Junge Wilde werden alte Hasen

Als Aufsteiger mischen die Handballer vom SV 64 Zweibrücken die Dritte Liga auf. Liegen nach 17 Spieltagen auf einem ausgezeichneten siebten Tabellenplatz. Der Klassenverbleib ist bereits Ende Januar so gut wie sicher.

Diese Leistung hätten Trainer Stefan Bullacher und seiner jungen Truppe wohl die wenigsten zugetraut. Zumal der Auftakt gründlich daneben ging.

Im Heimspiel gegen Korschenbroich , die man in der Tabelle überholt hat, kassierte der Neuling eine herbe 22:29-Schlappe. Ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit. Danach folgten fünf Siege in Serie. Der Startschuss für das kleine Zweibrücker Handballmärchen. Auch ein kurzfristiger Einbruch vor Weihnachten hat den Verein nicht aus der Bahn geworfen. Umso bemerkenswerter, weil der SV Woche für Woche eine blutjunge Mannschaft aufs Parkett schickt. Beim 30:19-Erfolg in Duisburg am vergangenen Wochenende standen sechs A-Jugendliche im Kader. Die intensive Arbeit im Nachwuchsbereich, die der SV 64 seit Jahren leistet, trägt ihre Früchte. Mit Jerome Müller, aktuell zweitbester Torschütze in der Dritten Liga, seinem Junioren-Nationalmannschaftskollegen Björn Zintel und Robin Egelhof, der im vergangenen Jahr ebenfalls den Sprung ins Team von DHB-Trainer Christian Schwarzer gepackt hat, setzt Bullacher auf seine jungen Wilden. Schenkt ihnen Vertrauen, gönnt aber gleichzeitig jedem die notwendigen Pausen. Schließlich sollen die Talente nicht verheizt werden. Die zahlen es mit tollen Leistungen zurück und entwickeln sich mit jedem Spiel weiter. Wie auch Torhüter Yannic Klöckner, Nils Wöschler oder Patrick Bach - allesamt noch in der Junioren-Bundesliga für die 64er auf Punktejagd -, denen Bullacher regelmäßig ihre Einsatzzeit in der Dritten Liga gewährt.

Die Zweibrücker Löwen haben sich peu à peu ein Fundament aufgebaut. Nicht den schnellen Erfolg, sondern nachhaltige Arbeit, auch über die Saison hinaus, hat sich der SV 64 auf die Fahne geschrieben. Das verdient Respekt.