2. Fußball-Liga Dem FCK werden „die Grenzen aufgezeigt“

Kaiserslautern/Magdeburg · Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern verliert das Duell der Aufsteiger beim 1. FC Magdeburg mit 0:2. Die Roten Teufel verpassen damit den Sprung über die 40-Punkte-Marke und verlieren den Relegationsrang aus dem Blick. Der sei innerhalb der Mannschaft aber ohnehin nie Thema gewesen, sagt Verteidiger Kevin Kraus.

Während Kaiserslauterns Marlon Ritter (rot) hadert, feiert Magdeburgs Moritz Kwarteng sein Tor zum 1:0. Der FCK verlor das Duell der Aufsteiger am Ende 0:2.

Während Kaiserslauterns Marlon Ritter (rot) hadert, feiert Magdeburgs Moritz Kwarteng sein Tor zum 1:0. Der FCK verlor das Duell der Aufsteiger am Ende 0:2.

Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Eckehard Schulz

„Nicht unverdient“ sei es gewesen, dass der 1. FC Magdeburg den Platz als Sieger verlassen habe, meinte Dirk Schuster, der Trainer des 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend nach dem Duell der Aufsteiger in der 2. Fußball-Bundesliga. Ein wenig deutlicher wurde nach der 0:2 (0:1)-Niederlage der Lauterer in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts FCK-Torwart Andreas Luthe. „Fußballerisch hat uns Magdeburg ein bisschen die Grenzen aufgezeigt“, meinte Luthe gegenüber dem Online-Portal „Der Betze Brennt“.

Für Kaiserslautern war es die dritte Auswärtsniederlage in Serie. Damit verpassten es die Roten Teufel, schon zehn Spieltage vor Saisonende einen Haken unter ihr großes Ziel – das Erreichen der 40 Punkte zu setzen. Die Pfälzer haben weiter 38 Zähler auf dem Konto und fallen auf Rang sechs zurück. Weil der Tabellendritte 1. FC Heidenheim am Samstag zudem mit 1:0 gegen Tabellenführer SV Darmstadt gewann, liegt der FCK nun acht Punkte hinter dem Aufstiegsrelegationsrang zurück. Die Pfälzer hatten jegliche Aufstiegsambitionen in der Vergangenheit aber ohnehin stets zurückgewiesen. Innenverteidiger Kevin Kraus bestätigte diese Sicht am Freitag. Dass Kaiserslautern insgeheim doch auf Rang drei hoffe, sei „Bullshit“, sagte der 30-Jährige gegenüber „Der Betze Brennt“. „Das kommt von außen. Wir als Mannschaft haben das Ziel 40 Punkte – und da arbeiten wir dran.“

Vor 24 528 Zuschauern in der Magdeburger MDCC-Arena versuchten die Roten Teufel, bei denen Schuster wie im vorangegangenen Auswärtsspiel beim SC Paderborn (0:1) auf eine Fünferkette setzte, den Hausherren die Räume zu nehmen. Doch der FCM fand immer wieder Lücken. Zwei Abschlüsse von Mohammed El Hankouri binnen einer Minute lenkte FCK-Torwart Andreas Luthe zur Ecke ab (12.).

Wenig später durften die rund 2000 mitgereisten FCK-Fans kurz hoffen, dass ihre Mannschaft im Aufsteiger-Duell als Sieger vom Platz gehen würde. Nach einem Konter der Pfälzer über die rechte Seite zog Erik Durm nach innen, schloss ab – und traf den Pfosten. Den Abpraller schob Terrence Boyd über die Linie (16.). Stand dabei aber im Abseits.

Der FCK gestaltete das Spiel nun ausgeglichen. In der 28. Minute schaltete sich Verteidiger Boris Tomiak im Angriff mit ein und zog von der Strafraumgrenze ab. Doch Magdeburgs Schlussmann Dominik Reimann war auf dem Posten.

Kurz vor der Pause waren es die Hausherren, die den ersten Treffer setzten. Jason Ceka steckte den Ball stark auf Moritz Kwarteng durch. Und der Magdeburger, der schon im Hinspiel gegen Kaiserslautern (4:4) doppelt getroffen hatte, überwand Luthe mit einem platzierten Schuss ins linke Eck.

„Wir haben in der ersten Halbzeit nicht viele Hochkaräter zugelassen. Gerade in der Phase, in der wir von außen den Eindruck hatten, wir bekommen das Spiel unter Kontrolle, kassieren wir den Treffer. Man muss aber anerkennen, dass das vom Gegner sehr gut herausgespielt – und schwer zu verteidigen war“, meinte Schuster.

Nach dem Seitenwechsel stellte seine Mannschaft die Flügel zu und brachte das Magdeburger Offensivspiel damit zunächst zum Stottern. Boyd hatte die erste Chance des zweiten Durchgangs, traf aber bei seiner Volleyabnahme den Ball nicht richtig (57.). Nach rund einer Stunde stellten sich die Hausherren aber besser ein und nahmen das Heft des Handelns wieder in die Hand. Baris Atik verfehlte das Tor der Lauterer knapp (58.). Bei einem Schuss von FCM-Kapitän Amara Condé (59.) musste Luthe zupacken und dann auch gegen Herbert Bockhorn sein ganzes Können aufbieten (64.). Eine Minute später war der Schlussmann aber machtlos. Magdeburgs Atik legte mit der Hacke vor – und Tatsuya Ito (65.) traf mit einem Schlenzer ins Eck.

Schuster wechselte nach dem zweiten Gegentreffer dreifach, brachte mit Philipp Hercher, Aaron Opoku und Nicolas de Preville frisches Personal. Vor allem Opoku war ein Aktivposten und an mehreren gefährlichen Offensivaktionen beteiligt. „Wenn wir da den Anschluss schaffen, bekommen wir das Spiel vielleicht nochmal ins Wackeln“, haderte Schuster. So blieb es beim 2:0 für den FCM.

„Uns hat im Sechzehner die letzte Präzision und Entschlossenheit gefehlt, insgesamt war es für mich trotzdem ein ordentliches Auswärtsspiel“, meinte der Trainer. Und Kevin Kraus sagte: „Wir können mit Rückschlägen umgehen. Das haben wir oft genug gezeigt.“ Die nächste Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen, haben die Roten Teufel bereits am kommenden Freitag. Dann ist um 18.30 Uhr der SV Sandhausen auf dem Betzenberg zu Gast.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort