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Juliana Schneider holt überraschend Bronze bei U16DM

LAZ Zweibrücken : Bronzeregen für Juliana Schneider

Die junge LAZ-Stabhochspringerin kam mit dem norddeutschen Schmuddelwetter bei der U16-DM in Bremen glänzend zurecht.

„Komischerweise springe ich im Regen immer besser“, sagte Juliana Schneider nach ihrem beeindruckenden Wettkampf strahlend. Die Stabhochspringerin vom Leichtathletikzentrum (LAZ) Zweibrücken pulverisierte bei den stürmischen deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Altersklasse U16 am Wochenende in Bremen ihre eigene Bestleistung nicht nur um 30 Zentimeter – sie gewann mit ihrem Satz über 3,30 Meter auch überraschend die Bronzemedaille.

Dabei hatte die LAZ-Athletin bei ihrer Premieren-DM nicht nur mit wiederkehrenden Schmerzen an den Füßen zu kämpfen – sondern indirekt auch mit der Witterung. Zwar machte Schneider selbst das norddeutsche Schmuddelwetter nichts aus – ihre Stäbe waren bei diesen äußeren Bedingungen aber zu weich, um in höhere Regionen vorzustoßen. Nachdem sie mit übersprungenen 3,05 Metern ihre eigene Bestleistung knapp übertroffen hatte, musste sie sich daher den Stab einer Konkurrentin ausborgen. Und mit dem fremden Material machte Schneider es spannend. Sie riss die Latte bei 3,20 Metern. Einmal. Zweimal. Und übersprang sie im letzten  Versuch schließlich doch! Aber das Ende der Fahnenstange war damit nicht erreicht. Denn die 3,30 Meter meisterte sie gleich im ersten Anlauf! Und auch die folgende Höhe (3,40m) schien die LAZ-Athletin schaffen zu können. Zweimal scheiterte sie ganz knapp. Als ihre Konkurrentin Joline Lambert die 3,40 Meter beim zweiten Versuch übersprang, setzte Schneider – die Silbermedaille vor Augen – alles auf eine Karte. Sie ließ die Latte auf 3,50 Meter auflegen. Doch diese Höhe war noch zu viel für die 15-Jährige, die sich mit Trainer Alexander Gakstädter dennoch riesig über Bronze freute. „Julianas Nervenstärke bei diesen äußeren Bedingungen ist krass. Sie ist unbekümmert an die Sache rangegangen, hat sich keinen Kopf gemacht“, jubelte auch Alexander Vieweg, der sportliche Leiter des LAZ.

Weniger erfolgreich verlief der Wettkampf für die männlichen Stabhochspringer des LAZ. Jakob Legner, der im Training immer wieder gezeigt hatte, dass er Höhen bis weit über die Vier-Meter-Marke drauf hat, kam nicht über 3,80 Meter hinaus und wurde Achter. Ganz bitter verlief der Wettkampf für Julian Schunck. Er legte keinen gültigen Versuch ab. „3,80 Meter für Jakob bei diesem Wetter sind ok. Es gibt Athleten, denen macht der Regen nichts aus, andere haben eben mehr Probleme“, sagte Vieweg. Auch Schunck sei „jetzt bestimmt nicht am Boden zerstört. Er wird sich etwas anderes vorgestellt haben, aber es ist nicht der erste und wird nicht der letzte Salto Nullo gewesen sein, den er hinlegt“, ergänzte der sportliche Leiter.

Paula Götze (r) gab bei ihrer Premieren-DM alles, musste aber nach dem Vorlauf über 800 Meter die Segel streichen. Ihr Trainer Klaus Klein war trotzdem stolz. Foto: Wolfgang Birkenstock
Jakob Legner konnte bei den widrigen Bedingungen nicht an seine starken Trainingsleistungen anknüpfen und musste sich mit Platz acht begnügen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Paula Götze, die ganz knapp vor der Meisterschaft die DM-Norm über die 800 Meter geknackt hatte, schied als Neunte ihres Vorlaufs (2:24,89 Minuten) aus. Die Wallhalberin hatte mit Wind, Wetter und Nervosität zu kämpfen und konnte nicht ganz an ihre starke Zeit bei den Süddeutschen Meisterschaften in Koblenz anknüpfen (2:19,78 min). „Paula hat sich achtbar geschlagen“, sagte ihr Trainer Klaus Klein dennoch stolz. Und Vieweg erklärte: „Bei den deutschen Meisterschaften läuft vieles anders als bei den Wettkämpfen auf regionaler Ebene. Alles ist ein bisschen größer, der Trainer steht nicht in unmittelbarer Nähe. Da geht es darum, Erfahrungen zu sammeln und zu wachsen. Wir sind froh, dass wir hier mit vier Sportlern vertreten waren. Die jungen Athleten beim LAZ zu halten, sie auch in den Bereich der U16,17 und 18 zu begleiten, ist unser Ziel. Da hatten wir in der Vergangenheit ein wenig Nachholbedarf.“