung der internationalen Lizenz Soloklasse. Klar auf Distanz halten konnte Katt dabei auch seinen größten Widersacher aus dem noch entfernteren Norden, dem pfeilschnellen und zwei Jahrzehnte jüngeren Finnen Henri Ahlbom. Bei drei Vorläufen war Katt uneinholbar für den Rest der Solisten. Im vierten Wertungslauf lag er erneut vorne, doch dieses Rennen musste abgebrochen werden, Daniel Spiller aus Vilsheim war in der vorletzten Linkskurve gestürzt, ohne sich schwer zu verletzen. Den Wiederholungslauf verschlief Stephan Katt förmlich, um sich am Ende doch noch mit einem dritten Platz den Gesamtsieg als bester Punktefahrer bei diesem 60. Grasbahnrennen zu sichern.

Die Motocrosser sind nach der gelungenen Premiere 2023 wieder am Start gewesen. Erneut sorgte der erst 15-jährige Blieskasteler Jeremias Ramus (vorne), hier im Zweikampf mit Alexander Breininger aus Lemberg, für Furore.

Die Motocrosser sind nach der gelungenen Premiere 2023 wieder am Start gewesen. Erneut sorgte der erst 15-jährige Blieskasteler Jeremias Ramus (vorne), hier im Zweikampf mit Alexander Breininger aus Lemberg, für Furore.

Foto: Norbert Schwarz

Auch den Sonderpreis, die „Silberne Rose“ der Stadt, hätte Katt, der diese 2013 erstmals gewann, im Schlussrennen nur zu gerne eingeheimst. Doch da hatte die Nummer 42 die Rechnung ohne den fliegenden Finnen gemacht, der bärenstark aufdrehte. Henri Ahlbom ist einfach zu schnell gewesen, nachdem der Neuwittenbeker den Start regelrecht verschlafen hatte. Ahlbom fand seinen Sieg im Sonderlauf bei seinem Zweibrücker Debüt „sehr cool“ und eine Motivation dafür, auch in Zukunft nochmal hier aufzuschlagen.

Die Konkurrenz in der 500ccm-Klasse förmlich platt machten als Duo die Gespannfahrer Markus Venus und Schmiermaxe Markus Eibl. Sie diktierten das Renngeschehen in allen Läufen nach belieben. Dabei ist bei den Seitenwagen die Crème de la Crème förmlich am Start gewesen. Volle Punktzahl gab es für die Tagesbesten, die auch den letztjährigen Sieger Imanuel Schramm mit Nadine Löffler auf der Beifahrerseite zu keinem Stich kommen ließen. Dabei hätten diese zu gerne in der Heimatstadt ihres Chefmechanikers Michael Maurer auftrumpfen und die Siegesserie des letzten Jahres fortsetzen wollen. Doch daraus wurde nichts. Was bei den beiden zu dem Fazit führte, dass auch im Rennsport wie beim Fußball nicht immer alles rund laufen kann. „Letztes Jahr haben wir hier noch auftrumpfen und siegen können, diesmal gab es schon beim ersten Rennen Berührungen – und aus diesem Loch sind wir irgendwie nicht rausgekommen“, erklärt der aus Wellmutsweiler stammende Schramm.

 Publikumsliebling Stephan Katt (oben) hat durch seine Fahrkunst den Tagessieg beim Grasbahnrennen in Zweibrücken gefeiert. Die „Silberne Rose“ ging allerdings an Henri Ahlborn.

Publikumsliebling Stephan Katt (oben) hat durch seine Fahrkunst den Tagessieg beim Grasbahnrennen in Zweibrücken gefeiert. Die „Silberne Rose“ ging allerdings an Henri Ahlborn.

Foto: Norbert Schwarz

Hingegen nahtlos an seine großartige Vorstellung des Vorjahres anknüpfen konnte der erst 15-jährige Jeremias Ramus aus dem saarländischen Blieskastel. Auf seiner motorisch unterlegenen 125-ccm-Crossmaschine – die Gegner fuhren 250-ccm- oder sogar 400-ccm-Maschinen – hielt er aufgrund seines fahrerischen Könnens glänzend mit und sicherte sich in der Gesamtwertung einen starken dritten Platz.

Überhaupt sind die Motocrosser auch bei dieser 60. Auflage der Zweibrücker Veranstaltung eine Bereicherung gewesen und dürften sich in dem Rennen des MSC Zweibrücken einen festen Platz gesichert haben. Sieger bei den Crossfahrern wurde überlegen Thomas Albers aus Lüdinghausen vor Tom Breininger aus Fischbach, der die gleiche Punktzahl wie der Blieskasteler Jeremias Ramus aufwies.

Die Wertungsklasse der Solofahrer mit nationaler Lizenz sichert sich Dominik Werkstetter vor Dennis Helfer aus Weilheim und Morris San Millan aus Offenburg. Die Klasse der Seitenwagenfahrer mit nationaler Lizenz gewann mit drei Siegen Moritz Straub zusammen mit Patrick Löffler.

Stürze blieben am Sonntag nicht aus. Während sich Daniel Spiller selbst ins Fahrerlager zurückbegeben konnte, musste Henrik Todt nach seinem Sturz noch auf der Bahn verarztet und zur Uniklinik nach Homburg verbracht werden. Allerdings gehe es ihm glücklicherweise gut, wie noch während des Rennens über den Bahnsprecher zu hören war. Und so konnte auch MSC-Rennleiter Andreas Rauch ein zufriedenes Fazit ziehen: Bei idealen Wetterbedingungen bekamen die begeisterten Zuschauer großartigen Rennsport zu sehen und konnten diesen hautnah miterleben.