Boxen Beide gehen auf den Knock-out

Köln/Zweibrücken · Der Zweibrücker Profiboxer Senad Gashi steigt am Freitag zum Rückkampf gegen Mustapha Amadu in den Ring.

Gut eine Woche vor dem Kampf wirkte Senad Gashi noch recht gelassen. Allmählich steigt die Anspannung vor dem Rückmatch gegen Mustapha Amadu am Freitag.

Gut eine Woche vor dem Kampf wirkte Senad Gashi noch recht gelassen. Allmählich steigt die Anspannung vor dem Rückmatch gegen Mustapha Amadu am Freitag.

Foto: Dieter Becker

Aufgeheizte Stimmung herrscht vor dem Rückkampf zwischen Profiboxer Senad Gashi und dem bislang noch ungeschlagenen Mustapha Amadu aus Ghana. Schon vor der offiziellen Pressekonferenz der AAA-Fighting-Series zu dem Duell an diesem Freitag, 12. Juli, im King`s Ressort in Rozvadov (Tschechien), gab es in den sozialen Medien von beiden Seiten zahlreiche Provokationen. Die Auseinandersetzung gipfelte bei einem Disput in Köln darin, dass der in Aachen lebende Amadu Gashi aus einer Plastikflasche Wasser ins Gesicht schüttete. Gashi versuchte gelassen zu bleiben, sagte: „Das ist so peinlich.“ Und der Moderator wandte sich an die beiden Kämpfer: „Hey, bleibt ruhig.“ Jede Menge Zündstoff also, der sich womöglich am Freitagabend im Ring entladen wird.

Im vergangenen Dezember waren die beiden schon einmal aufeinandergetroffen. Nach der Bekanntgabe des Urteils der Punktrichter (Sieg nach Punkten für Mustapha Amadu) küsste der Boxer mit dem Kampfnamen „The Royal Bull“ übermannt von Freudentränen immer wieder den Boden, während Senad Gashi und sein Betreuer-Team den Ausgang des Kampfes nicht fassen konnten. Schließlich hatte der Zweibrücker seinen Gegner in Runde zwei (von acht) mit einem harten rechten Haken sogar zu Boden geschickt. Auch darüber diskutierten die beiden Kämpfer bei der Pressekonferenz noch einmal.

Allzu sehr grämen musste sich der Zweibrücker nach dem Kampf damals aber nicht. Denn das Duell war offiziell nur ein Show-Event. In Gashis Bilanz als Profiboxer findet sich die Niederlage nicht. Der auf acht Runden angesetzte Rückkampf hingegen findet unter professionellen Profiregeln statt und wird offiziell gewertet.

Und klar ist: Keiner der beiden Kontrahenten will den Ring als Verlierer verlassen. In einem aktuellen Video prophezeit der noch ungeschlagene Mustapha Amadu seinem Gegner: „Ich werde dich im Ring auseinandernehmen. Ich haue dich K.o., spätestens Runde sieben.“

Das sieht Gashi gelassen und kontert: „Ich habe ein erstklassiges Trainingslager hinter mir, habe in Thailand fast zwölf Wochen lang sehr hart gearbeitet. Ich bin in einer Top-Verfassung, fühle mich so fit wie noch nie und meine Ausdauer ist überragend“, erklärt der 34-Jährige und ergänzt: „Ich werde ihn besiegen. Ich schlage ihn K.o., in der dritten oder vierten Runde. Diesmal bleibt er am Boden liegen und kommt nicht mehr hoch.“ Doch auch Amadu fühle sich sehr gut vorbereitet und „ist „nicht auf einen normalen Sieg aus“, wie er bei der Pressekonferenz betonte: Ich will ‚All in‘ gehen.“ Der 27-Jährige will Gashi ausknocken.

Ob es auch etwas gibt, was Senad Gashi an seinem Gegner schätzt? Nach einem Zögern antwortet er: „Sein gesundes Selbstbewusstsein.“

Das Box-Duell in Tschechien am Freitag soll nicht der letzte Kampf des Zweibrückers in diesem Jahr sein. „Ich werde in Thailand noch einen asiatischen Titelkampf bestreiten.“ Der Termin steht noch nicht fest. „Nach meinem K.o.-Sieg im Schwergewicht in Runde eins im Juni in Bangkok gingen bei meinem Manager Christian Lutz Schönberger mehrere Kampf-Anfragen ein. Ich bin als Boxer in Thailand bereits bekannt und freue mich auf die Herausforderung.“